Fahrten im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), die über die Stadtgrenze hinaus in benachbarte Kommunen führen, werden seit der Gründung des VRR genauso bepreist, wie Fahrten innerhalb des Stadtgebietes – dank des „2-Waben-Tarifs“. Der VRR plant jedoch, diesen Tarif im nächsten Jahr abzuschaffen. Das berichtet der Fahrgastverband Pro Bahn. Für die Fahrgäste würde der Wegfall des Tarifs eine deutliche Preiserhöhung bedeuten, denn eine Einzelfahrt würde dann statt 3,60 Euro mindestens 7,70 Euro kosten, so der Fahrgastverband – damit würde die Fahrt mehr als doppelt so teuer werden.
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„Ein solcher Preis ist für die meisten betroffenen Fahrten völlig unangemessen und schreckt neue Kunden ab“, schreibt Pro Bahn in einer Mitteilung. Der Fahrgastverband hat ermittelt, welche Auswirkungen die Pläne des VVR für die Kommunen haben und kommt zu dem Ergebnis, dass Dinslaken und Voerde davon deutlich betroffen wären.
Auf diesen Strecken rund um Dinslaken, Voerde und Hünxe wird das Bahnticket teurer
Dinslaken soll weiterhin zusammen mit Voerde ein Tarifgebiet bilden, das heißt, Fahrten zwischen den beiden Städten bleiben in Preisstufe A. Auf diesen Strecken soll das Einzelticket aber doppelt so teuer werden wie bisher: von Dinslaken nach Oberhausen-Sterkrade bzw. -Osterfeld, Duisburg-Walsum, bzw. -Hamborn, Hünxe-Bruckhausen. Betroffen wären ebenfalls die Strecken von Voerde-Mitte nach Hünxe-Bruckhausen sowie von Friedrichsfeld nach Wesel-Mitte (Innenstadt, Obrighoven, Lackhausen, Feldmark, Flüren, Blumenkamp) und Hünxe-Bruckhausen.
Ein solcher Preis ist für die meisten betroffenen Fahrten völlig unangemessen und schreckt neue Kunden ab.
heißt es in einer Mitteilung von Pro Bahn
Die Preisstufe A soll künftig je nach Linie in der Regel nur bis zur letzten Haltestelle auf Dinslakener bzw. Voerder Stadtgebiet gelten oder bis zur ersten Haltestelle in der Nachbarstadt. Selbst kürzeste Fahrten über die Stadtgrenze sind von der drastischen Preiserhöhung betroffen. Daher befürchtet Pro Bahn, „dass diese Maßnahme zu Fahrgastverlusten auf den stadtgrenzenüberschreitenden Linien führt. Hier drohen dann Fahrplaneinschränkungen oder gar Linienstreichungen.“ Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert die verantwortlichen Kommunalpolitiker in den VRR-Gremien daher auf, die Pläne abzulehnen.
Pro Bahn kritisiert: „eezy-Tarif“ sei keine Alternative für alle
Zwar bietet der VRR mit dem elektronischen „eezy-Tarif“, der den Preis nach Luftlinienentfernung berechnet, eine Alternative an. Pro Bahn kritisiert jedoch, dass dieser Tarif nicht für alle Kunden verfügbar ist: „Jugendliche unter 18 Jahren dürfen ihn nicht nutzen, zahlreiche Menschen mit körperlichen Einschränkungen können es nicht, und Menschen ohne Smartphone sind auch außen vor“, bemängelt der Fahrgastverband. Darüber hinaus gibt es weitere Risiken: Wenn an der Einstiegshaltestelle kein Mobilfunkempfang möglich ist, muss der Fahrgast auf den herkömmlichen Tarif ausweichen und bar zahlen. Macht der Akku vom Smartphone schlapp, wird der Kunde zum Schwarzfahrer, da das Smartphone während der gesamten Fahrt im Ortungsmodus betrieben werden muss.
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Pro Bahn fordert daher einen „eezy-Tarif“ für jedermann und schlägt eine Nutzung mit aufladbarer Guthabenkarte oder Bankkarte vor – so wie es in den Niederlanden und vielen anderen Ländern bereits möglich sei. Der „eezy-Tarif“ soll zukünftig außerdem eine Tageskarte mit unbegrenzter Fahrtenzahl ermöglichen. Rabatte für Kleingruppen und Familien wie bei den Tageskarten für zwei bis fünf Personen sollten ebenfalls angeboten werden.


