Auf dem Gelände von HDB Recycling im Industrie- und Gewerbepark Bucholtwelmen herrscht reger Betrieb. Lkws und riesige Radlader und Bagger sind auf dem Gelände unterwegs und bewegen Material. Überall liegen Berge von Kies und Sand, rund um das Herzstück des Betriebs. Eine moderne Nassaufbereitungsanlage, die es ermöglicht, aus Bodenaushub und Bauschutt am Ende recycelte Baustoffe zu machen, die für neue Bauprojekte genutzt werden können.

Betriebsleiter: 50% Recycling beim Bauen möglich

Bei einer Führung über das Gelände zeigt Betriebsleiter Martin Krausewitz die beeindruckende Anlage einer Gruppe von SPD-Politikern: dem Landesvorsitzenden Achim Post, Peter Paic (Landratskandidat für den Kreis Wesel), Jan Scholte-Reh (Bürgermeisterkandidat für Hünxe) und Bernfried Kleinelsen (Kreistagskandidat). Die Besucher zeigen sich sichtlich fasziniert von der modernen Recyclinganlage.

HDB Recycling
Die Nassaufbereitungsanlage dominiert das Betriebsgelände von HDB Recycling in Hünxe. © FUNKE Foto Services | Markus Weißenfels

In der Anlage werden in einem mehrstufigen Verfahren aus verschiedenen Ausgangsmaterialien recycelte Rohstoffe wie Kies in verschiedenen Stärken oder Sand gewonnen. Diese könnten an vielen Stellen genutzt werden, um Primärrohstoffe, wie Kies oder Sand, die auch in der Umgebung abgebaut werden, zu ersetzen. „Wir sollten das ersetzen, was wir ersetzen können“, sagt Martin Krausewitz. Und das ist gar nicht so wenig. „Wenn man das will, geht da viel mehr. Beim Bauen wären 50 Prozent recycelte Rohstoffe kein Thema“, erklärt der Betriebsleiter.

1300 Kubikmeter Wasser pro Stunde im Umlauf

So hat HDB-Recycling in einer Untersuchung gemeinsam mit der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum schon nachgewiesen, dass sich Beton für die meisten Anwendungen komplett aus recycelten Stoffen nachbauen lässt. „Der erfüllt alle gesetzlichen Normen. Das ist kein Thema“, so Krausewitz.

Dabei arbeitet die Anlage fast komplett ohne Frischwasser. Das wird nur in zwei kleinen Teilbereichen eingesetzt. „Ansonsten werden hier 1300 Kubikmeter Wasser pro Stunde herumgepumpt“, verrät Martin Krausewitz. Es handelt sich um Niederschlagswasser, das auf dem gesamten Gelände aufgefangen und dann in ein Auffangbecken geleitet wird, aus dem sich die Anlage speist. „Bisher ist uns das Wasser noch nie ausgegangen“, sagt der Betriebsleiter.

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Außerdem, so merkt er gegenüber seinen Besuchern an, biete die Anlage noch viel Potenzial. „Es laufen gerade in Kooperationen mehrere Forschungsprojekte“, erklärt Martin Krausewitz. Etwa um Asbest oder sogenannte PFAS, eine Gruppe von Chemikalien, die nur sehr schwer abbaubar sind, aus Materialien zu entfernen, die in die Anlage eingebracht werden.

Hafenbau soll Recycling-Kapazität steigern

Auch das ein Grund, warum HDB Recycling noch weiter wachsen möchte. Zu diesem Zweck arbeitet das Unternehmen gemeinsam mit der Gemeinde Hünxe an der Errichtung eines Parallelhafens direkt am Firmengelände. Denn die Recycling-Anlage, durch die momentan etwa 800.000 Tonnen Material pro Jahr geht, könnte weit mehr. „Wir planen eine Erweiterung auf 2,34 Millionen Tonnen“, erklärt Martin Krausewitz. „Diese Menge kann man nicht über die Straße transportieren.“ Daher ist die Errichtung des Hafens ein wichtiges Projekt für die Firma.

