Unwetter

Hamminkelner berichten von Windhose - niemand verletzt

Der Sportplatz des Hamminkelner SV an der Roßmühle: Ein Unwetter hat erheblichen Schaden angerichtet. Der Kunstrasen, Werbeschilder, Tore und Kabinen wurden weggerissen.

Foto: Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Der Sportplatz des Hamminkelner SV an der Roßmühle: Ein Unwetter hat erheblichen Schaden angerichtet. Der Kunstrasen, Werbeschilder, Tore und Kabinen wurden weggerissen. Foto: Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Wesel.  Die Freiwillige Feuerwehr Hamminkeln ist Donnerstagabend zu einem unwetterbedingten Einsatz ausgerückt. Anwohner berichten von einer Windhose.

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Ein Unwetter hat am Donnerstagabend Hamminkeln heimgesucht. Verletzt wurde zwar niemand, aber der Sachschaden ist enorm. Vor allem den Hamminkelner Sportverein an der Roßmühle und den katholischen Kindergarten Arche an der Diersfordter Straße traf der heftige Wind arg. Die Freiwillige Feuerwehr Hamminkeln musste gegen 19 Uhr ausrücken. Anwohner berichten von einer Windhose, so die Feuerwehr.

Gottfried Bückmann, Vorsitzender des Hamminkelner Sportvereins, war am Freitag angesichts der Verwüstungen, die an der Sportanlage verursacht worden waren, geschockt: „Das hab ich mir nicht vorstellen können.“ Er ist erst einmal heilfroh, dass niemand zu Schaden kam. „Zehn Minuten vorher haben hier noch zwei Jugendmannschaften trainiert. Gott sei Dank haben die Trainer schnell reagiert und das Training abgebrochen“, zeigte sich Bückmann trotz der immensen Schäden erst einmal erleichtert.

Kunstrasen wurde angehoben

Und dann listet er auf. Auf dem Kunstrasenplatz wurden etwa 1000 Quadratmeter Boden angehoben und teilweise zerrissen, so dass der wirklich schwere Belag jetzt in Wellen auf der Fläche liegt. Den bekommt man nicht mal eben mit ein paar starken Männern wieder gerade gezogen. Der Wind riss ein Tor aus der Verankerung und wehte es zum benachbarten Landwirt herüber. Auch die Trainer- und Spielerbank, deren Überdachung einbetoniert war, muss wohl quer über den Platz geflogen sein, denn am Freitag lag sie am Kassenhäuschen. „Das ist jetzt auch ein wenig verschoben“, erzählte Bückmann der Redaktion. Dabei ist das eigentlich bruchsichere Glas an den Wänden in Tausend Scherben zerborsten und liegt nun quer über den ganzen Platz verstreut.

Teile der Werbebanner vom Spielfeldrand wurden ebenfalls abgerissen und ins benachbarte Wohngebiet bis hin zur Blumenkamper Straße geschleudert. „Uns hat ein Anwohner angerufen und gesagt, dass die Werbung bei ihm im Vorgarten stecken geblieben ist und wir sie gerne abholen können“, berichtete der Vereinsvorsitzende. Auf 30 Meter Breite schätzt er die Schneise, die die Windhose gerissen hat. Vollkommen fassungslos ist er angesichts der Tatsache, dass ein bewegliches Trainingstor über den zwei Meter hohen Industriezaun, der die Platzanlage umgibt, geflogen ist und sich auf dem Schützenplatz wiederfand: „So ein Teil bietet doch eigentlich keine Angriffsfläche für den Wind.“

Spiele erstmal abgesagt

Die Jugendspiele, die am Samstag und Sonntag, auf der HSV-Anlage ausgetragen werden sollten, hat der Verein erst einmal abgesagt. Die erste und dritte Mannschaft spielen auswärts, was mit der zweiten Mannschaft wird, musste Freitag noch geklärt werden. Der Trainingsbetrieb wird erst einmal nur eingeschränkt möglich sein. Nun hofft Gottfried Bückmann auf die Einsatzbereitschaft der Vereinsmitglieder, um den Platz, soweit es geht, wieder herzurichten. „Die Mitglieder haben uns noch nie im Stich gelassen“, ist der Vorsitzende optimistisch. Nun gilt es erst einmal, Kostenvoranschläge rein zu holen und mit der Versicherung zu verhandeln.

Auch der katholische Kindergarten Arche Noah hat unter dem Unwetter gelitten. Das Trampolin auf der Außenanlage ist umgestürzt und das Dach in Teilen abgedeckt. Das gilt auch für einige Dächer im benachbarten Wohngebiet. Bürgermeister Bernd Romanski zeigte sich vor allem erleichtert, dass niemand verletzt wurde. Zumal Donnerstagabend im Forum der Heinrich-Meyer-Realschule noch Simne Fleck anlässlich des Frauentags gastiert und viele Besucher angezogen hatte. Romanski: „Da darf man gar nicht drüber nachdenken, was alles hätte passieren können.“

Im benachbarten Kreis Kleve sind bei der Feuerwehr keine Meldungen wegen Sturmschäden eingegangen. Es habe laut Leitstelle ein Gewitter gegeben. Doch die Feuerwehr wurde nicht alarmiert.

Malte Witt, Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst, kann eine Windhose nicht auf Anhieb bestätigen. Dazu müsse man sich die Schäden vor Ort genau ansehen und die Daten intensiv analysieren. Es habe jedoch eine "markante Gewitterzelle" gegeben, die zwischen 18.30 und 18.50 Uhr über Hamminkeln hinweggezogen war. "Dass es zu Sturmböen gekommen ist, halte ich für relativ plausibel", so der Meteorologe. (mit red)

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