Wenn Adnan Köse etwas zu feiern hat, dann auf seine Weise: So lud er anlässlich des Starts seiner Filmkarriere vor 30 Jahren in die Lichtburg Dinslaken ein. Mit Wegbegleitern, Freunden und Interessierten wollte er zurückschauen auf Projekte aus drei Jahrzehnten, die ihm persönlich besonders am Herzen liegen. Und wie macht das ein Filmemacher? Er dreht einen Dokumentarfilm. Bis in die Nacht habe er noch an dem 40-minütigen Streifen gearbeitet, erklärte Köse im Kino 3 der Lichtburg, die immer eine wichtige Rolle für Premieren des gebürtigen Lohbergers spielte. Dann hieß es. Film ab!
- Die NRZ Dinslaken auf Whatsapp: Hier kostenlos den Kanal abonnieren
- Die NRZ Dinslaken auf Facebook: Hier kostenlos die Seite abonnieren
- Die NRZ Dinslaken auf Instagram: Hier kostenlos die Seite abonnieren
Adnan Köse war noch „nur“ Schauspieler, als er 1994 das Drehbuch für „Kleine Morde“ für den Drehbuchpreis des Landes NRW einreichte - so wie 44 weitere junge Autorinnen und Autoren. Der Preis, so lernte es das Publikum aus der Aufzeichnung der Rede des damaligen Kulturministers Hans Schill, war mit 10.000 Euro dotiert, um dem Ausgezeichneten den finanziellen Rahmen zu ermöglichen, das Gewinner-Drehbuch so auszuarbeiten, dass damit der Einstieg in die Branche gelingen kann. Die Jury bestand aus einer einzigen Person: Detlev Buck. Und der entschied sich für das Skript von Adnan Köse.
Launige Laudatio von Detlev Buck
Ausdauer empfahl Detlev Buck in seiner launigen Laudatio. Und 17 Jahre sollte es dauern, bis „Kleine Morde“ mit einer Starbesetzung (u. a. Ochsenknecht Vater und Sohn und Günther Kaufmann in seiner letzten Rolle) verfilmt wurde. Das Thema ein Weckruf: Wie kann es dazu kommen, dass Kinder Kinder ermorden?
Zügig umgesetzt wurde dagegen das Drehbuch von „Mein Freund Balou“. Der Film mit Hannelore Elsner und Günther Lamprecht gewann 1999 den Deutschen Fernsehpreis. „Lauf um dein Leben“; „Homies“, der Dokumentarfilm „Die Siedlung“. Und dann kam „Roter März“, durch Corona ein Hybrid-Projekt aus Theater und Film. So kam es auch in die Kinos, ein weiteres, letztes Mal. Doch bevor „Roter März“ als Hauptfilm des Vormittags lief, übermittelte Hauptdarsteller Dieter Landuris Adnan Köse seine Glückwünsche in einem originellen Clip, der ebenfalls „hybrid“ war: Landuris tat, als spräche er am Handy, tatsächlich zeichnete er sich per Video-Stream auf.


