Geographie & Tourismus

Lauschiges Plätzchen und gelbe Boje markieren Wesels Mitte

Das THW bringt die gelbe Boje an den physikalischen Schwerpunkt der Hansestadt.

Foto: Heiko Kempken

Das THW bringt die gelbe Boje an den physikalischen Schwerpunkt der Hansestadt. Foto: Heiko Kempken

Wesel.   Gestalteter Geographischer Mittelpunkt sowie physikalischer Schwerpunkt der Stadt Wesel offiziell eingeweiht. Sie liegen am und im Auesee.

„Die Lage wenige Meter neben dem Rundwanderweg ist natürlich ein Glücksfall“, sagte Vermessungsingenieur Hermann-Josef Jaeger am Rande der Einweihung des Geographischen Mittelpunktes von Wesel, den er selber ermittelt hat.

Die genauen UTM-Koordinaten lauten „Ost 32 333176, Nord 5727186“.

Ein 2,2 Tonnen schwerer Findling, der dank einer Spende der Firma Hülskens angeschafft wurde, kennzeichnet diesen Mittelpunkt der Hansestadt auf der Halbinsel am Auesee unweit des Ufers.

Bereits am Vorabend hatte Bürgermeisterin Ulrike Westkamp sich den für rund 6000 Euro gestalteten Platz mit dem Riesenstein, einer Info-Tafel, zwei Bänken und Papierkörben angesehen und festgestellt: „Das ist hier vor allem in der Abendsonne ein richtig lauschiges Plätzchen.“

Antrag von Ratsherr Jürgen Lantermann

Die Bürgermeisterin erläuterte, dass letztlich die Berichterstattung der NRZ zu der Überlegung geführt habe, den Geographischen Mittelpunkt öffentlich sichtbar zu machen. Ratsherr Jürgen Lantermann hatte im April 2013 beantragt, die bis dahin unscheinbare und nahezu unbeachtete Stelle zu gestalten.

Der Vorschlag sei dann am Runden Tisch „Auesee“ diskutiert und für gut befunden worden, so Westkamp weiter.

Die Idee, die Geographischen Mittelpunkt zu markieren, war auch ein Teil der Maßnahmen des Tourismuskonzepts der Stadt, erklärte die Bürgermeisterin, die sich überzeugt gab, dass diese Stelle von Weseler Bürgern aber auch Gästen gezielt aufgesucht werde.

Im kommenden Herbst werden noch drei heimische vom Nabu ausgesuchte Bäume auf der Fläche, die der ASG gestaltet hat, gepflanzt.

Doch nicht nur der imposante Findling an Land, sondern auch eine leuchtend gelbe Boje auf dem Auesee etwa 500 Meter entfernt, kennzeichnet einen Mittelpunkt der Hansestadt: Hier liegt quasi der „physikalische Schwerpunkt“ Wesels.

THW-Ortgruppe Wesel bringt die Boje auf den See

Mit der Hilfe der Tauchsportgemeinschaft Wesel und des Technischen Hilfswerks wurde diese Stelle vom Ufer aus gut sichtbar markiert.

Die Firma Hülskens hat auch hierzu die Boje sowie das Befestigungsmaterial mit der Verankerung gespendet.

„Der Auesee und damit Wesel ist damit um eine, beziehungsweise zwei touristische Attraktionen reicher“, freute sich Ulrike Westkamp.

>>> ES HÄNGT VON DER BERECHNUNGSMETHODE AB

Unterschiedliche Berechnungsmethoden des geographischen Mittelpunktes liefern unterschiedliche Ergebnisse“, erläutert Vermessungs-Ingenieur Klaus Eßmann von der Kreisverwaltung. Er hatte schon vor einigen Jahren als Auftragsarbeit für den Mittelpunkt Wesels die Koordinaten „X= 2540650, Y= 5726323“ ermittelt.

Nachdem die NRZ im Jahr 2011 über die bis dato unbekannte Besonderheit am Auesee berichtet hatte, entstand die Idee der Kennzeichnung.

Man sollte die Angabe geographischer Mittelpunkte aber nicht allzu ernst nehmen, rät Eßmann.

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