Wie die Zeche uns einholt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

BERGBAU. Über dreißig Jahre nach der Schließung sacken Concordia-Schächte ab. Der Steuerzahler muss zahlen.

Manchmal wird man eingeholt von der Vergangenheit: Vor ziemlich genau 33 Jahren kam der Deckel auf Concordia, so schrieben damals die örtlichen Tageszeitungen und vertrauten dabei den Bergwerksbetreibern. Heute verursacht das Kosten, für die Stadt und ihre Steuerzahler, denn: Der Deckel ist nicht so dicht, wie wir immer gedacht haben. Um nicht weniger als dreieinhalb Meter hat sich an den Straßen Am Förderturm und Bebelstraße der Berg gesenkt - das sieht man (noch) nicht. Aber: Das kostet erstmal 100 000, in der Folge wahrscheinlich 600 000 Euro. Nur zum Vergleich: Das Land (Sozialminister Laumann) strich kürzlich erst 45 000 Euro für das Frauenhaus.

Vom letzten Eigentümer hört man nichts

Warum die Stadt Oberhausen jetzt zahlen muss, erklärt Planungsdezernent Peter Klunk: "Wir sind Straßenbaulastträger , und obliegen damit der Verkehrssicherungspficht." Hört sich kompliziert an zum einen, versursacht satte Kosten zum anderen - siehe oben.

Passiert ist etwas, womit niemand gerechnet hat. Als 1975 die Deckel auf Condordia gemacht wurden, glaubten alle: Bude zu, Deckel drauf, Affe tot! Doch irgendwas hat mit der damals üblichen Verfüllung der Concordia-Schächte nicht gestimmt. Peter Klunk weiß nichts über die Ursache der Absenkung. "Ich weiß es nicht, das Bergamt angeblich aber auch nicht." Verfüllt werden soll laut Klunk eine betonähnliche Flüssigkeit, die für Ruhe im Berg sorgen soll.

Etwas mehr über die Absenkung wird die mittlerweile zuständige bergaufsichtliche Behörde beim Regierungspräsidenten Arnsberg wissen. Denn sie informierte die Stadt darüber.

Nichts hingegen hört man vom letzten Eigentümer. Der war nach dem Zechernsterben die Concordia Bauen und Wohnen AG, die inzwischen allerdings insolvent ist. So bleibt alles bei der Stadt (und am Steuerzahler) hängen. Peter Klunk: "So ist das im Wege der Rechtsnachfolge."

Ganz sauer darüber ist Alt-Oberhausens Bezirksbürgermeister Josef Loege: "Das vestehe ich nicht. Diese Angelegenheit gehört in die öffentliche Beratung und nicht in die Verschwiegenheit der Vergabekommission. Schließlich geht es auch um die Sicherheit." Die ist zumindest provisorisch hergestellt: An den betreffenden Punkten hat die Stadt Absperrgitter. Warum, hat sie erst einmal nicht gesagt. Oder hat sie doch noch was zu verbergen?Zur Mitte des 19. Jahrhunderts war der Bergbau das Boom-Geschäft schlechthin, und 1850 begann die Geschichte der Bergbaugesellschaft Concordia. Die ersten Schächte (I/II/III) wurden am heutigen Bero-Zentrum abgeteuft, weitere (IV/V) folgten im heutigen Gewerbegebiet Eisenhammer, Schacht VI stand an der Niebuhrstraße.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (7) Kommentar schreiben