Schaut man sich Airbnb und die Europäische Union an, ist es eigentlich gelaufen wie immer mit Blick auf US-amerikanische Plattform-Giganten. Konzerne wie Amazon, Google oder eben der Anbieter für Kurzzeitvermietungen rollen irgendein strukturveränderndes Geschäftsmodell über den Kontinent aus – und Europa reagiert erst, wenn man eigentlich schon zu lange zugeschaut hat.

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Im Falle von Airbnb und anderen Kurzzeitvermietungsplattform sind die Folgen besonders einschneidend für Städte. Weil über die Internetangebote dauerhaft ohnehin schon knapper Wohnraum an Touristen geht, fehlt er dem regulären Mietmarkt. Viele Metropolen gehen dagegen seit Jahren vor, versuchen die Zahl der vermieteten Ferienwohnungen einzudämmen. Man ließ Unterkünfte registrieren, es gibt zum Teil Begrenzung was die Anzahl der vermieteten Tage angeht. Jetzt versucht sich Brüssel an einer schärferen, EU-weiten Regulierung. Es bleibt abzuwarten, was daraus wird.

Airbnb: Dass in Deutschland zu wenig Wohnungen gebaut werden, ist kein Naturgesetz

Und Airbnb? Als die Firma 2007 in San Francisco gegründet wurde, ließen die beiden ersten Gastgeber drei Gäste bei sich zuhause übernachten. Damals ging es um Wohnen auf Zeit in einer „echten“ Wohnung, wenn die Bewohner mal eine Zeitlang nicht selbst dort waren oder ein Zimmer übrig hatten. Heute ist aus der romantischen Idee, mit Reisen in das Leben der Einheimischen einzutauchen, ein Milliardenbusiness geworden. Und Gastgeber trifft man fast gar nicht mehr, stattdessen stehen hinter den Inseraten professionelle Anbieter.

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Dominik Bath ist Redakteur für Politik & Wirtschaft in der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer

Aber: Am Wohnungsmangel selbst ist nicht in erster Linie Airbnb Schuld. Dass in Deutschland zu wenig Wohnungen gebaut werden, ist kein Naturgesetz. Es gilt, Verfahren zu beschleunigen und Hürden abzubauen. Solche Maßnahmen zu ergreifen, wäre richtig.