Die ersten Blätter fallen von den Bäumen, die Tage werden kürzer und die Temperaturen sind deutlich gesunken. Doch nicht nur das zeigt, dass der Herbst da ist. Immer öfter sind in Dinslaken, Voerde und Hünxe nun nämlich auch wieder kleine Igel unterwegs, die auf Nahrungssuche sind und sich auf den Winterschlaf vorbereiten. Dabei kommt es leider auch vor, dass einige der kleinen stacheligen Tiere von Autos überfahren werden. „Erst vor ein paar Tagen habe ich einen toten Igel in Voerde an der Gesamtschule gesehen“, erinnert sich Petra Sperlbaum. Sie ist Biologin und für den Nabu (Naturschutzbund) im Kreisverband Wesel tätig.

Mehr aus Dinslaken,Voerde und Hünxe

Alle Nachrichten aus Dinslaken, Voerde und Hünxe lesen Sie hier. +++ Abonnieren Sie unseren Newsletter per Mail oder folgen Sie uns bei Whatsapp, Instagram und Facebook +++

Ihre Erfahrungen zeigen: Anders als zu Zeiten von Krötenwanderungen könnten keine genauen Stellen in Dinslaken, Voerde oder Hünxe ausgemacht werden, an denen Igel besonders häufig gesichtet werden und Autofahrer in diesen Tagen deshalb auch besonders vorsichtig fahren müssten. Der Radius, in dem Igel Futter suchen, sei sehr groß. Generell gelte jedoch: An Straßen, die direkt an Gärten oder ein Waldgebiet grenzen, sind Igel natürlich häufiger anzutreffen. Und das vor allem nachts, ergänzt Peter Malzbender, Vorstandsvorsitzender beim Nabu im Kreis Wesel: „Ab der Dämmerung marschieren sie los.“

Igel sind auf den Straßen in Dinslaken und Umgebung unterwegs: Das rät der ADAC

Zu dieser Zeit bestehe „erhöhte Unfallgefahr“, warnt auch der ADAC auf seiner Internetseite. Dort gibt der Automobilclub Autofahrern unter anderem Tipps, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie im Dunkeln einen Igel auf der Straße entdecken: „Wenn Sie auf einen zufahren und nicht mehr rechtzeitig sicher bremsen können, ohne den nachfolgenden Verkehr zu gefährden, können Sie versuchen, ihn zwischen die Räder zu nehmen.“ Schließlich seien zusammengerollte Igel in etwa so groß wie ein Handball. Dieses Manöver sollte man jedoch nur durchführen, „wenn dadurch keine Gefahr für Sie selbst oder andere entsteht“. Außerdem gebe es dabei keine Garantie, dass der Igel unverletzt bleibt.

So bedauerlich jeder tot gefahrene Igel ist – riskante Ausweichmanöver gefährden Menschen und sind unverhältnismäßig.

ADAC

Ist das Tier angefahren, sei es „meist nicht mehr zu retten“, heißt es weiter. Wer es dennoch versuchen möchte, sollte vorsichtig sein: Vor allem an unübersichtlichen Stellen im Straßenverkehr könnte die Rettungsaktion dann auch für den Helfer schlimme Folgen haben. „So bedauerlich jeder tot gefahrene Igel ist – riskante Ausweichmanöver gefährden Menschen und sind unverhältnismäßig“, betont der ADAC auf seiner Website. Auch eine Vollbremsung, die beispielsweise zu einem Auffahrunfall führe, „bewerten Autoversicherungen als unverhältnismäßig“ und es drohe der Verlust von Leistungsansprüchen.

Deshalb gelte in der Herbstzeit, äußert achtsam zu fahren. Unfälle mit den Tieren geschehen nämlich meistens dann, wenn Autofahrer zu schnell unterwegs sind und die Igel keine Zeit haben zu flüchten, erklärt der ADAC. Besonders tragisch ist es vor allem für die jungen Igel, von denen viele zu diesem Zeitpunkt im Jahr gerade einmal ein paar Wochen alt sind. Vermehrt sind nämlich vor allem Muttertiere und ihre Jungen auf den Straßen unterwegs. Die ausgewachsenen Männchen starten nämlich zuerst in den Winterschlaf, so die beiden Nabu-Experten.

Oft haben es die Tiere jedoch schwer, einen geeigneten Platz für die Winterruhe zu finden, sagt Petra Sperlbaum. Vor allem Laubbläser, mit denen Gartenbesitzer in diesen Zeiten die von Bäumen herabfallenden Blätter aus ihrer Anlage pusten, machen es den Tieren schwer, überhaupt Nahrung zu finden. Schließen blasen die Maschinen nicht nur die Blätter weg, sondern auch Insekten – die hauptsächliche Nahrungsquelle der Igel. Ein weiteres Problem: „Im Herbst starten viele Aufräumaktionen in ihrem Garten.“ Aber anstatt das Laub wegzufegen, könnten Gartenbesitzer dieses einfach unter die Büsche kehren, rät Sperlbaum. So können sich die kleinen Igel dort gut zurückziehen und für die Zeit ihres Winterschlafes verbuddeln.