Fahrgäste der Deutschen Bahn können sich für zwölf Monate auf unveränderte Preise im Fernverkehr verlassen. Das bestätigte Bahn-Chefin Evelyn Palla in der „Bild am Sonntag“: „Vom 1. Mai an halten wir die Preise für ICE-Tickets ein Jahr lang stabil.“ Bereits im vergangenen Jahr war die übliche Fahrpreiserhöhung im Dezember ausgefallen.

Die Bahn steht wegen zahlreicher Zugverspätungen immer wieder in der Kritik. Palla kündigte vor einem halben Jahr einen Neustart bei dem Staatskonzern an. „Neustart bei der Deutschen Bahn heißt mehr Verantwortung übernehmen und neue Prioritäten setzen“, sagte die Vorstandschefin. „Oberste Priorität hat jetzt: fahren, fahren, fahren, und dafür sorgen, dass die Menschen in Deutschland sich das Reisen weiter leisten können.“ 

Aus Sicht des Fahrgastverbandes Pro Bahn reicht das nicht aus. „Die Bahn muss die Preise senken. Zumindest für einen bestimmten Zeitraum“, sagte der Ehrenvorsitzende Detlef Neuß der „Rheinischen Post“. Wenn die Bahn fast immer zu spät komme und so viele Züge ausfielen, sei die Ankündigung, die Preise nicht erhöhen zu wollen, zu wenig.

Hinzu komme, dass im Fernverkehr die Tickets je nach Strecke und Auslastung teurer würden. „Wir haben da keine Fixpreise“, stellte Neuß klar. „Inwieweit sich darauf der Verzicht auf eine Preiserhöhung auswirken wird, bleibt offen.“

Zahlreiche Zugverspätungen ein Ärgernis

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestages, Tarek Al-Wazir (Grüne), begrüßte dagegen die Ankündigung Pallas. Sie sei „richtig und wichtig“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Stabile Preise machen Bahnfahren gerade jetzt attraktiv, weil aufgrund der gestiegenen Sprit- und Kerosinpreise Autofahren und Fliegen teurer werden.“ So bleibe die Bahn eine günstige und klimafreundliche Alternative für alle.

Die Bahn steht wegen zahlreicher Zugverspätungen immer wieder in der Kritik. Palla kündigte vor einem halben Jahr einen Neustart bei dem Staatskonzern an. „Neustart bei der Deutschen Bahn heißt mehr Verantwortung übernehmen und neue Prioritäten setzen“, sagte die Vorstandschefin.

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Letzte Preiserhöhung vor eineinhalb Jahren

In den vergangenen Jahren hatte die Bahn ihre Preise im Fernverkehr regelmäßig zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember angehoben und das vor allem mit den steigenden Personal- und Energiekosten begründet. Zuletzt waren Ende 2024 die sogenannten Flexpreise durchschnittlich um 5,9 Prozent erhöht worden.

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Den Fernverkehr mit ICE, Intercity und Eurocity betreibt die Bahn auf eigene Rechnung. Die Preise für Fahrten in Regionalzügen werden zumeist von den Verkehrsverbünden festgelegt. Viele von ihnen erhöhten zum Jahreswechsel ihre Preise für Einzel-, Mehrfahrten- und Zeitkarten deutlich. Auch das bundesweit gültige Deutschlandticket für den Nah- und Regionalverkehr wurde teurer.

dpa/day/eve