Erste Hilfe

Eine Notfalldose im Kühlschrank für den Ernstfall

Die Notfalldose wurde im Xantener Rathaus vorgestellt (von links): Gabi Paersch

Die Notfalldose wurde im Xantener Rathaus vorgestellt (von links): Gabi Paersch

Foto: MP

Xanten.   Die Stadt Xanten verteilt ab sofort im Rahmen ihrer Pflegeberatung eine Notfalldose, die im Ernstfall helfen soll, wertvolle Zeit zu sparen

Alles auf einen Blick: Name, Anschrift, Medikamenteneinnahme, Allergien, Impfungen, Vorerkrankungen, Name und Anschrift des Hausarztes und auch zu Menschen, die benachrichtigt werden sollen, selbst zu Haustieren, die vielleicht von jemandem versorgt werden müssen, sind auf dem Infoblatt einzutragen. Ein Dokument, das wichtige Zeit sparen helfen soll – im Fall der Fälle.

Aufbewahrung im Kühlschrank

Verstaut ist das Blatt in einer grün-weißen Dose, der Notfalldose. „Und die sollte man in der Kühlschranktüre aufbewahren, denn einen Kühlschrank besitzt ja schließlich jeder und er steht in der Regel auch immer in der Küche“, erklärt Gabi Paersch.

Die Vorsitzende des Kreisverbands Kleve der Seniorenvertretung des Bundes der Ruhestandsbeamten, Rentner und Hinterbliebenen sowie Initiatorin des Pflegetreffs für Sonsbeck und Xanten hatte die Idee, diese Notfalldose über die Stadt anschaffen und an Senioren ausgeben zu lassen. „Jemand kam zu unserem Pflegetreff und brachte eine solche Dose mit“, sagt sie. „Und gerade für alleinstehende ältere und pflegebedürftige Menschen ist die Dose sehr sinnvoll, wenn mal der Notarzt oder der Krankenwagen kommen muss und die Retter dann schnell alle wichtigen Informationen benötigen.“ Also schrieb Paersch den Bürgermeister an – von Xanten, aber auch von Sonsbeck. Das war im vergangenen November. Xantens Bürgermeister Thomas Görtz reagierte umgehend und griff die Idee auf. „Ich kannte die Notfalldose nicht und fand die Idee super“, sagte er gestern bei der Präsentation der Notfalldose im Rathaus. 50 solcher Dosen schaffte die Stadt nun an, um sie im Rahmen ihrer Pflegeberatung kostenfrei zu verteilen.

Werbung für die Pflegeberatung

„Damit lässt sich die Form der Informationsaufbewahrung für den Notfall stark vereinfachen und für die Ersthelfer vor allem vereinheitlichen“, sagt Michael Verhalen, Fachbereichsleiter für Soziales und Beratung bei der Stadt. „Die Dose ist zudem auch als eine Art Werbung für unsere Beratung zu sehen“, meint er. Zusammen mit Petra Post, Pflege- und Rentenberaterin bei der Stadt, hofft er nun auf noch größeren Zulauf bei der Pflegeberatung. „Denn viele Menschen haben leider immer noch große Scheu, sich bei uns zu informieren, welche Möglichkeiten es gibt, wenn jemand plötzlich auf Pflege angewiesen ist – obwohl die Zahl der Beratungsgespräche in den vergangenen Jahren schon etwas gestiegen ist.“

Zu der Notfalldose mit Infoblatt, die von einem Bremer Unternehmen gefertigt wird, das sich seit 1997 auf Notfall- und Notrufsystemen spezialisiert hat, erhalten Bürger in der Pflegeberatung auch zwei Aufkleber. „Einer wird an der Innenseite der Wohnungstüre aufgeklebt, damit die Ersthelfer direkt auf die Notfalldose aufmerksam werden“, erklärt Paersch. Der andere Aufkleber wird an der Außenseite des Kühlschrankes angebracht.

Nun würden noch die lokalen Rettungsdienste und die Feuerwehr über die Notfalldosen informiert werden, so Bürgermeister Görtz. Sie sollen so sensibilisiert werden für diese einheitliche Aufbewahrung von Notfallinformationen.

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