Die Deutschen sind öfter krank – und melden sich von der Arbeit ab. Seit 2021 haben sich die Krankschreibungen, die bei den BKK-Krankenkassen eingegangen sind, deutlich erhöht, so eine neue Analyse. Das ist ein Befund, der zunächst mal so hinzunehmen ist. Wer krank ist, ist krank und sollte nicht arbeiten müssen, um sich auskurieren zu können.
Dennoch sind die Zahlen alarmierend. Auch, weil weitere Untersuchungen zeigten, dass die Deutschen teils doppelt so oft krank sind, wie Arbeitnehmer im europäischen Ausland. Kulantere Regelungen, was notwendige Krankschreibungen und Lohnfortzahlung in Deutschland angeht, sehen Experten als Gründe dafür. Wobei es auch keinen Grund gibt, anzunehmen, dass große Teile der Arbeitnehmer die Regelungen, die ihnen der Gesetzgeber bietet, nutzen, um blauzumachen.
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Krankentage: Sind Arbeitnehmer krank, sinkt die wirtschaftliche Produktivität
Für die Wirtschaft aber ist der hohe Krankenstand fraglos ein Problem. Nicht nur monetär, weil jedes Jahr Milliardenbeträge für die Lohnfortzahlung fällig werden, sondern vor allem mit Blick auf die eigene Entwicklung: Sind Mitarbeiter viel krank, sinkt die Produktivität. Denn nicht immer können gesunde, dann mehr belastete Mitarbeiter das auffangen, was liegen bleibt. Das kann auch den deutschen Aufholprozess hinsichtlich mehr Wirtschaftswachstum beeinflussen.

Entscheidend ist jetzt, dass daraus die richtigen Schlüsse gezogen werden. Was auf keinen Fall hilft, ist eine neue Misstrauenskultur in der Arbeitswelt. Auch die Debatte um die Wiedereinführung eines sogenannten Karenztages greift zu kurz, weil so eigentlich kranke Beschäftigte doch zur Arbeit erscheinen würden, was wiederum die Gefahr birgt, eine Krankheit zu verschleppen. Angesichts einer alternden Gesellschaft wird hingegen die Bedeutung von Arbeitsschutz und Gesundheitsberatungen zunehmen. Und da sind in erster Linie die Arbeitgeber gefragt.




