Die Wahl des US-Amerikaners Robert Francis Prevost zum neuen Oberhaupt der katholischen Kirche kam für Pastor Wilhelm Kolks weder überraschend, noch hat er mit ihr gerechnet. Dafür kenne er sich mit den Kardinälen nicht so gut aus, räumt er unumwunden ein. Der Dechant im Dekanat Dinslaken und Pastor der Kirchengemeinde St. Peter und Paul Voerde hatte insofern auch „keinen Wunschkandidaten“, aber schon Personen im Blick, die er nicht gerne als neuen Papst gesehen hätte. Namen möchte Wilhelm Kolks nicht nennen.

Voerder Seelsorger ist von den ersten Worten des neuen Papstes „ganz angetan“

Von den ersten Worten des neuen Pontifex, der sich den Namen Leo XIV. gegeben hat, ist der Voerder Seelsoger „ganz angetan“. Der Nachfolger des verstorbenen Papstes Franziskus sei jemand, der sich in Südamerika auskennt, Robert Francis Prevost war viele Jahre in Peru tätig, wohin er zunächst als Missionar kam, später wurde er Bischof von Chiclayo, einer Region, die im Norden des Landes liegt.

Der neue Papst bringe viel praktische Erfahrung mit, sagt Pastor Wilhelm Kolks, kenne durch seine Tätigkeit im Vatikan – er hatte dort unter seinem Vorgänger eine leitende Position inne – die Interna. „Das ist, glaube ich, gut. Da muss sehr viel reformiert werden finanziell und personell“, meint Kolks, der in dem Zusammenhang die millionenschweren Defizite im Haushalt nennt.

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Den neuen Papst hält er nicht für derart spontan wie dessen Vorgänger Franziskus. „Mein Eindruck ist, dass er nicht so leutselig“ ist. Kolks sieht bei Leo XIV., „schon gute Ansätze“, nimmt wahr, dass er keiner bestimmten „Fraktion“ angehört – anders etwa als der „rechtskonservative“ US-Kardinal Raymond Burke. Robert Francis Prevost sei ein Kandidat, „auf den sich die meisten haben einigen können“. Er bringe eine Offenheit mit. Der 69-Jährige sei offenbar jemand, der „nicht polarisiert“, der „auf Konsens aus ist“. Leo XIV. neige nicht zu Extrempositionen nach rechts oder nach links.

Spannend findet Kolks die erste persönliche Begegnung des neuen Pontifex mit Donald Trump. Leo XIV. hatte in der Vergangenheit die US-Regierung für deren durch das Leitmotiv „America first“ geprägte Politik deutlich kritisiert. Der neue Papst nehme auch eine südamerikanische Perspektive ein – also jener Menschen, die der US-Präsident nicht in seinem Land haben wolle, erklärt Kolks. Ob Leo XIV. hinsichtlich Trump positiv Einfluss nehmen könnte? Kolks winkt ab: Trump sei ein Egozentriker und „hoffnungsloser Fall“.

Ich sehe gute Ansätze.

Wilhelm Kolks, Dechant im Kirchenkreis Dinslaken und Pastor der Kirchengemeinde St. Peter und Paul Voerde

Vom neuen Oberhaupt der katholischen Kirche erhofft sich der Dechant im Dekanat Dinslaken, zu dem die Kirchengemeinden St. Vincentius Dinslaken, St. Dionysius Duisburg-Walsum, St. Albertus Magnus Hünxe, St. Peter und Paul Voerde gehören, dass er den synodalen Weg weiterführt – hin zu einer Kirche, die „miteinander arbeitet“ und „nicht monarchistisch“ nach der Devise „Rom beschließt und alle haben es auszuführen“. Vielmehr hält Kolks es für erstrebenswert, zu einem Konsens zu kommen, „den der Papst dann ausspricht“.

Eine Frage, die auf diesem Weg für Kolks etwa weiter diskutiert werden muss, ist die der Gleichberechtigung der Frau in der katholischen Kirche oder die der Rolle von Laien. Auch die Rolle der Theologie und das „Verhältnis der Völker“ sind Punkte, für die sich Kolks wünscht, dass die katholische Kirche hier miteinander redet und aufeinander hört. Nun möchte der Seelsorger erst einmal abwarten, wie der neue Papst, den er „noch viel zu wenig“ kenne, handelt. „Ich sehe gute Ansätze“, sagt Wilhelm Kolks, der für sich grundsätzlich gleichwohl feststellt: „Ich erwarte nichts mehr, ich lasse mich lieber überraschen.“