Trockenheit

Rettungsplan für verdorrte Essener Straßenbäume gefordert

Die Hitzeschäden sind an Essener Straßen nicht zu übersehen:  Diese Bäume an der Huyssenallee in Höhe der Einmündung zum Aalto-Theater haben aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit ihre Blätter abgeworfen. 

Foto: STEFAN AREND

Die Hitzeschäden sind an Essener Straßen nicht zu übersehen: Diese Bäume an der Huyssenallee in Höhe der Einmündung zum Aalto-Theater haben aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit ihre Blätter abgeworfen. 

Essen.   Die Trocken-Periode gefährdet immer mehr Straßenbäume in Essen. Politiker spricht von „Riesenschaden“ und fordert Rettungsplan.

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Die wenigen Regenschauer in den vergangenen Tagen haben die Lage nicht entspannt: Viele Straßenbäume verlieren ihre Blätter und machen schlapp. Grün und Gruga muss auch in den nächsten Tagen bedrohte Bäume wässern. Nach Beobachtungen des umweltpolitischen Sprechers der Grünen-Ratsfaktion, Rolf Fliß, sind wegen des extremen Wetters bereits Hunderte Bäume vertrocknet. Fliß schrieb einen Brandbrief an die zuständige Umweltdezernentin Simone Raskob und forderte einen Rettungsplan für das Stadtgrün. „Aus der grünen Hauptstadt darf keine braune, verdorrte werden.“

Wie Fliß dieser Zeitung mitteilte, sei schon „ein Riesenschaden“ aus stadtökologischer Sicht entstanden. Ganze Baumreihen seien verdorrt, so an der Huyssenallee, an der Lerchenstraße, an der Schützenbahn, am Rüttenscheider Stern, am Limbecker Platz, an der Ottilienstraße und am P+R-Parkplatz der U11 am Grugabad. Auch mehrere bewaldete Hänge am Baldeneysee seien betroffen. Gerade in diesen steilen Lagen vertrocknen die Böden schnell.

Grün und Gruga (GGE) muss inzwischen nicht nur die besonders anfälligen Jungbäume sondern auch ausgewachsene Bäume bewässern. Dafür setzt GGE in verschiedenen Stadtvierteln seit vergangener Woche ein umfunktioniertes 10 000-Liter-Güllefass als Wassertank ein, der von einem Traktor gezogen wird. „Damit können wir 1000 Liter Wasser in der Minute spritzen“, erklärt Forstwirtschaftsmeister Julian Bayer. Aufgetankt wird dann am nächsten Hydranten, ergänzt GGE-Abteilungsleiter Martin Gülpen.

Meteorologe soll die Stadt Essen beraten

Doch ein zusätzlicher Großtank löst das Problem nicht. Fliß fordert für die Zukunft einen neuen Rettungs- und Einsatzplan, um gegen die nächste Hitzewelle gewappnet zu sein. Auch plädiert der Vorsitzende des Bau- und Verkehrsausschusses dafür, Lehren für künftige Bebauungen zu ziehen und bei den Planungen mitunter auch einen Meteorologen um Rat zu bitten.

Doch erstmal geht es um eine Bestandsaufnahme, mit der sich der Umweltausschuss erstmals in seiner nächsten Sitzung am 4. September befassen soll. Grün und Gruga soll beziffern, wie viele Bäume auf Grund der lang anhaltenden Hitzewelle bereits „unwiederbringlich“ eingegangen sind und wie hoch der geschätzte Sachschaden ist.

Endgültige Schadensbilanz erst im Frühjahr

GGE hofft darauf, dass viele Bäume, die derzeit einen jämmerlichen Eindruck machen, sich wieder aufrappeln werden. Gewissheit wird man aber erst im nächsten Frühjahr haben. Dann prüfen die Mitarbeiter von Grün und Gruga, ob die Äste wieder austreiben – oder nicht.

>>> BRANDGEFAHR SINKT

  • Die Waldbrandgefahr in Essen ist gesunken. Die Station Bredeney des Deutschen Wetterdienstes hat bis Sonntag die Stufe 2 (von 5) ausgerufen.

  • Das Risiko von Bodenfeuern ist nur am Donnerstag noch hoch. Der Warnindex liegt bei 4, fällt Freitag und Samstag auf 1, steigt Sonntag wieder auf Stufe 3.

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