Verkehr

Essener Taxi-Unternehmer sind offen für Elektromobilität

Taxis sollen künftig elektrisch tanken, wünscht sich die Stadt.

Taxis sollen künftig elektrisch tanken, wünscht sich die Stadt.

Foto: STEFAN AREND

Essen.   Die Stadt Essen hofft auf Pioniere bei Elektro-Mobilität unter den Taxi-Unternehmen. Umstellung benötigt Zeit und Infrastruktur, mahnen diese.

Dem Thema E-Taxis, das Umweltdezernentin Simone Raskob und Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer in Essen bald möglichst ins Rollen bekommen möchten, steht die Branche grundsätzlich offen gegenüber: Allerdings müsse erst einmal die Infrastruktur dafür geschaffen werden, mahnen die Taxi-Unternehmer.

Die Schnell-Ladestation, die die Stadt in der kommenden Woche am Hotel Handelshof eröffnen will, sei zwar ein Anfang – aber: „In Essen gibt es knapp 500 Taxis“, so Michael Rosmanek, Vorstandsvorsitzender der Taxi Essen e.G., „da kann man sich ja ausrechnen, wie weit man damit kommt“. Allein am Hauptbahnhof stünden bis zu 40 Wagen. „Da müssten also 20 Lade-Stationen stehen, damit der Elektro-Betrieb für die Fahrer eine echte Alternative darstellt“, so der Chef der Taxi-Vermittlung. Seien die Voraussetzungen geschaffen, würde die Branche auch positiv darauf reagieren, ist er überzeugt. Doch zunächst würden wohl viele Fahrer eher auf Hybrid-Fahrzeuge umstellen.

Reichweite muss stimmen

Vorreiter in Essen ist diesbezüglich Eco-Taxi: „Wir sind bereits vor drei Jahren auf Hybrid umgestiegen“, so Coskon Öztürk, stellvertretender Geschäftsführer von Eco-Taxi. Zwei Hybrid-Wagen hat das Essener Unternehmen bereits im Angebot, „wir denken gerade über ein drittes nach.“ Doch auch komplett elektrisch betriebene Taxis seien für ihn interessant

.„Da muss natürlich auf der einen Seite die Reichweite der Wagen ausreichend sein und andererseits sich auch die Ladezeiten verbessern.“ Die Schnell-Ladestation,am Hauptbahnhof sei da ein guter Anfang. Öztürk: „Wir könnten uns schon vorstellen, diesbezüglich eine Pionier-Rolle einzunehmen. Umweltfreundlicher Verkehr ist ein wichtiges Thema für uns.“

Eine Frage der Finanzierung

Auch Thomas Beige will sich dem Thema E-Taxis nicht verschließen: „Eine Umstellung im großen Rahmen ist aber wohl erst in fünf Jahren realistisch“, ist der Geschäftsführer von Taxi Beige in Holsterhausen überzeugt.

So eine Erneuerung des Fuhrparks sei schließlich eine Frage der Finanzen: „Wir haben unseren Fuhrpark erst vor zwei Jahren erneuert, da kommt eine erneute Neuanschaffung erst einmal nicht in Frage.“ Auch er mahnt an, dass die Fahrzeugbauer die Reichweite erhöhen müssten: „Eine Fahrt zum Kölner Flughafen und zurück könnte man mit einem E-Taxi nach heutigen Stand wohl nicht leisten.“

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