Schule

Walter-Bader-Realschule Xanten ist Geschichte

Alle ehemaligen Direktoren mit Frank Pieper, der einen symbolischen Schlüssel erhält: (von links) Marie-Louise Jordans-Theußen, Karlheinz Kockerols, Heike Tuda, Frank Pieper, Joachim Int-Veen und Regina Schneider

Foto: arfi

Alle ehemaligen Direktoren mit Frank Pieper, der einen symbolischen Schlüssel erhält: (von links) Marie-Louise Jordans-Theußen, Karlheinz Kockerols, Heike Tuda, Frank Pieper, Joachim Int-Veen und Regina Schneider

50 Jahre, nachdem die Schule ihren Betrieb aufnahm, ist nun Schluss. Wehmütige Worte zum Abschied. Schlüsselübergabe an Gesamtschulleiter Pieper.

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Xanten. Schluss, aus, vorbei: Die Walter-Bader-Realschule Xanten ist Geschichte. 50 Jahre, nachdem die Schule ihren Betrieb aufgenommen hat und Schulleiter Herbert Latzel die ersten Schüler begrüßen konnte, gehört sie jetzt der Vergangenheit an. Aber weil jedes Ende auch ein neuer Anfang ist, lebt ihr Geist in der Gesamtschule Xanten/Sonsbeck weiter. Heike Tuda, die genauso alt ist wie die Schule, die sie die vergangenen fünf Jahren kommissarisch geleitet hat, übergab den symbolischen Schlüssel an den Leiter der Gesamtschule, Frank Pieper.

Auch wenn Xanten jetzt um eine Bildungseinrichtung ärmer geworden ist, gab es doch auch einen guten Grund, gemeinsam mit ehemaligen Schülern und Lehrern zu feiern. Die Bürgermeister von Xanten und Sonsbeck, Thomas Görtz und Heiko Schmidt, waren zur Geburtstagsfeier gekommen, nahmen mit den Schulleitern Joachim Int-Veen, Karl-Heinz Kockerols, Marie-Luise Jordans-Theußen, Regina Schneider und weiteren Gästen, darunter auch Dezernent Frödrich, Abschied von einer Schule, die, so Görtz auch im Namen seines Amtskollegen Schmidt, von „Beginn an versucht hat, etwas anders zu sein“, eine Schule, die seit 1987 den Namen eines Mannes getragen habe, der nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich am Wiederaufbau der Stadt beteiligt war, eine Schule mit besonderer Affinität zu Technik und Informatik.

„Die Schule hat Brücken gebaut zu Vereinen, Kirchen, der Politik. Eine Lern- und Lebensgemeinschaft, die für mich auch immer ein Stück Heimat, Zuhause gewesen ist“, resümierte Int-Veen in einem Festakt im Forum der Schule und erinnerte an die erfolgreiche Schülerzeitung „Pupille“, den ersten Mofa-Kurs, den Informatikkurs und die AG Computer, zu der jeder aus seinem privaten Fundus Material anschleppte, beispielsweise den Commodore 64. Int-Veen sprach von einer wertvollen, altersverbindenden, zukunftsorientierten Ausbildung, die mehrere tausend junge Menschen hier erhalten hätten. „Wir feiern 50 Jahre erfolgreiche Bildungsarbeit.“ Kritische Worte fand Kockerols bei der Geburtstags-Abschiedsfeier. Die Walter-Bader-Realschule sei „Opfer einer verfehlten, ideologisch gefärbten Schulpolitik geworden“, so der ehemalige Schulleiter.

Jordans-Theußen konnte sich noch gut an das Jahr 1974 erinnern, als der erste Abschlussjahrgang entlassen wurde und Deutschland Fußball-Weltmeister geworden ist. 19 Kollegen seien sie gewesen, hätten Wetten auf jedes Spiel abgegeben. „Von dem Geld haben wir bei uns auf dem Hof eine große Party gefeiert – wir waren ja Weltmeister!“ In ihre Zeit als Schulleiterin fiel die Einführung der Doppelstunden, die Nachmittagsbetreuung, die Errichtung einer Bläserklasse und eines Bistros, in dem Mütter und Väter ehrenamtlich jede Menge Brötchen belegt und Obst für die Schüler geschnippelt hätten.

Schneider, Vierte im Bunde der ehemaligen Schulleiterinnen und -leiter, schätzte vor allem eines: „Die positive Hinwendung zu jedem einzelnen Schüler, das war für mich das Besondere an der Realschule“. Die Realschule habe sich als Schule mit Courage, Schule gegen Rassismus einen Namen gemacht, habe sich dank des Lehrers Christian Hauck, der selber Schüler hier war, zu einer Medienschule entwickelt, sich intensiv mit Aids und der Prävention auseinandergesetzt, nachdem ein Mitschüler an dieser Immunkrankheit verstarb. Sie sei fest überzeugt, dass viele Elemente des Miteinander-Lernens an der Realschule auch in der Gesamtschule weitergeführt werden.

Die knapp 700 verbliebenen Schüler in fünf Jahren erfolgreich zum Schulabschluss zu bringen, das „war unsere Aufgabe“, so Tuda. „Jedes Jahr wurden es nicht nur immer weniger Schüler, auch das Kollegium wurde immer kleiner“.

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