Patrick Schnieder hatten vor der Bundestagswahl wohl nur die Wenigsten auf dem Schirm. Doch als Verkehrsminister fällt der CDU-Politiker auf: Zunächst warf er Bahnchef Richard Lutz raus und installierte mit Evelyn Palla zum ersten Mal in der Geschichte der Deutschen Bahn eine Chefin an der Spitze. Jetzt widmet sich Schnieder dem nächsten großen Projekt: Er will den Führerschein bezahlbarer machen.

Die Forderung aus dem Koalitionsvertrag klang von vornherein gut, nur wurde bezweifelt, dass sie sich umsetzen lassen würde. Die Erwartungshaltung: Makulatur, mehr nicht. Schnieder aber fegt die Bedenken mit der Brechstange weg. Ein Drittel der Theoriefragen will er streichen, die Fahrzeit bei der praktischen Prüfung reduzieren. Unterricht soll stärker digital stattfinden, das Fahren mit Schaltautos am Simulator erlernt werden. Und Fahrschulen sollen verdonnert werden, ihre Preise und ihre Durchfallquoten digital transparent zu machen. Vielen Fahrschulinhabern dürfte am Donnerstag schwindelig geworden sein, ist der Minister doch nicht nur durch die Tür, sondern gleich durch die ganze Fahrschulwand gebrochen.

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Tobias Kisling, Wirtschaftskorrespondent© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Führerschein soll billiger werden – aber bitte in professionellen Händen bleiben

Man muss Schnieder zugestehen: Er traut sich etwas. Tatsächlich bieten die Ansätze die Chance, die Kosten zu senken. Sie stellen aber auch eine Herausforderung dar, wie massiv entbürokratisiert und entschlackt werden soll, ohne dabei an der Verkehrssicherheit zu rütteln.

Für Diskussionen dürfte die sogenannte Laienausbildung nach österreichischem Vorbild sorgen. Dann könnten Eltern in die Fahrausbildung eingebunden werden. Hier ist Skepsis angebracht. Üben auf Verkehrsübungsplätzen: Ja, unbedingt und gerne preiswert. Aber die offizielle Ausbildung ist Aufgabe von geschultem Fachpersonal.