Seine Entdeckung an der Emscher hatte ein Dinslakener per Kamera festgehalten und das Bild am Dienstagabend (20. Mai) per Mail an die Emschergenossenschaft geschickt. Den Experten reichte ein Blick aus, um zu bestätigen, dass Dinslakener an der Emscher einen Biber entdeckt hatte.

Mehr aus Dinslaken,Voerde und Hünxe

Alle Nachrichten aus Dinslaken, Voerde und Hünxe lesen Sie hier. +++ Abonnieren Sie unseren Newsletter per Mail oder folgen Sie uns bei Whatsapp, Instagram und Facebook +++

Eine Nachricht, die zum „Tag der Artenvielfalt“ am 22. Mai passt, heißt es in einer Pressemitteilung der Emschergenossenschaft. Darin heißt es auch, dass die Experten erklärten, dass es sich bei dem Tier um keine Nutria handeln würde, sondern um einen Biber. Der Fund sei damit ein weiteres Indiz dafür, dass die Abwasserfreiheit in der Emscher und bisher bereits stattgefundene Renaturierungsmaßnahmen nun Früchte tragen würden.

Zudem teilt die Emschergenossenschaft mit, dass im vergangenen Jahr bereits im Osten der Emscher in Dortmund ein Biber nachgewiesen worden war. Einige Jahre zuvor gab es einen Fund in Castrop-Rauxel, damals konnte jedoch nur ein totes Tier festgestellt werden.

Hiermit ernährt sich der Biber im Sommer und im Winter

Die Rückkehr des Bibers ist aus Sicht der Experten ein klarer Indikator für den Erfolg der Renaturierung. An der abwasserfreien und teilweise wieder begrünten Emscher findet er wieder geeignete Lebensräume und ausreichend Nahrung. Biber ernähren sich rein pflanzlich, wobei er dafür meist nur im Winter die Rinde und Zweige von Weichhölzern wie Pappeln und Weiden nutzt. Im Sommer ernährt sich der Biber von krautigen Pflanzen und Wasserpflanzen.

Biber sind natürliche Gewässergestalter: Sie schaffen durch das Totholz gefällter Bäume neue Lebensräume, sodass lichtdurchflutete Offenbiotope und Stillgewässer wechseln – es entstehen vielfältige und strukturreiche Fließgewässerabschnitte für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Die Nachricht über die Entdeckung des Biber-Revieres ist sehr erfreulich. Es gilt jedoch auch, die Tiere aufgrund ihrer besonderen „Bauaktivitäten“ insbesondere an kleineren Nebengewässern im Blick zu behalten, denn sie können Probleme im Rahmen der Gewässerunterhaltung verursachen. Daher wird die Emschergenossenschaft die Aktivitäten des unter Artenschutz stehenden Bibers beobachten.