Nach einer großen Sicherheitspanne bemüht sich der US-Zahlungsdienstleister Paypal um Schadensbegrenzung. Von gestoppten Zahlungen Betroffene sollen laut dem Unternehmen möglichst schnell an ihr Geld kommen. „Alle rechtmäßigen Transaktionen der Händlerinnen und Händler werden vollständig erstattet“, sagte eine Paypal-Sprecherin am Freitag.
Bei Paypal waren vor knapp einer Woche Sicherheitssysteme ausgefallen, die betrügerische Lastschriften herausfiltern sollen. Daraufhin hatten etliche Banken in Deutschland von der Paypal-Bank in Luxemburg weitergereichte Lastschriften mit einer Gesamtsumme im zweistelligen Milliardenbereich gestoppt. Dabei ging es um Lastschriften, bei denen Paypal das Geld vom Bankkonto der Kunden einzieht, nachdem diese etwa Waren im Internet gekauft haben.
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Probleme bei Paypal fielen wegen hoher Lastschriften schnell auf
Banken fiel schnell auf, dass die unter den regulären Lastschriften auch betrügerische eingingen – ungewöhnlich erschien vor allem deren Höhe. Nach dpa-Informationen überschritt eine einzige betrügerische Lastschrift allein die Schwelle von einer Milliarde Euro. Andere Lastschriften hätten im dreistelligen Millionenbereich gelegen. „Wer stellt schon eine Lastschrift in diesen Größenordnungen aus?“, sagte ein Branchen-Insider. Von dem Vorfall seien vor allem die Händler betroffen gewesen, die wegen der Blockade der Banken nicht oder nur mit Verzögerung an ihr Geld kommen. Doch auch bei den Kundinnen und Kunden ist die Verunsicherung offenbar groß.
„Der Zahlungsdienstleister muss seine Kundinnen und Kunden schnell aufklären, anstatt sie mit falschen Aussagen zur Kontodeckung zu verunsichern“, erklärte die Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Ramona Pop. Die Vorgänge offenbarten „einmal mehr mehr die Abhängigkeit von US-Zahlungsdienstleistern. Hier braucht es mehr europäische Alternativen auf dem Markt.“
„Gleichzeitig sorgen E-Mails von Paypal an Nutzer:innen für Verunsicherung, wonach ihr Konto unzureichend gedeckt sei und Bearbeitungsgebühren angekündigt werden“, erklärte die Verbraucherzentrale. „Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher keine Schuld an einer gescheiterten Zahlung haben, dürfen ihnen keine Bearbeitungsgebühren auferlegt werden“, fuhr Popp fort. „Sollte Paypal unberechtigte Bearbeitungsgebühren verlangen, wird die Verbraucherzentrale den Klageweg prüfen.“
Nach PayPal-Panne: Kontoumsätze regelmäßig prüfen
Eine Sprecherin der Deutschen Kreditwirtschaft verwies darauf, dass Paypal gemeinsam mit den Finanzinstituten daran arbeite, die restlichen betroffenen Transaktionen zu korrigieren. „Banken und Sparkassen empfehlen generell, die Kontoumsätze regelmäßig auf unberechtigte Abbuchungen zu überprüfen.“
Paypal ist der mit Abstand wichtigste Online-Zahlungsdienst auf dem deutschen Markt mit einem Anteil von etwa knapp 30 Prozent bei Online-Einkäufen. Das Unternehmen entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten. „Sicherheit hat für uns nach wie vor die höchste Priorität.“ Wenn Probleme aufträten, würden Verbraucher sowie Händler durch den Käufer- und Verkäuferschutz von Paypal unterstützt. „Die Störung ist inzwischen behoben und wir arbeiten eng mit unseren Bankpartnern zusammen, um eventuelle Unstimmigkeiten auf den Konten der Kundinnen und Kunden zu klären.“
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Bankenverband: Aufarbeitung noch bis kommende Woche
Ein Sprecher des Deutschen Sparkassenverbands DSGV sagte hingegen, es habe leider etwas Zeit benötigt, um mit Paypal ein gemeinsames Verständnis darüber zu erzielen, welche Abläufe zwingend erforderlich seien, um wirklich alle Fälle abarbeiten zu können. „Wir sind nach jetzigem Stand aber zuversichtlich, dass es in der Zusammenarbeit mit dem Zahlungsdienstleister möglich sein wird, bis Mitte kommender Woche alles erledigt zu haben.“
Der Chef der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), Thomas Groß, hatte am Donnerstag bei den Halbjahreszahlen darauf hingewiesen, dass der Zahlungsverkehr seit Dienstag wieder normal laufe, „natürlich unter intensiver Beobachtung“. Wegen der Störungen zuvor müssten etliche Transaktionen nachbearbeitet werden. Das werde „weitestgehend automatisiert“, in Einzelfällen aber auch manuell.
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Ein Branchen-Experte sagte, bundesweit handle es sich um eine sechsstellige Zahl von zuvor blockierten Transaktionen, die nun einzeln begutachtet werden müssen.
lro/dpa/AFP



