Günter Eul ist verschnupft. Der Schausteller, dessen Familie einen maßgeblichen Teil der Fahrgeschäfte und Buden bei der Nottekirmes auf dem Rathausplatz stellt, traute seinen Ohren kaum, als er davon hörte, dass am Wochenende vor dem Rummel dort bereits ein anderes Großevent läuft. Eul meint das „Streetfood-Drink-&-Music-Festival“, das vom 26. bis 28. September in der Innenstadt stattfand.

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Durch seine Mutter habe er wenige Tage vor Beginn der Veranstaltung überraschenderweise davon erfahren. Sie wiederum sei im Internet darauf gestoßen, wo auf das Event hingewiesen worden sei, berichtet der Schausteller, der gemeinsam mit Jan Isselhorst, dem Vorsitzenden der veranstaltenden Vereinsgemeinschaft Voerde, die Nottekirmes organisiert.

Die Information sei für ihn „aus heiterem Himmel“ gekommen, einen Hinweis vonseiten der Stadt Voerde und eine Absprache habe es nicht gegeben. Was Günter Eul ärgert, ist die Terminwahl, die zeitliche Nähe zur traditionellen Nottekirmes. Das Event endete fünf Tage vor dem Start des beliebten Rummels am 3. Oktober auf dem Rathausplatz. Eul befürchtet Einnahmeeinbußen. Ihn treibt die Sorge um, dass die Leute nach dem Besuch des „Streetfood-Drink-&-Music-Festivals“ weniger Geld für den Besuch der Nottekirmes übrig haben werden. Eine solche Veranstaltung derart kurz vor dem Rummel stattfinden zu lassen, hält er für „sehr ungünstig“, wie er es vorsichtig formuliert.

Auch Jan Isselhorst von der veranstaltenden Vereinsgemeinschaft Voerde wurde nach eigenen Worten von der Nachricht überrascht, dass für das Wochenende vor der Nottekirmes ein Streetfood-Festival in der Innenstadt geplant wurde. Wie Günter Eul hat auch er erst wenige Tage vorher davon erfahren. Der Termin sei von der Stadt nicht an ihn als Chef der Vereinsgemeinschaft kommuniziert worden. Isselhorst findet das Event eine Woche vor dem Jahrmarkt ebenfalls „sehr ungünstig“ gelegt, „weil der Euro nur einmal ausgegeben werden kann“.

Ich finde das sehr ungünstig gelegt eine Woche vor der Kirmes, weil der Euro nur einmal ausgegeben werden kann.

Jan Isselhorst, Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft Voerde, die den traditionellen Rummel veranstaltet

Die Stadt Voerde vertritt eine andere Sicht der Dinge: Beide Veranstaltungen sprächen unterschiedliche Zielgruppen an und würden sich daher sinnvoll ergänzen, heißt es auf NRZ-Anfrage. Inwiefern sich die von ihr angebrachten Zielgruppen unterscheiden, führt die Stadt nicht näher aus. Klar ist: Geworben wurde im Vorfeld des Streetfood-Drink-&-Music-Festivals damit, dass es ein „großes Fest für alle Generationen“ sei und das Event für jeden etwas zu bieten habe. Für die kleinen Besucher wurden etwa Angebote wie Kinderschminken, Bobbycar-Fahren oder eine XXL-Hüpfburg angekündigt.

Das sind die Öffnungszeiten der Nottekirmes 2025

In diesem Jahr läuft die Nottekirmes vom 3. bis einschließlich 6. Oktober. Der Rummel hat laut Schausteller Günter Eul folgende Öffnungszeiten: Die Kirmes beginnt am ersten Veranstaltungstag (Freitag, 3. Oktober) um 12 Uhr und endet um 23 Uhr. Start am Samstag, 4. Oktober, ist um 14 Uhr und Schluss um 23 Uhr. Highlight an diesem Tag ist das Höhenfeuerwerk, das um 21 Uhr entzündet werden soll. Am Sonntag, 5. Oktober, geht es wieder um 14 Uhr los, die Nottekirmes schließt an dem Tag nach Angaben von Günter Eul etwa um 21 Uhr. Weiter geht es am Montag, 6. Oktober, ab 14 Uhr, Ende des Rummels soll gegen 20 Uhr sein.

„Während die Nottekirmes mit ihrem festen Besucherstamm eine lang etablierte Tradition in Voerde ist, bietet das Streetfood-Weekend ein modernes Format, das zusätzlich neue Besuchergruppen in die Innenstadt zieht“, erklärte die Stadt vor Beginn der Veranstaltung. Damit komme sie dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach, die sich „mehr attraktive Veranstaltungen in der Innenstadt“ wünschten. Wichtig sei ihr, „dass die Angebote nicht in Konkurrenz zueinander stehen, sondern gemeinsam dazu beitragen, die Innenstadt zu beleben und die Attraktivität des Standorts Voerde zu stärken“.

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Der Stadt ist nach eigenen Worten „bewusst, dass beide Veranstaltungen zeitlich nah beieinander“ lagen, allerdings fielen sie auf zwei Kalendermonate. Für den Fall, „dass es zu Einflüssen auf die Nottekirmes kommen sollte“, kündigt sie an, dies „bei der zukünftigen Planung von Veranstaltungen stärker berücksichtigen“ zu wollen.

Das dreitägige Streetfood-Festival selbst steht nun massiv in der Kritik. Besucher sehen die vom Veranstalter geschürten Erwartungen bei weitem nicht erfüllt.