Antonio Logiudice ist ein pensionierter Mittelschullehrer. In seinen Jugendjahren hatte er eine kleine Kunstgalerie nahe der Lateranbasilika in Rom eröffnet. Darin stellten viele Künstler ihre Werke aus. Nach der Pensionierung entschloss sich Logiudice, die 120 Quadratmeter große Galerie in eine Ferienwohnung umzuwandeln. Das Apartment, das nur wenige Schritte vom Kolosseum entfernt ist, kann Gruppen von bis zu 12 Personen beherbergen. Der 62-Jährige vermietet es an Touristen aus aller Welt, vor allem an Amerikaner.

Fast das ganze Jahr über ist die Wohnung ausgebucht. Selbst im Januar, dem schwächsten aller Monate, ist seine Wohnung auf dem Onlineportal Airbnb nur noch an ganz wenigen Tagen verfügbar. Die große Nachfrage sorgt dafür, dass der Rentner sehr gut leben kann. „Wir haben den Vorteil, dass wir Gruppen aufnehmen können. Oft reisen mehrköpfige Familien, die eine größere Wohnung suchen“, berichtet Logiudice.

Italien: Kurzzeit-Vermietung über AirBnB verknappt Wohnraum für Einheimische

Für viele Italiener bedeutet die Vermietung von Wohnraum mehr als nur einen großzügigen Zuschuss. Viele Menschen haben ältere Häuser saniert, um sie als Kurzzeitmieten auf den Markt zu bringen. Für viele Italiener ist die Zimmervermietung inzwischen zu ihrem Haupterwerb und zum Geldsegen geworden. Die verhältnismäßig hohen Gewinnmargen haben dazu geführt, dass viele Wohnungseigentümer, die bis vor einigen Jahren ihre Apartments längerfristig vermieteten – zum Beispiel an Studenten –, diese nun Touristen anbieten.

Dies gilt vor allem in Rom, wo die Nachfrage nach Ferienwohnungen während des noch laufenden katholischen Jubiläumsjahres, das im Jahr 2025 über 32 Millionen Pilger in die Ewige Stadt geführt hat, besonders groß ist. Mit rund 400.000 Unterkünften ist Italien nach den USA und Frankreich inzwischen zum drittgrößten Anbieter auf dem Onlineportal Airbnb aufgestiegen.

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Doch der Boom der Ferienwohnungen verbirgt auch Schattenseiten. Denn er hat zur Entvölkerung ganzer Stadtzentren beigetragen, da die Wohnungen an Touristen und nicht mehr an Einheimische vermietet werden. Studenten und junge Familien suchen vergeblich nach Mieten zu vernünftigen Preisen, die den niedrigen Löhnen und Gehältern entsprechen. Die Regierung um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni greift daher jetzt zu Gegenmaßnahmen: So will sie ab 2026 den Steuerdruck der auf an Touristen vermieteten Ferienwohnungen von 21 auf 26 Prozent erhöhen. Damit soll die Steuerbelastung auf das Niveau steigen, das derzeit für längerfristige Mietverträge gilt. Ziel ist es, Langzeitmieten wieder günstiger zu gestalten – zum Vorteil der Einheimischen.

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Italien: Höhere Tourismus-Steuer ab 2026?

Die Erhöhung des Steuerdrucks auf Kurzzeitvermietungen sorgt für Spannungen innerhalb der Regierungskoalition in Rom. Die konservative Regierungspartei Forza Italia wehrt sich dagegen und bezeichnet die Maßnahme als „falsch und ungerecht“, denn sie würde vor allem kleine Wohnungsbesitzer belasten, die sich durch die Vermietung eines Apartments zusätzliches Geld verdienen.

Für Bedenken in der Tourismusbranche sorgt auch der Regierungsbeschluss, auch für das Jahr 2026 eine höhere Tourismusabgabe zu verlangen. In einigen Kunststädten kann die Kurtaxe sogar schon bis zu zwölf Euro pro Tag betragen. 70 Prozent der Einnahmen aus der Tourismussteuer sollen zur Finanzierung von Maßnahmen im Tourismus- und Denkmalschutz verwendet werden. Die Touristiker erwidern jedoch, die Kurtaxe würde das Budget der Besucher zu stark belasten und Italien als Urlaubsland im Vergleich zu anderen Konkurrenten wie Griechenland, Spanien und Kroatien unattraktiver machen.

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2024 haben die italienischen Kommunen insgesamt mehr als eine Milliarde Euro dank der Tourismussteuer kassiert, was einem Zuwachs von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, geht aus Angaben des italienischen Finanzministeriums hervor. Die Stadt mit den höchsten Einnahmen ist Rom. Die Hauptstadt kassierte 2024 287 Millionen Euro. 60 Prozent des Betrags stammen von Vier- und Fünf-Sterne-Hotels.

Die Kurtaxe ist bei Touristen unpopulär und sorge für kürzere Aufenthalte, warnen Touristiker. Inzwischen fordern italienische Hoteliers eine Neuordnung des Systems der Touristensteuer, die ihrer Ansicht nach die Konkurrenzfähigkeit von Italiens Fremdenverkehr belastet. In keinem anderen Land sei die Kurtaxe so hoch wie in Italien, beklagen sie.

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„Die Kurtaxe ist ein Element, das sich zweifellos negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen im Rahmen des internationalen Tourismus auswirkt“, warnt Barbara Casillo, Generaldirektorin des italienischen Hotelierverbands Confindustria Alberghi. Wichtig sei Transparenz. Man müsse Klarheit schaffen, wohin die Touristensteuer fließe und wozu sie verwendet werde. „Sie sollte eigentlich dem Tourismus zugutekommen, aber wir haben festgestellt, dass sie größtenteils in den Kassen der Gemeinden für allgemeine Zwecke landet. Es sollte eine Rechenschaftspflicht geben“, sagte Casillo.

Der Konsumentenschutzverband Codacons fordert die komplette Abschaffung der Steuer oder zumindest klare Transparenz: Die generierten Einnahmen würden vielfach zweckentfremdet benutzt – etwa zur Deckung von Haushaltslöchern statt für touristische Infrastruktur.