Flüchtlinge

Asyl-Containerdorf in Hamminkeln ist nun komplett

Schlicht und funktionell sind die neuen Flüchtlings-Container an der Straße Daßhorst in Hamminkeln. Bürgermeister Bernd Romanski erinnern sie an Chalets auf niederländischen Campingplätzen.

Schlicht und funktionell sind die neuen Flüchtlings-Container an der Straße Daßhorst in Hamminkeln. Bürgermeister Bernd Romanski erinnern sie an Chalets auf niederländischen Campingplätzen.

Foto: Foto: Gerd Hermann

Hamminkeln.   Die Hamminkelner Firma Loskamp Bauregie hat die Container konzipiert, gebaut und komplett ausgestattet

Nun sind auch die letzten Container für die Asylunterkunft an der Daßhorst in Hamminkeln geliefert worden. Bei Vollbelegung hätten jetzt 244 Personen Platz in den Unterkünften, die sehr stark an Chalets auf niederländischen Campingplätzen erinnern. 1,8 Millionen Euro hat sich die Stadt die 56 Container für vier Personen und zehn Container für sechs Personen kosten lassen. Seit April wurden die Wohnungen auf dem Gelände aufgebaut, Erschließungsstraße, Kanalanschluss und Groß-Generator für die Stromversorgung inklusive.

Vom Eingang geht es sofort in einen kleinen Sitzbereich mit Tisch und vier Stühlen, einer Küchenzeile plus Elektroherd. Rechts liegt der Schlafraum, in dem vier Betten, jeweils auf beiden Seiten zwei übereinander, stehen. Weiß und ein wenig dunkles Holzfurnier dominieren die Unterkünfte, die die Hamminkelner Firma Loskamp Bauregie konzipiert und realisiert hat. Nach links geht es zu einem kleinen funktionalen Bad mit Dusche. Pro Container gibt es jeweils zwei Wohneinheiten, die spiegelverkehrt eingerichtet sind. Loskamp hat die Container nicht nur schlüsselfertig geliefert, sondern alle auch direkt mit Bettwäsche, Kleiderbügeln, Geschirr und halt so allem, was man erst einmal dringend benötigt. Und alles ist schön geordnet: Wer das Bett mit der gelben Bettwäsche bekommt, dem gehört auch der Kleiderschrank mit dem gelben Punkt. Ein System, für das keine Deutschkenntnisse nötig sind. Apropos Sprache. In jedem Container liegt ein Willkommensgruß auf arabisch, in dem auch die Benutzung der Einrichtungsgegenstände erklärt ist.

Gegen eine kleine Gebühr können die Flüchtlinge sowohl W-Lan als auch Satelliten-Fernsehen nutzen. In umgebauten Fertiggaragen stehen Trockner und Waschmaschinen zur Verfügung, monatlicher Putzplan inklusive. Ein sogenannter Kümmerer von der Stadt steht den Bewohnern vor Ort zur Verfügung, als Hausmeister und „Mädchen für alles“. Außerdem kümmern sich die Ehrenamtler der Flüchtlingshilfe um die Menschen, haben in einem als Besprechungsraum umgebauten Container bereits die ersten Kinder betreut und nutzen den Raum auch für sonstige Aktivitäten.

Insgesamt leben zur Zeit 580 Flüchtlinge in Hamminkeln, die mitten im Asylverfahren stecken und zur Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nach Essen fahren, um dort mit den Entscheidern zu reden.

Wieviele Flüchtlinge Hamminkeln künftig noch aufnehmen muss, kann niemand seriös sagen. Aber Bürgermeister Bernd Romanski würde eine Vollbelegung des „Dörfchens“ gerne vermeiden, wenn denn möglich. Er betont auch die, in seinen Augen, geringen Investitionskosten von 6500 Euro pro Flüchtling für diese ansehnliche Containerlösung.

Zumal, und das ist das charmante an dieser Unterbringungsmöglichkeit, die Container weiter verwertet werden können, wenn sie nicht mehr als Unterkünfte für Flüchtlinge gebraucht werden. Bürgermeister Bernd Romanski: „Ich könnte mir vorstellen, dass sie auch auf Campingplätzen oder großen Baustellen zum Einsatz kommen könnten.“

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