Karneval

Rheinberg: Schon zum 10. Mal gab es Gardetanz im Stadthaus

Teilweise ganz schön voll auf der Bühne im Stadthaus war es bei den Stadtmeisterschaften im Gardetanz.

Teilweise ganz schön voll auf der Bühne im Stadthaus war es bei den Stadtmeisterschaften im Gardetanz.

Foto: Peter Bußmann

Rheinberg.   Die Rheinberger Stadtmeisterschaften gingen mit der Veranstaltung im Stadthaus in die Zweistelligkeit. Zum ersten Mal gab es einen Wanderpokal.

Die nächste Karnevalssession steht bevor. Entkommen kann man ihr nicht. Das merkte man am Samstag im Rheinberger Stadthaus gleich mit einem Jubiläum: Zum zehnten Mal fand statt, wovon viele Rheinberger Mädchen träumen, die Stadtmeisterschaften im Gardetanz.

Inzwischen sind aber nicht nur Mädchen dabei. So brachte eine Garde des 1. OKK Oschau-Berger Jonges gleich vier Jungs mit, in ihrem langem blauen Gehrock wirklich elegant anzusehen. Doch ansonsten ist, am Samstag konnte man sich im Rheinberger Stadthaus wieder davon überzeugen, der Gardetanz immer noch eine reine Frauen- oder besser Mädchensache. Von drei Jahre an aufwärts ist alles dabei.

Gardetänzer und Gardetänzerinnen aus allen Rheinberger Stadtteilen und fünf Karnevalsvereinen traten in vier Altersklassen sowie im Solotanz mit drei Mariechen gegeneinander an. Gemeinsam zogen sie ein. Die Allerkleinsten hätten glatt unter den Tischen des proppevollen Saals durchgehen können. Kein Quadratzentimeter blieb mehr frei auf der Bühne, als das Organisationsteam Martina Thiemann, Paul von Holt, Clemens Sprünken und Thorsten Jesse zum Einzug bat.

Ein achtköpfiges Richterteam saß vor der Bühne, musste die Leistungen bewerten. Bei zwölf Teilnehmergruppen und drei Solomariechen gab es harte Arbeit für die acht Richterinnen und Richter. Insgesamt konnte jede Gruppe hundert Punkte erzielen. Hoch bewertet mit bis zu je 25 Punkten waren Choreografie und Schwierigkeitsgrad, hoch auch Synchronität und das Erscheinungsbild, sprich das schicke Kostüm, selbst die gemeinsame Präsentation und der Einmarsch wurden bewertet.

Thiemann war die eigentliche Profi am Richtertisch. Sie hatte 1993, als sie ihre Laufbahn als Goldlöckchen bei den Rhinberkse Jonges beendete, mit den „Sputnicks“ die erste Gardetanzgruppe gegründet, die 1994 erstmals auftrat und die sie zehn Jahre trainierte. Nur eine Millinger Karnevalsgruppe hatte damals eine Garde. Ansonsten war tote Hose mit Garden. Die kamen erst später auf, wurden wahre Renner, schon bei den Kleinsten begehrt – und das nicht nur in der Fünften Jahreszeit: Längst sind sie bei Festen, auf Geburtstagen, bei Jubiläen präsent und machen natürlich auch viel Sport.

Die gelungene Moderation des Tages lag bei den Millinger Narren, bei Jesse und Sprünken. „Wenn wir schon keine Garde haben, moderieren wir eben“, lachte Jesse. Prinzen und Prinzessinnen aller Rheinberger Vereine brauchte er nicht zu begrüßen. Die fielen mit ihren tollen Kleidern und den wippenden Federn auf, während die Kleinen im Lampenfieber schwitzten.

Ausrichter waren neben dem 1. Orsoyer Karnevals Komitee Oschau-Berger Jonges und den Rhinberkse Jonges auch die 1. KG Rot-Weiß Borth und die KAG Ossenberg. Die hatte in den Vorjahren manchen Sieg errungen, hoffte auch diesmal wieder.

Zusätzlich wurde erstmals der von der Stadt Rheinberg gestiftete Wanderpokal ausgetanzt und von Bürgermeister Frank Tatzel überreicht. Dazu wird die höchste Gesamtwertung aller Garden und Solotänzer bewertet und der Sieger ermittelt.

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