Nach der KI-Panne in der ZDF-Sendung „heute journal“ zieht der öffentlich-rechtliche Sender nun Konsequenzen. Die in der Berichterstattung verwendeten Videos verstoßen laut ZDF gegen interne Richtlinien und journalistische Standards. Wie der Sender angekündigt hat, wird die New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht mit sofortiger Wirkung abberufen.

Die Korrespondentin hatte ursprünglich für das „Mittagsmagazin“ sowie das „heute Journal“ über die US-Einwanderungsbehörde ICE berichtet. Während der Beitrag fürs „Mittagsmagazin“ am 13. Februar ausgestrahlt wurde und unbeanstandet blieb, überarbeitete sie für das „heute Journal“ am 15. Februar den Bericht. Dabei griff sie auf zwei zusätzliche Videos zurück: Eine Szene zeigte eine ältere Festnahme aus dem Jahr 2022 in Florida – sie stand in keinem Zusammenhang zum Thema. Die andere Sequenz wurde mithilfe künstlicher Intelligenz generiert.

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ZDF-Chefredakteurin: „Es geht um die Glaubwürdigkeit“

Das teilte ZDF mit: „Das KI-generierte Material hätte ohne journalistische Begründung und ohne Einordnung gemäß der internen Regeln des ZDF zur Verwendung von KI-generiertem Material nicht verwendet werden dürfen. Eine nach journalistischen Standards erforderliche Überprüfung der anderen Videoszene und ihres Ursprungs ist nicht erfolgt. Der Schlussredaktion des „heute journals“ hätte bei der Abnahme des Beitrags die KI-generierte Bildsequenz auffallen müssen.“

Auch ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten meldete sich zu Wort: „Der Schaden, der durch die Missachtung journalistischer Regeln entstanden ist, ist groß. Es geht im Kern um die Glaubwürdigkeit unserer Berichterstattung. Wir erarbeiten zurzeit einen Maßnahmenkatalog, um mit aller Konsequenz sicherzustellen, dass die hohen journalistischen Standards, denen wir verpflichtet sind, jederzeit und uneingeschränkt eingehalten werden.“

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Kulturstaatsminister Weimer über die KI-Affäre beim ZDF

Nach dem Wirbel um den fehlerhaften ZDF-Beitrag hatte sich auch die Politik eingeschaltet. Im Gespräch mit Welt TV hat der parteilose Kulturstaatsminister Wolfram Weimer von einem „unangenehmen Vorgang“ und beschädigtem Vertrauen in den Sender gesprochen. „Aber die Kollegen haben sich entschuldigt. Sie haben einen Fehler gemacht. Ich finde, damit ist die Sache dann auch gut.“ Fehler passierten in vielen Redaktionen.

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ZDF bittet nach KI-Video-Panne um Entschuldigung im „heute journal“

Das ZDF hatte sich in der aktuellen Sendung entschuldigt. Moderatorin und stellvertretende Chefredakteurin des ZDF Anne Gellinek sprach am Dienstagabend von einem „Doppelfehler“ und bat die Zuschauer um Entschuldigung.

Nach Angaben des ZDF enthielt der Beitrag vom Sonntag über die Einsätze der US-Migrationsbehörde ICE zwei Fehler. Zum einen das mit Künstlicher Intelligenz (KI) generierte Video, das zeigt, wie eine Frau und zwei Kinder auf der Straße von ICE-Einsatzkräften abgeführt werden.

Dazu sagte der Sender, dass der Einsatz solcher mit KI generierter Bilder und Videos von Menschen, Ereignissen und politischen Zusammenhängen im Nachrichtenbereich nicht möglich sei – Ausnahme sei nur, wenn der Beitrag ausdrücklich KI-Fälschungen thematisiere. In diesem Fall hätte auch eine Kennzeichnung nicht gereicht, hieß es vom Sender. 

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ZDF: Moderatorin spricht von „handwerklichen Fehlern“ im „heute journal“

Zum anderen habe eine Szene reale Aufnahmen gezeigt, die jedoch aus einem anderen Kontext aus dem Jahr 2022 stammten und nicht von einem aktuellen ICE-Einsatz. Gellinek sprach von „handwerklichen Fehlern“. Dies schmerze sehr, weil die ZDF-Nachrichten sehr viel Kraft investieren würden, geprüfte Informationen zu liefern. „Das ist uns diesmal nicht gelungen“, sagte Gellinek. „Dafür bitte ich Sie, unsere Zuschauer, als ZDF-Nachrichtenchefin ausdrücklich um Entschuldigung. Dieser Beitrag entsprach nicht unseren hohen Standards.“

Zuvor hatte der Sender auf Anfrage mitgeteilt, dass in dem Beitrag zu Einsätzen der US-Migrationsbehörde ICE KI-generierte Bilder verwendet worden seien, die hätten gekennzeichnet werden müssen. Diese Kennzeichnung sei bei der Überspielung des Beitrags aus technischen Gründen nicht übertragen worden.

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ZDF änderte „heute journal“ nachträglich

In der ZDF-Mediathek war zwischenzeitlich eine geänderte Ausgabe der Sendung abrufbar. Die KI-Bilder wurden dort mit anderen Videosequenzen und Standbildern ersetzt. Über Teilen des Beitrags war ein Hinweis eingeblendet, wonach das Video aus redaktionellen Gründen nachträglich geändert worden sei.

os/pau/dpa