Alljährlich ermittelt das Internetportal International Living die weltweit attraktivsten Länder für den Ruhestand. In der jetzt veröffentlichten Rangliste für 2026 schaffte ein Land den Sprung von Platz sieben im Vorjahr an die Spitze: Griechenland. Damit ließ es die bisherigen Favoriten Panama und Portugal hinter sich. Ausschlaggebend sind vor allem die moderaten Lebenshaltungskosten, erschwinglicher Wohnraum, eine gute Gesundheitsversorgung, das milde Küstenklima, steuerliche Vorteile, unkomplizierte Aufenthaltsregelungen sowie ein attraktives Visa-Programm für Bürger aus Nicht-EU-Staaten.
Die Französin Marie-Béatrice Martin und ihr Mann Alain wagten diesen Schritt vor zwei Jahren. Heute leben sie im Küstenstädtchen Pylos an der Westküste der Halbinsel Peloponnes. Sie haben die Gegend in einem Sommerurlaub kennen- und lieben gelernt. Ihr 90 Quadratmeter großes Apartment am Stadtrand kostete 155.000 Euro. „An der französischen Mittelmeerküste hätten wir dafür mindestens das Doppelte bezahlt“, sagt Alain. „Außerdem suchten wir Ruhe und keinen Trubel“, ergänzt Marie-Béatrice. Neben Klima und Natur schätzen die beiden vor allem den entspannten Lebensstil in der griechischen Provinz. Eine Redewendung ist ihnen besonders ans Herz gewachsen: „siga-siga“ – langsam, langsam.
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Griechenland: Rentner profitieren von niedrigen Kosten
Dass Griechenland in diesem Jahr Platz eins im Rentenindex erreicht hat, liegt auch an den stark gestiegenen Lebenshaltungskosten in anderen beliebten Ruhestandsländern wie Panama, Costa Rica, Portugal, Italien oder Frankreich. Ein deutscher Rentner verfügt in Griechenland mit seinem Einkommen über fast ein Fünftel mehr Kaufkraft als daheim. Nach Berechnungen von Eurostat liegen die Wohnkosten in Deutschland 13,1 Prozent über dem EU-Durchschnitt, in Griechenland dagegen 29,5 Prozent darunter.
Restaurantpreise sind in Deutschland im Schnitt 12,1 Prozent teurer als im EU-Mittel, in Griechenland hingegen 13,6 Prozent günstiger. Ähnlich verhält es sich bei den Gesundheitskosten: Sie liegen in Griechenland 18,2 Prozent unter dem EU-Mittelwert, in Deutschland hingegen 11,9 Prozent darüber. Noch deutlicher fällt der Vergleich mit Österreich aus. Dort liegt das Preisniveau für Waren und Dienstleistungen insgesamt 19,7 Prozent über dem EU-Durchschnitt, in Griechenland hingegen 17 Prozent darunter.
Allerdings handelt es sich hierbei um statistische Mittelwerte. In Großstädten wie Athen oder Thessaloniki sind die Lebensmittelpreise in Supermärkten oft vergleichbar mit denen in Deutschland, für ausländische Markenartikel teils sogar höher. Auf dem Land und auf vielen Inseln lebt es sich deutlich günstiger, vor allem, wenn man zu regionalen Produkten greift.
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Griechenland lockt Rentner mit steuerlichen Anreizen
Griechenland punktet nicht nur mit moderaten Preisen, sondern wirbt auch gezielt mit steuerlichen Anreizen um ausländische Rentner. Wer seinen Steuerwohnsitz als Pensionär nach Griechenland verlegt, zahlt pauschal sieben Prozent Einkommensteuer – und zwar auf sämtliche im Ausland erzielten Einkünfte, nicht nur auf die Rente. Diese Regelung gilt für 15 Jahre ab Antragstellung und kann insbesondere für Bezieher hoher Renten attraktiv sein. Einschränkungen gibt es jedoch: In Deutschland erzielte Mieteinnahmen sowie Beamtenpensionen und Renten aus dem öffentlichen Dienst bleiben dort steuerpflichtig – unabhängig vom Steuerwohnsitz.
