Auf viele Verbraucher könnten ab dem kommenden Jahr höhere Preise zukommen. Im Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 plant die Bundesregierung mehrere Steuererhöhungen. Davon sind einige Alltagsprodukte betroffen. Ziel ist es, zusätzliche Milliarden für den Haushalt einzunehmen.
Welche Auswirkungen die Pläne am Ende auf den Wocheneinkauf haben, hängt auch davon ab, ob Unternehmen die höheren Abgaben an ihre Kunden weitergeben. Bei mehreren Produkten gilt das als wahrscheinlich.
Plastik, Tabak, Alkohol: Was wird 2027 teurer?
Besonders viele Alltagsprodukte wie Joghurt, Käse oder Wurst könnten aufgrund einer geplanten Plastikabgabe teurer werden. Deutschland zahlt bereits seit 2021 eine EU-Abgabe auf nicht recycelte Kunststoffverpackungen. Künftig sollen jedoch die Unternehmen zahlen, die entsprechende Verpackungen herstellen. Das soll der Staatskasse rund eine Milliarde Euro bringen.
Die Abgabe beträgt 80 Cent pro Kilogramm nicht recyceltem Kunststoff. Auf eine typische Verpackung mit etwa 30 Gramm entfallen zwar nur rund zwei Cent. Da jedoch zahlreiche Lebensmittel und Drogerieprodukte in Kunststoff verkauft werden, könnten sich die Preissteigerungen für Verbraucher summieren.
Auch interessant
Tabaksteuer 2027: Auch Rauchen wird deutlich teurer
Raucher müssen sich ab 2027 ebenfalls auf höhere Preise einstellen. Die Bundesregierung plant, den Steueranteil pro Zigarettenpackung deutlich anzuheben. Statt bisher 4,40 Euro sollen künftig 5,75 Euro Steuern auf eine durchschnittliche Packung entfallen. Die Erhöhung soll auch für andere Tabakprodukte gelten.
Für Verbraucher dürfte sich das direkt an der Ladenkasse bemerkbar machen. Kostet eine Packung mit 20 Zigaretten derzeit im Schnitt rund acht Euro, könnten es ab 2027 etwa 8,80 Euro sein. Weitere Erhöhungen sind bereits bis 2030 vorgesehen. Nach den Plänen der Bundesregierung soll die höhere Tabaksteuer dem Staat bis dahin jährliche Mehreinnahmen von rund 3,6 Milliarden Euro bringen.
Auch interessant
Rum, Wodka, Korn: Diese alkoholischen Getränke sind betroffen
Auch für Alkohol müssen die Deutschen künftig tiefer in die Tasche greifen. Nach einem Gesetzentwurf sollen die Steuersätze für Spirituosen, Sekt, Champagner, Likörweine und Alcopops zum 1. Januar 2027 um 20 Prozent steigen. Bier und Wein sind hiervon nicht betroffen.
Neben zusätzlichen Einnahmen für den Staat verfolgt die Regierung damit auch gesundheitspolitische Ziele. Experten gehen davon aus, dass höhere Preise insbesondere den Konsum hochprozentiger Getränke senken und langfristig alkoholbedingte Erkrankungen verringern könnten.
Lesen Sie auch
Kommt auch noch eine Zuckersteuer?
Diskutiert wird außerdem die Einführung einer Zuckersteuer. Sie ist bislang allerdings nicht Bestandteil des Haushaltsentwurfs. Ob und wann sie kommt, ist derzeit offen.
Fest steht: Bevor die geplanten Steuererhöhungen tatsächlich greifen, müssen die Gesetze noch das parlamentarische Verfahren durchlaufen. Änderungen an einzelnen Punkten sind daher bis zum endgültigen Beschluss weiterhin möglich.
mkx







