Die Pläne zur neuen Kita in Bruckhausen, die in der Siedlung Brömmenkamp entstehen soll, werden zur Offenlage freigegeben. Dass das Thema auf die Tagesordnung des Ausschusses für Planung, Umwelt und Klimaschutz gerückt war, führte zum Besuch eines Bürgers in der Sitzung: Eberhard Heimann von der Siedlergemeinschaft Brömmenkamp war gekommen, um Fragen zu dem Projekt zu stellen.

Fragen aus der Bürgerschaft

Eberhard Heimann wollte wissen, wie oft das Planungsbüro wohl vor Ort war, um sich ein Bild von der Situation zu machen. „Ein Gutachten nach Aktenlage finde ich unbefriedigend“, sagte er. Er kritisierte den zusätzlichen Flächenverbrauch durch die Kitatplanung, die von ursprünglich 2000 auf 2500 Quadratmeter angewachsen war. Zudem fragte er nach den Auswirkungen der Kita auf die Verkehrssituation und welche Auswirkungen hier auf die Anwohner zu erwarten seien.

Vor allem kritisierte er aber die fehlende Einbindung der Siedlergemeinschaft seitens der Gemeindeverwaltung. „Wir hätten es für wünschenswert gehalten, mal zu einem Gespräch eingeladen zu werden“, erklärte Heimann. Denn genau das sei so eigentlich im Vorfeld gesprochen gewesen.

Reaktion aus der Verwaltung

Für die Verwaltung antwortete Gisela Lehmkuhl, Leiterin des Fachbereichs Planen und Bauen im Rathaus, auf die Bürgerfragen: Wie oft das Planungsbüro vor Ort war, konnte sie nicht sagen. „Das wurde allerdings nicht rein am grünen Tisch geplant“, kommentierte sie. Man habe, so betonte sie, die Verhältnisse vor Ort berücksichtigt, etwa bei den Bestrebungen, den Baumbestand vor Ort zu erhalten. Für die Flächenvergrößerung trage nicht die Gemeinde die Verantwortung: „Der Kreis Wesel hat uns vorgegeben, dass wir eine Grundfläche von 2500 Quadratmetern brauchen“, erklärte sie.

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Zum Thema Verkehr konnte sie nichts weiter sagen. Dieser sei, wie sie betonte, nicht Gegenstand der Bauleitplanung, um die es im Ausschuss ging. Eine Untersuchung dazu soll allerdings noch erfolgen. Für den versäumten Gesprächstermin mit der Siedlergemeinschaft bat sie um Entschuldigung.

Politik bei der Kitafrage uneins

Als der Tagesordnungspunkt zur Offenlage der Kitapläne dann auf der Tagesordnung drankam, ergriff der SPD-Fraktionsvorsitzende Horst Meyer das Wort: „Wir sind als SPD-Fraktion weiterhin gegen den Standort“, erklärte er. Der geplante Bau der Kita in der Siedlung würde zu einer „Vernichtung von Sport- und Freizeitflächen führen“, so Meyer. Zudem sei der Verkehr an dieser Stelle ein Problem, insbesondere zu den Bring- und Abholzeiten der Kita. Er betonte zudem, dass man damals den Standort gewählt habe, weil man so schnell wie möglich bauen wollte. „Bei der Zeitschiene jetzt, hätte man auch noch nach alternativen Standorten schauen können“, sagte er.

Notwendigekeit des Neubaus

Der Bau einer neuen Kita war notwendig, um den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz im Ü3-Bereich sicherstellen zu können. Schon im Kitajahr 2022/2023 hatte man in der Gemeinde den Bedarf nur durch massive Überbelegung abdecken können.

Seinerzeit hatte man an der katholischen Kita Bruckhausen, an der evangelischen Kita in Drevenack und in der kommunalen Kita in Hünxe jeweils eine Notgruppe einrichten müssen. Zudem wurden einzelne Gruppen überbelegt, um alle Kinder unterbringen zu können.

Den Beschluss, die Verwaltung zu veranlassen, die notwendigen Schritte für einen Neubau zu veranlassen, war 2022 noch von allen Parteien gemeinsam getroffen worden.

Der Beschluss, die Kita an der Stelle zu bauen, war bereits 2022 gefallen – auch damals schon gegen die Stimmen der SPD. In der Folge hatte es nicht nur ein Gespräch mit Bürgern vor Ort gegeben, sondern auch immer wieder Diskussionen in der Politik zum Thema. Im Januar 2024 hatte Architekt Guido Wallraven der Politik Pläne für die Kita vorgestellt, um das Gebäude in den bestehenden Baumbewuchs auf dem Gelände zu integrieren.

Gegenstimmen von der SPD

„Ich finde es gut, dass es da mal endlich losgeht“, merkte Ralf Lange (EBH) zu Meyers Kommentaren an. Klaus Stratenwerth, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters kommentierte, dass man ja in der Zwischenzeit auch noch die Interimskita in Bruckhausen in Betrieb genommen habe.

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In der Abstimmung votierten die Ausschussmitglieder mehrheitlich für die Offenlage der Pläne. Die SPD-Mitglieder des Ausschusses stimmten dagegen, wobei sich SPD-Ratsmitglied Bernfried Kleinelsen enthielt.