Glyphosat

„Händeweise tote Bienen auf dem Fußboden“

Imker beklagen den Einsatz von Glyphosat.

Foto: NRZ

Imker beklagen den Einsatz von Glyphosat.

Goch.   Der Gocher Imker Stefan Loth ist gegen eine Wiederzulassung von Glyphosat. Bienen bestäuben 70 % Obst und Gemüse

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„Wenn die Biene stirbt, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ Zwar hat Imker Stefan Loth so seine Zweifel, ob dieses Albert Einstein zugeschriebene Zitat tatsächlich von dem großen Naturwissenschaftler stammt, doch könnte er es inhaltlich voll unterschreiben. „Uns Imker beschäftigt der Einsatz von Glyphosat schon seit Jahren – nicht erst, seitdem die EU über eine Wiederzulassung debattiert“, sagt der Inhaber der „Imkerei am Niederrhein“.

Vor einigen Jahren hat er selbst die Erfahrung gemacht, dass in seiner Imkerei in Hassum plötzlich massenweise Bienen eingingen. „Es gab scheinbar keine Erklärung dafür, man konnte die toten Bienen händeweise vom Fußboden aufsammeln.“ Damals war Loth gerade erst Imker, vermutete nicht zwingend einen Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Spritzmaßnahmen. Heute würde er in einem solchen Fall entsprechende Proben gleich bei der Landwirtschaftskammer einreichen, um der Sache auf den Grund zu gehen. „Die Bienen bestäuben zwischen 20 und 70 Prozent unserer Obst- und Gemüseerträge. Wenn dieser natürliche Vorgang wegfällt, explodieren die Preise für unsere Nahrungsmittel“, argumentiert Loth.

Doch geht es nicht nur um jene Insekten, die dem Menschen per se nützlich sind, sondern auch um Hummeln, Schmetterlinge und jegliches andere Getier, das aus seiner Sicht in ein gesundes Ökosystem gehört. Loth: „Ich bin gegen eine weitere Zulassung von Glyphosat als Pflanzenschutzmittel. Wir sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen.“

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