Noch immer zahlen viele Deutsche am liebsten mit Münzen und Scheinen. Aber der Anteil der Karten- oder App-Zahler steigt seit Jahren stetig. Das muss nicht automatisch etwas mit einer möglicherweise erloschenen Liebe zum Bargeld zu tun haben, sondern ist eher ein Zeichen von Bequemlichkeit: Wer mit Kreditkarte oder Apps zahlt, muss nicht zum Geldautomaten rennen.

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Manchmal kann man sich als Verbraucher ärgern, wenn es Restaurants oder andere Geschäfte gibt, die partout keine Kartenzahlung akzeptieren wollen. Sicher, die Technik kann mal streiken, aber gänzlich auf elektronische Bezahlvarianten zu verzichten, ist nicht mehr zeitgemäß. In Nordeuropa oder Großbritannien würde man dafür als Gewerbetreibender jedoch sicher mehr böse Blicke ernten als hierzulande.

Münzen und Scheinen können von Rechnungen schnell verschwinden

Die Koalition will nun Händlern und Gastronomen vorschreiben, eine bargeldlose Bezahlvariante vorzuhalten. Das sorgt für Aufregung. Dabei geht es aber nicht darum, ein gänzliches Aus des Bargelds in ganz ferner Zukunft vorzubereiten. Stattdessen will man dem sich ändernden Bezahlverhalten Rechnung tragen und versuchen, Steuerbetrug einzudämmen. Denn klar ist: Kartenzahlungen gibt es bei Kriminellen eher selten – was sich übrigens vor allem auf die Seite der Gewerbetreibenden bezieht, die angenommene Münzen und Scheine schneller von Rechnungen verschwinden lassen können, als es mit elektronischen Bezahlvorgängen möglich ist.

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Dominik Bath ist Redakteur für Politik & Wirtschaft in der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer

Wer Steuerbetrug wirkungsvoll eindämmen will, muss aber noch mehr machen. Deutschland gilt innerhalb der EU nach wie vor als Geldwäscheparadies. Will man das ändern, braucht es schärfere Kontrollen und auch striktere Vorgaben. In Zeiten klammer Sozialkassen können wir uns das berühmte „ein Auge zudrücken“ in dieser Hinsicht gesellschaftlich einfach nicht mehr leisten.