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800.000 Tonnen Material pro Jahr laufen durch die Anlage und werden zu Sekundärrohstoffen verarbeitet. Bis zu 2,34 Millionen Tonnen könnten hier in Zukunft recycelt werden. © FUNKE Foto Services | Markus Weißenfels

Allerdings trifft HDB Recycling bisweilen auch auf Probleme. Ein wesentliches betrifft Ausschreibungsverfahren. Laut Gesetz müssen recycelte Materialien bei Bauprojekten bevorzugt behandelt werden. „Dass das auch wirklich so umgesetzt wird, passiert nicht so häufig“, erklärt Krausewitz. Er sei deswegen oft mit ausschreibenden Stellen in Kontakt und würde gezielt nachfragen oder darauf hinweisen. „Das ist etwas ermüdend“, sagt er. Auch wenn er den Behörden, wo es oft auch an Zeit und Personal fehlt, da keine Vorwürfe machen möchte.

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Die Besuchergruppe auf dem Gelände (v.l.n.r.): Bernfried Kleinelsen, Jan Scholte-Reh, Betriebsleiter Martin Krausewitz, Achim Post und Peter Paic. © FUNKE Foto Services | Markus Weißenfels

Dem Erfolg des Unternehmens hat das allerdings nicht geschadet. „Wir verkaufen unsere Produkte ganz gut“, erklärt Martin Krausewitz. Der Verkauf ist dabei nur einer von zwei Einnahmequellen. Die zweite ist die Annahme von Abfall, der dann in der Anlage aufbereitet wird. Martin Krausewitz fasst diesen Prozess prägnant zusammen: „Wir machen hier fast nichts anderes, als ein Kieswerk“, sagt er.

Bodenaushub wird zu wertvollem Material verarbeitet

Denn der „Abfall“ der beim Unternehmen in Bucholtwelmen ankommt, ist oft Bodenaushub von Projekten in der Umgebung. „Wenn hier ein Kieswerk im Boden gräbt, und einen Kilometer weiter jemand für einen Keller einen Bodenaushub macht, dann ist das der gleiche Boden“, erklärt Krausewitz seinen Vergleich. Aber was beim Kieswerk dann das Ausgangsmaterial für Rohstoffe ist, ist im Fall des Kellerbaus Abfall, der aufbereitet werden muss, erklärt der Betriebsleiter. Dass als Resultat bei HDB Recycling dann Material herauskommt, das sich nicht vom Sand oder Kies unterscheidet, den man bei einem Kieswerk findet, ist da nur logisch.

Aufmerksamkeit jenseits von Hünxe

Mit dem einzigartigen Konzept hat HDB-Recycling auch über die Gemeindegrenzen von Hünxe schon einiges an Aufmerksamkeit erfahren. So war Landeswirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) ebenso schon beim Unternehmen zu Gast, wie Umweltminister Oliver Krischer (Grüne).

Die Firma wurde zudem mit dem „Grünen Engel 2024“ für ihre innovative Recylinglösung ausgezeichnet und belegte den 3. Platz beim Umweltwirtschaftspreis des Landes Nordrhein-Westfalen.

HDB-Recycling selbst wurde bereits 2003 gegründet. 2018 startete man mit dem Bau der Anlage auf dem erweiterten Betriebsgelände in Bucholtwelmen. Rund 12 Millionen Euro wurden damals in die Nassaufbereitungsanlage investiert. Mittlerweile würde sie, wie Martin Krause anmerkt, wohl doppelt so viel kosten. Dabei wurde die Anlage von Anfang an so konzipiert, dass Erweiterungen möglich sind.

Nach der Besichtigung äußerten sich die SPD-Vertreter positiv über das Unternehmen. „Wir freuen uns, dass wir so einen innovativen Betrieb hier in Hünxe haben“, sagte Jan Scholte-Reh. Der SPD-Landesvorsitzende Achim Post versicherte, die angesprochenen Herausforderungen bei Ausschreibungsverfahren auf Landesebene zu thematisieren. Für die Firma gib es am Standort allerdings noch viel zu erledigen, damit ein weiteres Wachstum umgesetzt werden kann.