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Trotzdem ist das Programm gefragt. Nach Angaben der griechischen Finanzbehörde AADE sind bislang mehr als 8000 Anträge ausländischer Rentner eingegangen, allein 750 im ersten Halbjahr 2025. Voraussetzung ist ein Aufenthalt von mindestens 183 Tagen pro Jahr in Griechenland. Zwar kontrolliert der griechische Fiskus dies nur selten, doch deutsche Finanzämter prüfen umso genauer. Anhand von Strom-, Handy- oder Bankkartenabrechnungen lässt sich der tatsächliche Lebensmittelpunkt leicht ermitteln.
Immobilienpreise in Griechenland steigen, bleiben aber moderat
Die Immobilienpreise in Griechenland sind seit dem Ende der Finanzkrise 2018 deutlich gestiegen, gelten international jedoch weiterhin als moderat. Die Spannbreite ist allerdings groß: Auf Inseln wie Mykonos, Paros oder Santorini sind Quadratmeterpreise von 10.000 bis 15.000 Euro keine Seltenheit. Abseits der Hotspots finden sich jedoch attraktive Objekte bereits für unter 3000 Euro pro Quadratmeter.

Viele ausländische Käufer stehen bei der Standortwahl vor einem Dilemma: Einerseits suchen sie Ruhe und Abgeschiedenheit vom Touristenrummel. Andererseits sind im Alter gute Erreichbarkeit und eine verlässliche medizinische Infrastruktur wichtig. Zudem wünschen sich viele ein ganzjähriges kulturelles und gastronomisches Angebot – etwas, das reine Ferieninseln oft nicht bieten. Als Kompromiss gelten Inseln in der Nähe Athens. Ägina etwa verbindet authentisches ägäisches Inselflair mit der Nähe zur Hauptstadt, die mit Katamaran-Fähren mehrmals täglich in nur 40 Minuten erreichbar ist.
Goldenes Visum: Mit Immobilienkauf zum Aufenthalt in Griechenland
Für EU-Bürger sind Immobilienerwerb und Aufenthalt in Griechenland unkompliziert; erforderlich ist lediglich eine griechische Steuernummer, die man online beantragt. Bürger aus Nicht-EU-Staaten können durch einen Immobilienkauf zudem eine zunächst auf fünf Jahre befristete, aber verlängerbare Aufenthaltsgenehmigung erhalten – das sogenannte „Goldene Visum“, das Reisen im gesamten Schengen-Raum ermöglicht. Die Einstiegshürden sind allerdings hoch: In Athen, Thessaloniki und auf Inseln mit mehr als 3100 Einwohnern muss man mindestens 800.000 Euro investieren, in allen anderen Regionen 400.000 Euro.
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Egal für welchen Wohnort man sich entscheidet: Griechenland fasziniert mit einer landschaftlichen Vielfalt, wie sie kaum ein anderes Mittelmeerland bietet: Sandstrände und kristallklares Meer, Berge und Schluchten für Wanderfreunde, urige Tavernen ebenso wie lebendige Städte mit Weltklasse-Shopping und anspruchsvoller Gastronomie. Hunderte antike Stätten zeugen von der jahrtausendealten Geschichte, fast 200 bewohnte Inseln warten darauf, entdeckt zu werden – jede mit ihrem eigenen, unverwechselbaren Charakter. Selbst im Hochsommer finden sich abseits der bekannten Hotspots noch überraschend ruhige Orte.
Seit drei Jahren verzeichnet Griechenland einen Reise-Rekord nach dem anderen. Für 2026 zeichnet sich bereits ein weiteres Plus ab. Vor allem bei Deutschen wird das Land immer beliebter. Der Tourismusboom hat viele Regionen verändert, nicht immer zum Guten. Unverändert geblieben ist jedoch „Philoxenia“, die sprichwörtliche griechische Gastfreundschaft. Man spürt sie überall. Bezeichnend ist das Wort „Xenos“ – es bedeutet zugleich „Fremder“ und „Gast“.



