- Immer mehr Aggressionen: Warum der Alltag für Paketzusteller zum Risiko wird
- DHL-Vorständin packt aus – das sind die häufigsten Gründe für Konflikte
- Ein Fall sorgte kürzlich für Schlagzeilen
Die Zahl der Paketsendungen in Deutschland steigt kontinuierlich an – und mit ihr wachsen offenbar auch die Konflikte. Nach Daten des Bundesverbands Paket- und Expresslogistik wurden im vergangenen Jahr 4,29 Milliarden Sendungen ausgeliefert, 115 Millionen Pakete mehr als im Jahr zuvor. Marktführer ist dabei DHL. Und deren Chefin für das deutsche Paket- und Postgeschäft, Nikola Hagleitner, stellt zunehmend Aggressionen gegen Zustellerinnen und Zusteller fest.
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„Während Corona waren unsere Zusteller noch die Helden des Alltags. Jetzt werden sie häufig angepöbelt“, sagte die gebürtige Österreicherin dieser Redaktion. Vor allem beim Parken würde es Konflikte geben. Nicht häufig, aber doch „vermehrt“ komme es sogar zu Handgreiflichkeiten gegen Zusteller. „Wir gehen dem nach und erstatten Anzeige, wenn unsere Zusteller angegangen werden“, betonte Hagleitner. Die Post schule ihre Mitarbeiter mit Deeskalationstrainings, im Konfliktfall habe zudem die eigene Unversehrtheit immer Vorrang. Die überwiegende Mehrheit der Bürger schätze zudem die Arbeit der Zusteller, so die DHL-Vorständin.

Post: DHL-Vorständin verteidigt Entlassung von Zusteller nach Prügelei
Ein Fall hatte zuletzt bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: In Herne hatte ein 21-Jähriger DHL-Bote auf ein Paar eingeschlagen. Das Video verbreitete sich wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken. Später wurde ein zweites Video bekannt, auf dem zu hören war, wie der DHL-Bote vor der Eskalation des Konflikts beleidigt worden war. Grund des Konflikts war offenbar der geparkte Lieferwagen. Der 21-Jährige wurde von der DHL entlassen, zuletzt bat er auf der Online-Plattform Tiktok um Spenden.
Hagleitner verteidigte die Entlassung des DHL-Zustellers. „Natürlich berührt es mich, dass der Zusteller vorher provoziert worden ist. Das ist fürchterlich. Aber wir werden Gewalt nie akzeptieren. Da ist eine tiefrote Linie gerissen worden“, sagte sie. Der betroffene Zusteller soll Medienberichten zufolge polizeibekannt gewesen sein, unter anderem wegen Körperverletzung, Diebstahl und Sachbeschädigung. Allerdings habe er bei seiner Einstellung ein sauberes Führungszeugnis vorweisen können, stellte Hagleitner klar. „Wir verlangen generell Führungszeugnisse, bevor wir Zusteller einstellen“, erklärte die DHL-Vorständin.
Grundsätzlich finde man auch genug qualifiziertes Personal, auch wenn man den demografischen Wandel spüre und es vor allem in den Großstädten schwieriger werde, so Hagleitner.



