Es ist ungefähr 20.30 Uhr am Samstagabend. Laute Musik dröhnt durch die Lautsprecherboxen als plötzlich mehrere Polizisten und Zollbeamte das „Hinz & Kunz“ betreten. „Wir dachten zuerst, dass sie jemanden suchen“, erklärt Lisa. Die 31-Jährige war an diesem Abend mit ihren Freundinnen in der Dinslakener Kultkneipe, um ihren Junggesellinnenabschied zu feiern. Doch tatsächlich handelte es sich um einen Schwerpunkteinsatz zur „Bekämpfung krimineller Strukturen“, wie es im Nachgang zu dem Einsatz in einer Pressemitteilung der Polizei heißt.

Die Beamten ließen sich Mitarbeiterlisten und Dienstpläne zeigen, bestätigte auch „Hinz & Kunz“-Inhaber Martin Mettlach am nächsten Tag auf Anfrage dieser Redaktion. In seinem Laden, so Mettlach, sei übrigens alles in Ordnung, nur eine Unterlage müsse er nachreichen.

NRW-Innenminister Herbert Reul besuchte Dinslakener Kultdisko

Kurz bevor die Kontrollen beendet waren, gegen 21 Uhr, brach erneut Aufregung bei Lisas Freundinnengruppe aus. „Ich hab ihn nicht sofort erkannt, aber auch, weil ich eben mit dem Rücken zum Eingang stand. Aber plötzlich haben alle losgebrüllt: ,Da ist Herbert Reul‘ “, erinnert sie sich. Der NRW-Innenminister war an dem Abend nämlich selbst in die Dinslakener Disko gekommen, um sich ein eigenes Bild von der Lage vor Ort zu verschaffen.

Herbert Reul nahm sich Zeit für ein Gespräch mit Dinslakenerin Lisa.
Herbert Reul nahm sich Zeit für ein Gespräch mit Dinslakenerin Lisa. © Privat | Privat

Eine Freundin von Lisa habe den Minister dann noch einmal gerufen und erklärt, dass die 31-Jährige Dinslakenerin im Juni heiraten wird und an diesem Abend ihren Junggesellinnenabschied feiert. Sofort sei er auf die junge Frau zugegangen, die mit weißem T-Shirt und „Bride to be“-Scherpe unter den jungen Frauen direkt als künftige Braut zu erkennen war. „Er war sehr aufgeschlossen“, erzählt Lisa. Sie sei überrascht gewesen, dass er bei der Gruppe stehen blieb und sich die Zeit genommen habe, sogar mit ihr zu plaudern. „Er hat gefragt, ob ich sicher bin, dass ich die Ehe wirklich eingehen will“, erinnert sich Lisa und lacht. „Klar“, habe sie geantwortet, woraufhin er sie beglückwünscht und ihr alles Gute gewünscht habe.

Zwar habe sie nicht lange mit ihm gesprochen, doch die 31-Jährige sagt auch: „Er hätte ja auch gar nicht zu uns kommen müssen, nur weil wir ihn gerufen haben. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass er so offen ist und sich auf ein Gespräch einlässt. Das fand ich echt sehr, sehr nett.“