Sie sind alt und erzählen Geschichten über die Region. Manche gewähren immer mal wieder Einblicke, bei Gottesdiensten oder Kulturveranstaltungen etwa. Andere bleiben der Öffentlichkeit in der Regel aber verschlossen. Anders ist das am Sonntag, 11. September, zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals. Dieser öffne den Menschen die Türen zum kulturellen Erbe und erläutere dessen Bedeutung, sagt Pressesprecherin Sabine Cornelius vom LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland. Das Fachamt ist beratend in der Denkmalpflege tätig, in denkmalpflegerische Entscheidungen eingebunden und befindet sich im Austausch mit den Kommunen. Mehr als 1000 Baudenkmäler gibt es im Kreis.

Es ist ein Mix aus vielen Elementen, welcher die Kulturlandschaft im Kreis Wesel prägt. Marco Kieser, wissenschaftlicher Referent vom LVR, nennt hier etwa den Charakter der Industriestädte wie Moers, Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort mit denkmalgeschützten Fabriken, Zechen und Siedlungen, dazwischen landwirtschaftlich geprägte Dörfer, das Kloster Kamp, natürlich die mittelalterliche Stadtanlage von Xanten, aber auch Rheinberg als Handelsstadt mit überregional bedeutenden Industrien. Außerdem führt er den Zoll und Handel in Orsoy am Rhein an, die preußische Festungsstadt Wesel bis hin zu den ländlich geprägte Gebieten im Norden des Kreises – mit sehr alten Fachwerkhäusern.

Einige Denkmäler sind am kommenden Wochenende zugänglich. Wie geben einen Überblick über das Programm im Kreis Wesel, das auf der Homepage des Tages des offenen Denkmals zu finden ist sowie über weitere Angebote, die unsere Redaktionen erreicht haben.

Dinslaken

Viele kennen die Wassermühle Hiesfeld vielleicht von einem Museumsbesuch. Bis nach 1920 – erbaut wurde der älteste Teil 1693 – wurde hier Getreide gemahlen. Auch am Sonntag des offenen Denkmals öffnet sie für Besucher – von 11 bis 16 Uhr. In dieser Zeit gibt es Führungen, es wird Mehl gemahlen, Teig geknetet und Brot gebacken. Adresse: Am Freibad 3-5.

Außerdem gibt es am Sonntag ab 10 Uhr Einblick in die Herz-Jesu-Kirche mit Kirchencafé (14 bis 17 Uhr) und Führung (ohne Anmeldung, 13 bis 17 Uhr). Adresse: Kirchstraße 278.

In Lohberg öffnet zudem am gleichen Tag das sogenannte Bullenkloster von 11 bis 17 Uhr. Das Gebäude wurde im Jahr 1914 in der Nähe der Zeche erbaut und bot unverheirateten Bergleuten ein Heim. Eine Ausstellung ist hier am Sonntag geöffnet, zudem wird in einem etwa halbstündigen Rhythmus ein Film gezeigt. Adresse: Stollenstraße 1.

Hamminkeln

Häufig gibt es Kultur am Schloss Ringenberg. Das Wasserschloss – im 13. Jahrhundert begründet – wurde von niederländischen Truppen zerstört und im 17. Jahrhundert wieder aufgebaut. Am Sonntag öffnet es von 11 bis 17 Uhr für interessierte Besucherinnen und Besucher, um 12 Uhr gibt es ein Konzert im Rittersaal. Adresse: Schloßstraße 8.

Moers

Ein anderes Wasserschloss und ehemaliges Rittergut befindet sich in der Grafenstadt Moers: das Schloss Lauersfort, entstanden im 14. Jahrhundert. Auch hier erhalten Besucher am Sonntag einen Einblick, von 10 bis 18 Uhr, bei Führungen durch Schloss und Park und im Rahmen eines Herbstmarkts. Adresse: Lauersforter Straße 36.

