Die Wärmepumpe hat die Gasheizung vom ersten Platz verdrängt. Jede zweite der 627.000 im vergangenen Jahr neu verbauten Heizungen war eine Wärmepumpe. Sie arbeitet wie ein umgekehrter Kühlschrank, der die Wärme aus der Erde, der Luft oder dem Wasser zum Heizen eines Hauses saugt. Die letzte Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) durch die Ampel-Regierung habe ein Zeichen zugunsten erneuerbarer Energie gesetzt, sagt Björn Schreinermacher vom Bundesverband Wärmepumpe. Es beinhalte ein „sehr attraktives Förderprogramm“.

Schreinermacher glaubt, dass sich viele Verbraucher aus „weltpolitischen Gründen“ von Gas- oder Ölheizungen verabschieden: „Viele Leute sehen Deutschlands Abhängigkeit von fossilen Energien kritisch und wollen sich davon lösen.“ Beim Verbauen von Wärmepumpen gab es ein Plus von 55 Prozent, zur Freude der Heizungsbauer, die ansonsten über einen schwachen Gesamtmarkt klagen. Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima erinnert daran, dass die Ampel sogar das Ziel von jährlich 500.000 neuen Wärmepumpen avisiert hatte. Ansonsten ist er zufrieden: „Es gab zum Jahresende einen deutlichen Ansprung bei den Anträgen auf eine Förderung“, so Ebisch, die Prognosen für die Auftragslage für 2026 seien daher „erst einmal gut“.

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Verbraucher können mit einer Installation in drei bis sechs Monaten rechnen

Das Auftragspolster reiche für zehn Wochen, die Hersteller hätten ihre Kapazitäten wieder hochgefahren. Sieben Milliarden Euro sind europaweit seit 2023 in Produktionsstätten investiert worden. „Verbraucher können mit Installationen binnen drei bis sechs Monaten rechnen“, sagt Schreinemacher. Aber wie geht es weiter? Derzeit arbeiten Wirtschafts- und Bauministerium an einer Novelle des Heizungsgesetzes. Bleibt es dabei, dass neue Heizungen mit 65 Prozent „Erneuerbaren“ laufen müssen?

Verbraucher können mit Installationen binnen drei bis sechs Monaten rechnen.“

Björn Schreinermacher, Bundesverband Wärmepumpe

Verbraucher sind verunsichert. Und bei den Heizungsbauern regt sich Unmut über Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), der die Wärmepumpenförderung als „völlig überdimensioniert“ bezeichnet und eine Kürzung um 50 Prozent verlangt hat. „Für die Branche sind polemische Äußerungen von bayrischen Politikern zum GEG nur schwer zu verstehen“, sagt Björn Schreinermacher. Die meisten Wärmepumpen werden in NRW, Baden-Württemberg und Bayern installiert, auf den Freistaat entfallen 20 Prozent der Förderanträge. Auch seien namhafte Hersteller in Bayern ansässig.

Zwei Heizungsbauer installieren eine Wärmepumpe
Einbau einer Wärmepumpe: Viele Hausbesitzer verabschieden sich von Öl- und Gasheizungen.© STIEBEL ELTRON | STIEBEL ELTRON

„Dass die CSU und die Freien Wähler in Bayern gegen die Wärmepumpe schießen, ist absurd und nicht nachvollziehbar“, sagt der Münchner Heizungsbauer Tobias Klug. Die Förderung sei ein wesentlicher Treiber dafür, dass es mit der Wärmepumpe vorangehe. Sie sei gerechtfertigt, denn ihr Einbau sei doppelt so aufwendig wie bei Gasheizungen. Laut Wärmepumpenverband wird in einem typischen Einfamilienhaus die Installation einer Wärmepumpe mit einem Zuschuss von 30 bis 70 Prozent gefördert. Dabei können bis zu 30.000 Euro als förderfähige Gesamtkosten angesetzt werden. Es gibt diverse Boni, auch einen Einkommensbonus für Hauseigentümer mit einem zu versteuernden Einkommen unter 40.000 Euro.