Wer in Deutschland pflegebedürftig ist, kann sich gerade noch glücklich schätzen. Denn irgendwie geht es ja doch immer. Das liegt an Gutmütigkeit, Engagement und auch daran, dass ab und zu mal ein Auge zu gedrückt wird. Oder anders gesagt: Dass uns gerade das deutsche Pflegesystem nicht auseinanderfliegt, liegt an den Beschäftigten, die dort tätig sind, die das wollen und die den Job durchziehen – gegen alle Widerstände.
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Doch das kann nicht so weiter gehen. Pflege in Deutschland – das ist häufig ein verwalteter Notstand. Derzeit gelten etwa 5,7 Millionen Menschen in Deutschland als pflegebedürftig. Es wird angenommen, dass diese Zahl bis zur Mitte des Jahrhunderts weiter deutlich ansteigt. Die Politik weiß, dass grundlegende Reformen nötig sind. Mit Blick auf die Finanzen, aber auch auf die Arbeit, die dort geleistet wird. Nötig ist eine Entlastung der Pflegekräfte, entweder durch mehr Personal oder dadurch, dass Dinge wegfallen. Weil man sie digital und weniger bürokratisch erledigen kann oder, weil man sie gänzlich lässt.
Pflege in Deutschland: Azubis sollte keine Lücken in Dienstplänen füllen
Dass das eigentlich schon jetzt nötig ist, zeigt der neuste Einblick ins Seelenleben der Pflegeauszubildenden. Viele sind unzufrieden, fühlen sich überfordert und zum Teil als billige Arbeitskraft missbraucht, weil sie Lücken in den Dienstplänen stopfen sollen. Eine solche Zustandsbeschreibung wäre in keinem Ausbildungsberuf angemessen, aber in einem solch gesellschaftlich wichtigen Lehrberuf ist so ein Befund sogar gesellschaftsgefährdend.

Sicher ist, dass man nicht nur Reformen braucht, die die Pflegeversicherung an sich stärken, sondern auch das Berufsbild von Pflegerinnen und Pflegern. Denn sonst wird die Pflege in Deutschland nicht am Geld scheitern, sondern an mangelnder Wertschätzung.