Das Schloss Lauersfort in Moers ist auch beim Tag des offenen Denkmals dabei.
Das Schloss Lauersfort in Moers ist auch beim Tag des offenen Denkmals dabei.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Weiterer Schauplatz ist das Moerser Schloss mit angrenzendem Park in der Innenstadt. Hier laden von 11 bis 19 Uhr das Grafschafter Museum und das Schlosstheater zum Schloss- und Theaterfest ein. Es gibt Führungen, Tanz, Musik, eine Lesung, Theaterauftritte (diese sind nicht kostenlos) sowie Picknick mit Musik im Park. Adresse: Kastell 9.

Rheinberg

Zum Tag des offenen Denkmals öffnet die St.-Anna-Kapelle am Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Erstmals erwähnt wurde sie dem Verein zur Erhaltung der Kapelle zu Folge im Jahr 1555. Das Bauwerk mit historischem Friedhof steht auf einer Sanddüne. Die Stiftung Deutscher Denkmalschutz weist darauf hin, dass die Kapelle für Gehbehinderte schlecht zu erreichen ist. Adresse: Römerstraße.

Auf einer Düne steht die St.-Anna-Kapelle Rheinberg.
Auf einer Düne steht die St.-Anna-Kapelle Rheinberg. © Verein St.-Anna-Kapelle Rheinberg

Sonsbeck

Der Verein für Denkmalpflege in Sonsbeck lädt am Sonntag ab 12 Uhr zur Gerebernuskapelle ein. Dort gibt es Führungen. Adresse: Dassendaler Weg 10.

Voerde

In der Stadt Voerde sind zwei Kirchengebäude am Wochenende zu besichtigen: Da wäre zum einen der Kirchturm der Evangelischen Kirche Götterswickerhamm, errichtet um 1200, danach zwischenzeitlich zerstört und nach 1831 im neugotischen Stil umgebaut. Öffnungszeiten: 14 bis 18 Uhr, es soll ein Turmcafé mit selbst gebackenem Kuchen geben sowie Führungen. Adresse: Rönskensstraße 77.

Dann wäre da noch die Evangelische Kirche Möllen, erbaut um 1960 mit umliegender Bepflanzung und Wegeführung. Sie öffnet am Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Adresse: Auf dem Bünder 17.

Über die Geschichte des Wasserschlosses Voerde informieren Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Projekts, von 14 bis 16 Uhr. Adresse: Allee 65.

Wesel

Heute wird es als Kindertagesstätte genutzt, am Sonntag bekommen auch Erwachsene einen Einblick in das ehemalige Oberförsterdienstwohngebäude von 1929. Öffnungszeiten: 14 bis 16.30 Uhr. Für Führungen muss man sich allerdings anmelden: denkmalschutz@wesel.de. Adresse: Am Nordglacis 18.

Zwar ist der Willibrordi-Dom regelmäßig geöffnet, am Sonntag haben Besucher allerdings die Möglichkeit, an Führungen teilzunehmen und den Turm zu besteigen – in der Zeit von 12.30 bis 16.30 Uhr. ist das möglich Der Zugang zum Turm wird durch den Kauf eines Loses der Tombola für einen Euro ermöglicht, heißt es. Adresse: Großer Markt.

Der Willibrordi-Dom in Wesel bei Nacht. Der Turm lässt sich hier am Tag des offenen Denkmals besichtigen.
Der Willibrordi-Dom in Wesel bei Nacht. Der Turm lässt sich hier am Tag des offenen Denkmals besichtigen. © FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Xanten

Eine ehemalige Burganlage mit Wassergraben gibt es in in der Evangelischen Kirche Mörmter zu sehen. Am Sonntag erhalten hier Besucher von 11 bis 17 Uhr Einblick. Führungen, Kulturprogramm und Caféteria soll es dann geben. Adresse: Düsterfeld. (acf)

Bundesweiter Tag des offenen Denkmals

  • Seit 1993 veranstaltet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals. In diesem Jahr lautet das Motto „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“. An den Denkmälern gibt es oft Führungen, aber auch Musik oder Gastronomie. Veranstaltet wird das von den Denkmaleigentümern und Denkmalpflegern sowie den Vereinen und Initiativen vor Ort.