Sicherheit

Essens OB will Geld für Terrorabwehr: 17 Sperren in der City

Die Betonklätze kamen auch Stadtfest Essen Original zum Einsatz.

Die Betonklätze kamen auch Stadtfest Essen Original zum Einsatz.

Foto: EMG

essen.  70 Betonblöcke werden rund um die Veranstaltungsfläche des Essener Weihnachtsmarkts aufgebaut. Lieferverkehr sollte die Sperrzeiten beachten.

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Um die Sicherheit bei Großveranstaltungen weiter gewährleisten zu können, hat Essens OB Thomas Kufen finanzielle Unterstützung gefordert. Bund und Land müssten sich an den Kosten der Terrorabwehr beteiligen. „Die Finanzierung kann nicht allein den Städten angelastet werden“, mahnte Kufen.

Damit ist Essens Oberbürgermeister ganz auf Linie mit dem Deutschen Städtetag, auf dessen Tagung am 15. und 16. November in Berlin die Kommunen einen vergleichbaren Appell formulierten. Seit den Anschlägen von Nizza, Berlin, Stockholm oder Barcelona seien Veranstalter aufgefordert, Vorkehrungen zu treffen, die weit über das normale Maß der Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung hinausgingen, hieß es.

In Essen belasten allein Auf- und Abbau der Betonquader zum Schutz der Weihnachtsmärkte den städtischen Haushalt mit rund 150 000 Euro. „So wie Bund und Länder auch in anderen Fällen von nationaler Bedeutung Hilfsfonds oder Sondertöpfe zur finanziellen Unterstützung einrichten, muss dies auch für Sicherungsmaßnahmen zur Terrorabwehr möglich sein“, ist Kufen überzeugt.

Erste Gespräche mit der Polizei bereits im März

Während Essens Oberbürgermeister in Berlin den Ruf nach Unterstützung bei der künftigen Finanzierung der Terrorabwehr formulierte, machten Vertreter der Essen Marketing Gesellschaft und der Polizei in Essen deutlich, was es heißt, den Internationalen Weihnachtsmarkt an 30 Veranstaltungstagen zu sichern. Durch Sperren an 17 Stellen wird zwischen dem 23. November und 23. Dezember aus der Fußgänger- eine Sicherheitszone.

„Im März haben die ersten Gespräche mit der Polizei und den Sicherheitsbehörden begonnen“, sagte Dieter Groppe, Geschäftsführer der Essen Marketing (EMG). Es galt, eine Lösung zu finden, „die den Verkehr am wenigsten beeinträchtigt und gleichzeitig die größtmögliche Sicherheit bietet“, um denkbare Anschläge mit großen Fahrzeugen wie in Berlin zu verhindern.

Rund um die Veranstaltungsfläche werden insgesamt 70 Blöcke aus Beton positioniert. Diese Terrorsperren, die auch schon beim Stadtfest Essen Original zum Einsatz kamen, werden am Sonntag angeliefert.

Mobile Klötze mit Stahlseilen oder auf Hubwagen

Wie aus der Übersichtskarte (siehe unten) ersichtlich, werden 13 mobile Sperren errichtet. Dabei handelt es sich um Klötze mit dazwischen gespannten Stahlseilen oder auf Hubwagen an Zufahrten für Einsatzwagen von Polizei und Feuerwehr. Die beweglichen Hindernisse werden von zehn Sicherheitsmitarbeitern überwacht und stehen während der Öffnungszeiten des Weihnachtsmarkts (Sonntag bis Donnerstag von 11 bis 21 Uhr sowie freitags und samstags von 11 bis 22 Uhr) an ihren Bestimmungsorten.

Geschäftstreibende sollten ihre Zulieferer darauf hinweisen, dass jedwedes Fahrzeug bis spätestens 11 Uhr aus der Fußgängerzone verschwunden sein muss, mahnt Groppe. Nach Beginn der Sperrzeit gibt es keinen Weg mehr heraus. Wer sich nicht daran hält, muss seinen Wagen stehen lassen und mit ordnungsrechtlichen Konsequenzen rechnen, machte Sigrun Wittkat von der städtischen Verkehrsüberwachung deutlich.

Polizei spricht von einer abstrakten Anschlagsgefahr

Dazu kommen vier feste Sperren aus nicht mobilen Betonklötzen, von denen jeder 2,5 Tonnen wiegt. Am I. Hagen wird eine Schikane aus mit Sand befüllten Containern der Entsorgungsbetriebe aufgestellt. Diese Richtung Kennedyplatz abfallende Straße gilt als besonders risikoreich. Ein Lastwagen könnte an dieser Stelle gefährlich schnell an Fahrt aufnehmen.

Nach wie vor gebe es eine abstrakte Anschlagsgefahr, aber keinen konkreten Hinweis, sagte Polizeisprecher Ulrich Faßbender.

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