Die vergangenen Wochen waren für die Anhänger von Kryptowährungen eher anstrengend. Bitcoin, Ethereum, Tether & Co. vollzogen die Nervosität an den Aktienmärkten nach – zuletzt mit erheblichen Verlusten. Im Vergleich zum jüngsten Rekordhoch Anfang Oktober von gut 126.000 US-Dollar (rund 108.000 Euro) verlor allein der Bitcoin knapp ein Drittel seines Wertes. Mitte November fiel die größte und älteste Kryptowährung auf den tiefsten Stand seit Mai, erholte sich dann kurz und schaffte wieder den Sprung über die Marke von 90.000 Dollar. Am Montag ging es erneut abwärts, zeitweise um knapp fünf Prozent.
„Der Bitcoin verhält sich schon seit einiger Zeit wie eine hochriskante Technologie-Aktie und ist damit direkt von der globalen Risikoneigung abhängig“, sagt Co-Pierre Georg, Professor an der Frankfurt School of Finance & Management. Im Moment herrsche viel Unsicherheit an den Börsen über mögliche Kurskorrekturen bei KI.
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Bitcoin bewegt sich mit dem Aktienmarkt: Risikobereitschaft der Anleger wird gedämpft
Statt sich als stabilisierender Faktor zu erweisen, bewege sich der Bitcoin mit dem Aktienmarkt, registriert auch Henning Potstada von der DWS. Theoretisch taugen Kryptowährungen nach Meinung ihrer Befürworter zur Diversifizierung eines Portfolios, schließlich seien sie nicht von Zentralbanken und damit weniger von äußeren Einflüssen abhängig. Der Wert des Bitcoin basiert im Wesentlich auf einem sich verknappenden Angebot.
Das Unterschreiten psychologisch wichtiger Marken dämpfe die Risikobereitschaft der Anleger, vermutet Jan Munz von der Stuttgarter Privatkunden-Krypto-Trading-Plattform Bison. Der Markt spüre außerdem die Veränderungen durch das gestiegene Interesse institutioneller Investoren. Hedgefonds, Vermögensverwalter und Pensionskassen pumpen seit einem Jahr Milliarden in digitale Währungen. Von ihrem Kapital werde die aktuelle Dynamik stärker angetrieben als vom Interesse der Privatanleger. Doch zuletzt verzeichneten Bitcoin-ETF beträchtliche Abflüsse.
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Bitcoin: Die Zeichen der Anleger stehen auf Angst
Risiken befürchten Marktbeobachter auch durch sogenannte Bitcoin Treasury Unternehmen. Diese halten große Teile ihrer Unternehmensreserven in Bitcoin. „Weil diese Firmen kein nennenswertes anderes Geschäftsmodell haben als Bitcoin zu kaufen und zu halten, besteht die Gefahr, dass eine Schieflage zu Verkäufen von großen Mengen an Bitcoin führt“, sagt Frankfurt-School-Professor Georg.
Prominentes Beispiel ist der Softwareanbieter Strategy, dessen Aktien seit Wochen unter Druck sind: Wenn Strategy auch nur einen kleinen Teil seines Bitcoin-Bestandes liquidieren müsse, um ausstehende Zinszahlungen zu tätigen, könne das zu Ansteckungseffekten führen. Andeutungen des CEO Phong Le befeuerten kürzlich diese Sorgen. Der Indexanbieter MSCI prüft aktuell 38 Unternehmen mit hoher Krypto-Exposure. Im schlimmsten Fall könnten große Indexfonds gezwungen sein, diese Titel zu verkaufen.
Eine gedrückte Stimmung am Kryptomarkt zeigt auch der so genannte Angst-und-Gier-Index. Der soll zeigen, in welchem Ausmaß Investoren eher von Angst oder von Gier getrieben werden. Im Augenblick stehen die Zeichen auf Angst.



