An diesem Freitag ist bundesweiter Tag des Schwimmmeisters. Sie kümmern sich darum, dass es in den Freibädern läuft, alle sicher schwimmen können, sich ein Gefühl von Sommer einstellt. In den Hallenbädern geben sie freilich ebenso Acht. Nur: Sie fehlen überall.
Nur gut die Hälfte der Badbetreiber, genauer 58 Prozent, hatten zum 1. Mai alle Stellen besetzt. Indes sind bei 28 Prozent noch zehn Prozent der Stellen offen, in jedem zehnten Betrieb sind sogar noch mehr als 30 Prozent der Jobs unbesetzt. Das zeigt eine Umfrage, die der Verband kommunaler Unternehmen, der VKU, unter 94 Badbetreibern in Deutschland zum Start der Freibadsaison gemacht hat. Dieser Zeitung liegt sie vorab vor.
Damit ist der Mangel an jenen, die sich um sauberes Wasser, die Technik in den Bädern kümmern und im Notfall Menschen retten, dieses Jahr noch größer als im Jahr zuvor schon. Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des VKU, erklärt: „Der Fachkräftemangel verfestigt sich, er kann sich durch den demografischen Wandel verschärfen.“
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Künstliche Intelligenz überwacht Schwimmbäder und warnt bei Gefahr
Droht das Aus von Freibädern, wenn Schwimmmeister, nun ja, abtauchen? „Die Badbetreiber werden alles daransetzen, Schließungen und verkürzte Öffnungszeiten zu vermeiden“, meint Liebing. So mancher in der Branche setze auf Künstliche Intelligenz. Die Becken würden dazu mit Kameras überwacht, diese leuchteten jeden Winkel aus, erfassten die Bewegungen der Badegäste. Eine KI werte die Bilder dann in Echtzeit aus. Erkenne sie eine ertrinkende Person – etwa, weil sie mit ihren Armen fuchtelt oder sich gar nicht mehr bewegt –, löse das einen Alarm aus. Den empfingen die Schwimmmeister auf einer Smartwatch.
Die KI unterscheide also gewöhnliche und ungewöhnliche Bewegungen und gebe so Sicherheit. Sie lerne auch immer weiter dazu. Die Erfahrungen damit seien auch „gut“, so Liebing. Im fränkischen Schweinfurt beispielsweise unterstütze die KI längst die Aufsicht im Freibad.
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Kosten und Rechtsfragen bremsen KI-Einsatz in Schwimmbädern
Laut VKU-Umfrage planen derzeit 29 Prozent der Badbetreiber den Einsatz von KI in den kommenden drei Jahren. Allerdings: Im vergangenen Jahr waren es noch mehr – 34 Prozent. Das Problem: Rechtliche Fragen, wie mit den Bildaufnahmen umzugehen ist, sind ungeklärt.
Zudem sind die Systeme teuer, im Freibad besonders. Abgesehen davon, dass die Preise für KI-Systeme zuletzt gestiegen sind, seien dort mehr Kameras nötig als in einem Hallenbad, so Liebing. Kein Dach, keine Wände – es fehlt die Möglichkeit, aus der Vogelperspektive Bilder von wenigen Kameras einzufangen. Zudem spiegelt sich das Sonnenlicht auf der Wasseroberfläche. Auch das macht es komplizierter.
Kameras in Schwimmbädern filmen nur anonyme Silhouetten
Schrecken die Systeme die Badegäste nicht ab? In Badehose oder Bikini gefilmt zu werden, ist nicht jedermanns Sache. 22 Prozent aller Badbetreiber sähen solche Akzeptanzprobleme, so der VKU. Doch erfassten die Kameras nur anonymisierte Silhouetten, nicht hochaufgelöste Bilder von Personen.

Und: Schwimmmeister würden trotz KI nie ganz überflüssig, sagt Liebing. Sie seien es, die im Notfall zum Beispiel ins Wasser springen, Menschen retten müssten. Mit dem Tag des Schwimmmeisters soll ihre Arbeit darum auch gewürdigt werden.






