Ein US-Unternehmen will Holz entwickelt haben, das zehnmal stabiler im Verhältnis zu seinem Gewicht ist als Stahl. Das Holz wird dabei mit Chemikalien behandelt, um die im Holz vorhandene Zellulose zu stärken und es so zu einem besseren Baumaterial zu machen, berichtet der US-Sender CNN.
Hinter der Entwicklung des Superholzes steht der Materialwissenschaftler Liangbing Hu, Professor an der Yale University und Mitgründer des Unternehmens InventWood. Hu setzte dabei auf Zellulose, die Hauptkomponente von Pflanzenfasern und nach seinen Angaben „das reichlichste Biopolymer der Welt“.
Das Holz werde in einem Chemikalienbad gekocht und anschließend heißgepresst, heißt es in dem CNN-Bericht. Dadurch werde es dichter und leichter. In einer im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichten Studie heißt es: „das resultierende Holz wies ein Festigkeits-Gewichts-Verhältnis auf, das höher war als das der meisten Strukturmetalle und -legierungen“.
Auch interessant
Wissenschaftler entwickelte das „Superholz“
Der Durchbruch gelang Hu laut CNN 2017, als er ein Verfahren entwickelte, um normales Holz chemisch zu behandeln und durch nachfolgendes Heißpressen auf zellulärer Ebene stark zu verdichten. Neben seiner extremen Festigkeit sei das Superholz bis zu 20-mal widerstandsfähiger gegen Dellen, feuerfester, resistent gegen Pilz- und Schädlingsbefall und dabei deutlich umweltfreundlicher als die Herstellung von Stahl.
Nach Jahren der Forschung und der Optimierung des Fertigungsprozesses habe Hu inzwischen über 140 Patente angemeldet. Nun bringt InventWood das „Superwood“ als kommerzielles Produkt auf den Markt. Allerdings wird es noch Zeit benötigen, um die Herstellung in größerem Maßstab wettbewerbsfähig zu machen, erklärte Alex Lau, CEO von InventWood, gegenüber dem US-Sender.
Bauen mit Holz laut Experten schon jetzt gute Alternative
Derzeit konzentriere sich InventWood auf Anwendungen im Außenbereich, wie zum Beispiel Terrassenbeläge oder Fassadenverkleidungen. Bereits 2024 sollen jedoch erste Anwendungen in Innenräumen folgen, darunter Fußböden, Wandpaneele und Möbel. Nicht weniger ambitioniert sind die langfristigen Ziele der Firma: Eines Tages könnten ganze Gebäude aus Superwood errichtet werden. Dies würde nicht nur leichtere, sondern auch erdbebenresistentere Bauwerke ermöglichen, während die Bauzeit verkürzt wird.
Auch interessant
Experten merken jedoch an, dass sogar Hochhäuser aus Holz schon jetzt technisch möglich sind und selten auch gebaut werden. Oft würden derartige Projekte nicht am Material scheitern, sondern an mangelnder Risikobereitschaft und Investitionswillen seitens der Baubranche.
lro




