Nicht eine Spur und kein Lebenszeichen

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POLIZEI. Ermittler schließen nicht mehr aus, dass der in Portugal verschwundene Essener tot ist.

Keine Nachricht, keine Kontobewegungen, nicht eine einzige Spur: Nach über einem Monat seines mysteriösen Verschwindens an der portugiesischen Algarve gibt es immer noch kein Lebenszeichen von dem Essener Rentner Karl Kleine-Brockhoff. Dies bestätigte die Polizei jetzt auf Nachfrage. "Es gibt keine neuen Erkenntnisse", sagte Sprecher Raymund Sandach. Die Hintergründe seien weiterhin rätselhaft, und die Ermittler schließen nicht mehr aus, dass der 69-Jährige tot sei.

Auch die Familie des Rentners aus Bergerhausen kann kaum mehr ausschließen, dass der 69-Jährige in Portugal Opfer eines Verbrechens geworden ist, als er sich Anfang Juni aufmachte, um von dem kleinen Dorf Casa Branca ins höchstens acht Kilometer entfernte Alcoutim zu wandern (die NRZ berichtete).

Kleine-Brockhoff - "ein Mann wie ein Baum" - war da allein unterwegs in der kargen Hügellandschaft. Seine Frau und seine Freunde, denen das Essener Ehepaar einen Besuch abstattete, hatten sich fürs Autofahren entschieden. Gemeinsam wollten sie ein Dorf- und Hafenfest am Rio Guadiana besuchen, sich dort treffen.

In Alcoutim angekommen, wartete das Trio aber vergeblich auf den Wanderer und früheren Rudersportler. Karl Kleine-Brockhoff, Vater zweier erwachsener Söhne, kam nicht an in dem Dorf an der Grenze zu Spanien. Weder die anschließende groß angelegte Suchaktion der portugiesischen Behörden noch die Recherchen von Bundeskriminalamt und der Essener Polizei brachten einen brauchbaren Hinweis auf die wahren Hintergründe seines Verschwindens.

Die Angehörigen Kleine-Brockhoffs werden trotz der bisherigen Ergebnislosigkeit der behördlichen Recherchen weiter auf ein Lebenszeichen warten. Was sonst. Einer seiner Söhne werde in diesem Monat noch einmal nach Portugal reisen, damit die Angelegenheit von der dortigen Polizei nicht vorschnell zu den Akten gelegt werde, heißt es in den Kreisen der Familie, die zwei Szenarien indes ausschließt: Dass der pensionierte Ingenieur "eine Fliege gemacht" hat oder einen Suizid begangen haben könnte: "Er hatte noch so viel geplant."

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