Nach nur wenigen Wochen der Suche hat die Bundesregierung eine neue Bahnchefin gefunden. Bemerkenswert ist allein zunächst die Tatsache, dass in der Männerwelt Bahn künftig eine Frau im Führerstand sitzt. Doch für die Bewertung der Auswahl sollte dies keine Rolle spielen. Es ist zugleich ein Indiz für das Desinteresse der mit Großunternehmen bereits erfahrenen Manager am Job des Bahnchefs. Wer wirklich gut ist, verdient anderswo viel mehr und muss sich nicht mit einer ständig nörgelnden Öffentlichkeit herumplagen, Interviews geben und sich Politikern stellen. Der Verdacht liegt nahe, dass die Zahl der ernsthaften Bewerber überschaubar geblieben ist.

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Doch das spricht nicht gegen die Entscheidung, einerseits eine interne Lösung zu präferieren, andererseits eine Frau aus der Etage unter dem Vorstandschef nach oben zu hieven. Im Gegenteil. Die Bahn braucht eine Rosskur und Führungspersonal, das es mit einer Erneuerung ernst meint. Dass sie dafür steht, hat Evelyn Palla bewiesen. In ihrem Bereich, dem Regionalverkehr, hat sie die Formel angewendet, die auch für das Große und Ganze erfolgreich sein kann. Sie hat die Verantwortung für das tägliche Geschäft aus der Zentrale an die Regionen überwiesen und damit Erfolg gehabt.

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#13 Volker Wissing über Heldentum, Verrat und Christian Lindner
Meine schwerste Entscheidung
 

Neuer Führungsstil bei der Bahn: Palla als Chance für Wandel

Der Bahnkonzern leidet ja auch unter den jahrzehntelang aufgebauten Hierarchien, die ihn träge und wenig effizient werden ließen. Das könnte sich unter Palla ändern. Diese Management-Qualitäten hat sie bereits unter Beweis gestellt.

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Allerdings hält der Job der Bahnchefin noch einige weitere Anforderungen parat. Palla wird zu öffentlichen Person, die auch immer wieder erklären muss, was sie warum tut. Vor allem auch, warum das eine oder andere immer wieder schiefgeht. Leicht ist das nicht. Aber eine motivierte Aufsteigerin kommt damit vielleicht besser klar als ein kritikentwöhnter Supermanager.