Die Gewerkschaft Verdi erklärt die aktuellen Tarifverhandlungen mit der Postbank für gescheitert. Aus Sicht der Verdi-Vertreter habe die Postbank-Seite in der dritten Verhandlungsrunde kein ausreichendes Angebot vorgelegt. „Die Arbeitgeberseite hat es weiterhin selbst in der Hand, eine weitere Eskalation dieses Tarifkonflikts abzuwenden. Dafür muss die Deutsche Bank jedoch endlich ein Angebot vorlegen, das den Leistungen der Beschäftigten und der wirtschaftlichen Stärke des Konzerns gerecht wird“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duschek.

Jetzt sollen die rund 9000 Beschäftigten der Tarifbereiche Postbank/PCC Services und Postbank Filialvertrieb AG in einer Urabstimmung in der Zeit vom 17. Juni bis 03. Juli darüber abstimmen, ob es einen unbefristeten Streik geben wird. Dennoch ist eine vierte Verhandlungsrunde für den 30. Juni geplant. Bei der Abstimmung müssen mindestens 75 Prozent der Abstimmenden den Streikmaßnahmen zustimmen.

Postbank-Angebot ist Verdi zu niedrig

Verdi fordert für seine Beschäftigten eine Erhöhung der Gehälter um acht Prozent, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, sowie 200 Euro mehr Ausbildungsvergütung. Die Postbank, eine Tochter der Deutschen Bank, blieb laut Verdi bei der letzten Verhandlung bei ihrem Angebot: Drei Nullmonate, danach 2,4 Prozent mehr Gehalt ab 1. Juli 2026 und weitere 2,3 Prozent nach einem Jahr. Das würde aus Sicht der Gewerkschaft Reallohneinbußen bedeuten. Die Deutsche Bank reagierte auf die gescheiterten Verhandlungen nicht. Auch mögliche Streiks werden nicht kommentiert, wie ein Unternehmenssprecher dieser Redaktion mitteilte.

Bereits 2024 hatte die Deutsche Bank angekündigt, ihr Filialnetz auszudünnen. Bis Ende 2026 sollen bis zu 100 Filialen in ganz Deutschland wegfallen. Parallel dazu dünnt auch die Privatkundentochter Postbank ihr Filialnetz weiter aus.