„Willkürlich“ und „ausbeuterisch“. So lauteten die Wertungen, die einige Anwohner der Heistermannstraße in Dinslaken für das Vorgehen der Stadtverwaltung gefunden hatten. Nachdem sie über Jahrzehnte auf dem Grünstreifen an der Straße geparkt hatten, ohne behelligt worden zu sein, fanden einige Anwohner Strafzettel an ihren Autos vor. Eben das gewohnte Parken auf dem Grünstreifen wurde ihnen vom Ordnungsamt der Stadt Dinslaken zur Last gelegt.
Bürgerfragestunde und Thema bei der Politik
In der Bürgerfragestunde bei einer Ratssitzung im Mai hatte sich Wolfgang Kopsa, einer der Anwohner, zu Wort gemeldet, um diesen Umstand auf die Tagesordnung zu bringen. Für ihn wäre bisher immer klar gewesen, dass auf dem Grünstreifen geparkt werden dürfe. Seine Belege: Nicht nur die Stadt selbst parke mit dem mobilen Blitzer regelmäßig dort, sondern auch während Grünschnittarbeiten seien Schilder aufgestellt worden, die darauf hinwiesen, dass das Parken während der Arbeiten nicht erlaubt ist.
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Schließlich hatte sich auch der CDU-Ortsverband in Hiesfeld eingeschaltet, um sich der Sache anzunehmen. Ein Antrag von CDU und SPD zu dem Thema folgte. Das Resultat aus Wolfgang Kopsas Auftritt bei der Ratssitzung: Bürgermeisterin Michaela Eislöffel nahm dessen Redemanuskript und seine Telefonnummer mit und versprach, sich bei ihm zu melden.
Zwischenlösung: Keine Strafzettel und zurückgezahlte Bußgelder
Die Stadt entschuldigte sich daraufhin bei den Anwohnern, stellte Bußgeld-Verfahren ein und erstattete bereits gezahlte Gelder zurück. Zumindest für die Bewohner der Heistermannstraße. An anderen Stellen im Stadtgebiet wurden für das gleiche Vergehen weiterhin Strafzettel ausgestellt.
Die Verwaltung kündigte an, im Arbeitskreis Verkehr eine alternative Lösung für die Heistermannstraße zu entwickeln. Die anderen Straßen, bei denen sich Anwohner über das gleiche Vorgehen der Stadtverwaltung beschwert hatten, seien mit der besonderen Situation an der Hiesfelder Straße nicht vergleichbar.
Stadtverwaltung will das Parken offiziell erlauben
Jetzt gibt es die angekündigte Lösung für die Heistermannstraße: Die Stadt Dinslaken habe die Parksituation und die Verkehrsabläufe an der Heistermannstraße „intensiv geprüft“, erklärt die Verwaltung in einer Pressemitteilung und nennt die Hinweise von Anwohnern und einen politischen Antrag als Grund dafür. „Im Mittelpunkt stand dabei die Verkehrssicherheit, insbesondere für Kinder und Radfahrende sowie für die Anwohnenden“, heißt es in der Nachricht aus dem Dinslakener Rathaus. Dabei sei herausgekommen: Das Abstellen der Fahrzeuge am rechten Fahrbahnrand habe nicht zur erhofften Reduzierung der Geschwindigkeiten geführt.
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Die Stadtverwaltung kommt danach zu einem Ergebnis, dass die Anwohner freuen dürfte: Das Parken auf dem Streifen zwischen Fahrbahn und Gehweg wird in Zukunft offiziell erlaubt. „Dazu werden in Kürze die entsprechenden notwendigen Verkehrsschilder aufgestellt“, erklärt die Verwaltung in ihrer Stellungnahme.
Verkehrsfluss soll beruhigt werden
Allerdings möchte man beruhigend auf den Verkehr auf der Heistermannstraße einwirken. Dazu sollen weitere Maßnahmen ergriffen werden. Es sollen zwei Fahrbahneinengungen installiert werden. „Auf Höhe der Hausnummern 14 und 19 wird dafür jeweils eine Verkehrsinsel aus Klebebordsteinen in einem Abstand von 1,30 m zum Bordstein erstellt und darauf eine Leitbake installiert“, erklärt die Stadtverwaltung. Der Radverkehr könne weiterhin ungehindert durch den 1,30 m breiten Zwischenraum fahren. Diese baulichen Veränderungen sollen im Anschluss an die Beschilderung erfolgen
Durch die Einengungen wird das Tempo gedrosselt, ohne den Verkehr und den Radverkehr wesentlich zu behindern.
Stadtverwaltung Dinslaken, Erklärung für die Entscheidung für die jetzt geplanten Maßnahmen
Durch diese Lösung sollen der Verkehrsfluss entlastet und die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden verbessert werden. „Durch die Einengungen wird das Tempo gedrosselt, ohne den Verkehr und den Radverkehr wesentlich zu behindern“, erklärt die Stadtverwaltung dazu in ihrer Mitteilung. Wann genau dieser Plan umgesetzt werden soll, steht allerdings noch nicht fest. Die Anwohnenden sollen allerdings rechtzeitig durch Infoschreiben über die weiteren Schritte informiert werden.






