„Schön, dass Sie da sind“, heißt es bunt gedruckt und in mehr als zehn Sprachen, darunter mazedonisch, russisch und persisch, auf Schildern am Pavillonstand des städtischen Familienzentrums Douvermannstraße und Talstraße. Passenderweise am Weltfriedenstag findet zum fünften Mal das Interkulturelle Fest in Dinslaken statt, wo im Stadtpark direkt vor dem Rathaus Werte wie Vielfalt, Respekt und Geselligkeit zusammenkommen.
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„Das gibt es bei unserer Kita auf der Douvermannstraße auch am Eingang, damit die Familien in ihrer Herkunftssprache abgeholt werden“, erklärt Erzieherin Sandra Dittmann die aufgehängten Willkommensschilder. Sie übersetzt die Kita-Aufnahmebögen in verschiedene Sprachen. Das sei auch wichtig, denn: „Wir hatten Jahre, in denen über 90 Prozent der Familien einen Migrationshintergrund hatten. Deswegen arbeiten wir auch sehr ‚Multikulti‘.“ Um das zu repräsentieren, ist Sandra Dittmann mit einem Flaggenbingo passend zum alle zwei Jahre stattfindenden Interkulturellen Fest vor Ort.
Interkulturelles Fest in Dinslaken: 25 Vereine und Initiativen waren dabei
Insgesamt 25 verschiedene Vereine und Initiativen umrahmen mit rund 20 Pavillons die zentral aufgebaute Bühne. Einige Vereine teilen sich ihren Pavillon. Gesellig und nah, ganz so, wie das Fest gelebt wird. Es ist jedoch nicht nur ein gesellschaftliches, sondern auch ein kulturelles Miteinander. Vor Ort sind die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion und das Ezidische Kulturzentrum Wesel mit Couscous-Salaten und Börek. Der Caritasverband für die Dekanate Dinslaken und Wesel bieten das Basteln von Armbändern an, direkt nebenan befindet sich der Stand des Bildungsinnovationszentrums Marien-Lohberg. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt des Caritasverbandes, der Stadt Dinslaken und der Gemeinschaftsgrundschule Lohberg, deren Förderverein selbst mit einem Stand vor Ort ist.

Zwischen den Ständen laden Bierzeltgarnituren und Stehtische vor der Bühne dazu ein, eine interkulturelle Köstlichkeit zu genießen, dem Bühnenprogramm zu lauschen und das bunte Treiben um sich herum wahrzunehmen. Das vielfältige Geschehen auf der Bühne setzt sich aus Musik, Tanz und Sprechkunst zusammen. Die Band „Levante“ singt neben Deutsch noch auf vier weiteren Sprachen: Arabisch, Türkisch, Kurdisch und sogar Aramäisch, wie der Integrationsbeauftragte Atef Alamir berichtet. Er organisierte das Fest, das „eine feste Tradition für die Stadtgesellschaft geworden ist“, zum ersten Mal und hat dabei viele Erfahrungen gesammelt: „Als ehemaliger Geflüchteter erfüllt es mich mit Freude und Stolz, dieses Fest organisieren zu dürfen.“ Ebenso findet er es „sehr wichtig, den Menschen hier zuzuhören“. Als Atef Alamir von der Bühne aus einige Worte an die Besucher richtet, empfiehlt er ihnen: „Gehen Sie aufeinander zu und lernen Sie einander kennen.“
Interkulturelles Fest in Dinslaken: Bühnenprogramm und Mitmach-Angebote
Neben dem Bühnenprogramm und den Informationsangeboten an den Ständen werden auch für Kinder Mitmach-Aktionen geboten. Beim Parcours der Diakonie Dinslaken schlängeln sich die kleinen Besucher durch Verkehrshütchen hindurch. Das Jugendrotkreuz bietet direkt vor einem Einsatzwagen einen Mini-Erste-Hilfe-Kurs, bei dem Kinder lernen, wie man Menschen reanimiert, sie in die stabile Seitenlage legt und einen Notruf richtig absetzt. Als Belohnung winkt eine Urkunde. Beim Pavillon von Amnesty International können Stoffbeutel bemalt werden.

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Ein Dinslakener Familienvater findet das Fest „super“ und lobt vor allem das vielfältige Speisenangebot. Allein am Stand einer Kochgruppe bestehend aus über 30 geflüchteten Frauen gibt es dahingehend für jeden Geschmack etwas: Ukrainische Waffelrollen und Piroschki, syrische Frikadellen mit Minze und Knoblauch sowie Weinblätter und Weiteres. Der Arrahma Kulturverein bietet albanische Spezialitäten wie Krelan und Flia an. „Wir haben heute viele Kulturen vertreten“, sagt auch die Beigeordnete der Stadt Dinslaken Dr. Tagrid Yousef. Das Interkulturelle Fest ist zudem ein Vorgeschmack auf die bundesweite interkulturelle Woche, die unter dem Motto „Dafür“ mit Ausstellungen und Aktionen in Dinslaken gefeiert wird. Dr. Tagrid Yousef betont die Bedeutung des Ganzen: „In einer Welt, in der häufig gespalten wird, sagen wir, wir sind dafür. Dafür, dass wir Vielfalt als Stärke begreifen. Dafür, dass wir für eine friedliche Zukunft einstehen.“
Wir hatten Jahre, in denen über 90 Prozent der Familien einen Migrationshintergrund hatten. Deswegen arbeiten wir auch sehr ‚Multikulti‘.
Erzieherin Sandra Dittmann
Der Wunsch nach Frieden ist auch in Form eines großen „Peace“-Zeichens am Stand der Friedensinitiative „Mother‘s Call Dinslaken“ allgegenwertig. „Die Idee ist, dass Menschen einen Wunsch nach Frieden aufschreiben und dazu heften können, sodass die Friedens-Collage immer größer wird“, erklärt Marlene Ramm, erste Vorsitzende des Vereins „Kleinkunstakademie“, der Träger des Theaters Halbe Treppe ist, wo sich die Dinslakener Frauenfriedensaktion zusammengefunden hat und weiterhin trifft. Für die Besucher des Interkulturellen Festes haben die Frauen von „Mother‘s Call Dinslaken“ eine besondere Aktion geplant: Auf der Wiese sollen alle Besucher zusammengestellt ein riesiges „Peace“-Zeichen bilden und so Teil einer Friedensbotschaft werden.




