- Ein Mediziner in Wesel ist angeklagt, 2016 eine Minderjährige unsittlich berührt zu haben
- Die Richter haben den Prozess vertagt, die Therapeutin der Schülerin wird als Zeugin vorgeladen
- Viele Jahre lang behandelte der Mediziner die Klägerin wegen unterschiedlicher Beschwerden
Die drei Richter des Schöffengerichts haben den Prozess um den möglichen sexuellen Missbrauch einer Minderjährigen vertagt, für den nächsten Termin wird die Therapeutin der Klägerin als Zeugin geladen. Ein Mediziner wird in zwei Fällen aus dem Jahr 2016 beschuldigt, die damals 15-Jährige sexuell missbraucht zu haben.
Nach Angabe des Arztes war die Minderjährige jahrelang wegen wechselnder Beschwerden bei ihm in Behandlung. Aufgrund anhaltender Bauchschmerzen habe er im Januar 2016 eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt.
Verstärkte Zweifel
Die Schülerin sagte aus, der Mediziner habe sie zunächst im Leistenbereich abgetastet und dann auch unsittlich im Intimbereich berührt. Erst habe sie gedacht, das sei medizinisch notwendig gewesen. Bis der zweite Fall ihre Zweifel verstärkten.
Im Mai 2016 wollte die Schülerin nur ein Rezept abholen, um durch die Einnahme von Tabletten die Auswirkungen ihrer Pollen-Allergie zu reduzieren. Zufällig sei ihr der Mediziner begegnet, der sie gebeten habe, ins Sprechzimmer zu kommen.
Widersprüchliche Aussagen
Nach Aussage des Arztes klärte er sie erst über Hyposensibilisierungs-Maßnahmen auf, so dass sich mithilfe späterer Injektionen ihre allergischen Reaktionen verringern sollten. Anschließend habe er sie zur Kontrolle der Atemwege mit einem Stethoskop abgehört. Die Schülerin sagte aus, sie habe es auf Bitte des Mediziners danach in der Hand gehalten, dann habe der Arzt eine ihrer Brüste berührt und ihr die Frage gestellt, ob sie einen Freund habe. Nach der Behandlung habe er sie in den Arm genommen. „Er hat gesagt, er ist in mich verliebt“, so die Klägerin. Der Angeklagte stritt dies ab.
Am gleichen Tag hatte die Schülerin ihre Therapeutin besucht, die sie bereits seit Jahren psychologisch betreut. Grund dafür sind fortwährende familiäre Probleme. Die Therapeutin hatte ihr auch geraten, Anzeige gegen den Mediziner zu erstatten. Die Psychologin soll beim nächsten Prozesstag zur Wahrheitsfindung beitragen.


