Leben junge Leute gern in Dinslaken? Das wollte die Stadt Dinslaken im Rahmen der Jugendbefragung 2026 herausfinden. Diese ist Teil des Kinder- und Jugendförderplans. Zwischen dem 9. März und dem 15. April wurden Menschen zwischen zehn und 27 Jahren online befragt – 738 machten mit, 608 beantworteten alle Fragen. Das sind 6,78 Prozent der Menschen in diesem Alter, die in Dinslaken leben. Die Ergebnisse wurden am Dienstagabend bei der Sitzung des Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) vorgestellt.
So viele haben sich beteiligt
Die Schulen fungierten als Multiplikator der Umfrage, die meisten Antworten kamen von 14- bis 17-Jährigen, gefolgt von 10- bis 13-Jährigen. Deswegen bilden die Ergebnisse „vorwiegend die Perspektive schulnaher Kinder und Jugendlicher ab“, so die Stadtverwaltung in der Auswertung. Mehr als 450 der Befragten besuchen das Gymnasium, etwa 100 die Gesamtschule. Auch das müsse bei der Auswertung der Antworten berücksichtigt werden, die Umfrage spiegle vor allem die „Lebensrealität der Schülerinnen und Schüler wieder, die das Gymnasium besuchen“, so Eileen Janßen (Sozial- und Jugendhilfeplanung der Stadt Dinslaken).
Ich komme nicht aus Dinslaken, sondern aus Lohberg.
Aussage von Jugendlichen
Fast 200 der Kinder und Jugendlichen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, kommen aus Hiesfeld. Das ist sogar dann noch viel, wenn man berücksichtigt, dass in Hiesfeld viele Menschen dieses Alters wohnen. Etwa 130 Befragte gaben an, außerhalb von Dinslaken zu wohnen, es folgen die Innenstadt, der Bruch und der Averbruch. Nur wenige gaben an, in Oberlohberg und Lohberg zu wohnen. Eileen Janßen vermutet, dass viele Kinder aus Lohberg sich nicht Dinslaken zugehörig fühlen und deswegen angegeben haben, von außerhalb zu kommen. „Ich komme nicht aus Dinslaken, sondern aus Lohberg“ – diesen Satz hat sie schon häufiger gehört.
Hier halten sich Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit auf

„Wo bist Du in Dinslaken unterwegs?“ – Diese Frage zeigte, dass viele junge Leute sich am liebsten zuhause oder bei Freunden aufhalten. Etwa 350 Mal wurde diese Antwort gewählt – gefolgt von der Antwort „Draußen“. Viele Kinder und Jugendliche haben erneut auch die Neutor-Galerie als Lieblingsaufenthaltsort ausgewählt, gefolgt von Sportvereinen, Sportstätten, Club/Café/Imbiss oder Fitnessstudio.
Von Angeboten in Dinslaken erfahren die Befragten vorwiegend über Freunde und Familie, Social Media, Plakate oder Zeitungen. Websites spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Das fehlt in Dinslaken
In Dinslaken, so stellte Jonas Overländer fest, fehle ein niederschwelliges Angebot für junge Leute: ein Ort, der gut erreichbar sei und an dem man sich aufhalten kann – ohne Konsumzwang und ohne pädagogisches Rahmenkonzept wie etwa im Jugendheim. Der vom Kijupa entwickelte Vorschlag eines Jugendcafés ließ sich in Dinslaken bislang aufgrund der schlechten Haushaltslage nicht umsetzen.

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Das könnte man auch aus den Ergebnissen der Umfrage herauslesen. Danach vermissen Kinder und Jugendliche in Dinslaken vor allem kostenlose Freizeitangebote, öffentliche Treffpunkte, bessere Bus- und Bahnverbindungen, Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie sowie Events. Der Takt von Buslinien und Bahn sei in Dinslaken weiterhin nicht abgestimmt, wurde aus dem KiJuPa kritisiert. Das Stadtbuskonzept, das im Auftrag der Stadt Dinslaken über mehrere Jahre entwickelt wurde, sollte das berücksichtigen – aber auch das konnte aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden.
Und zum Nahverkehrsplan des Kreises Wesel, zu dem die Stadt immerhin eine Stellungnahme abgeben darf, werde die Altersgruppe noch nicht einmal gehört. Die Stadt Dinslaken hat aber nun das KiJuPa eingeladen, ein Mitglied in die Sitzungen des Arbeitskreises Mobilität zu entsenden.
Das ist das KiJuPa
Das Kinder- und Jugendparlament in Dinslaken hat eine lange Tradition: Es war 1998 das erste im Kreis Wesel. Das Gremium trifft sich viermal im Jahr, um die Belange von Kindern und Jugendlichen zu diskutieren, dazu gibt es monatliche offene Treffen.
Die Vorschläge des KiJuPa gehen an den Bürgermeister, der verpflichtet ist, diese in die politischen Fachausschüsse zu geben. Wenn der Vorstand des KiJuPa zu einem relevanten Thema in einem Ausschuss sprechen möchte, kann er das anmelden und die Politiker müssen zuhören. In der Regel sind auch Bürgermeister und Dezernentin bei den Sitzungen des KiJuPa anwesend – am Dienstag fehlten sie allerdings.
Die Mitglieder des KiJuPa sind nicht gewählt. Wer Interesse hat, kann einfach vorbeikommen, wer Mitglied werden möchte, kann einen entsprechenden Antrag ausfüllen. Auch bei der Sitzung am Dienstag waren mehrere neue Kinder und Jugendliche dabei. Die nächste Sitzung ist am Donnerstag, 10. September, 18 Uhr (Rathaus. Saal d‘agen, Erdgeschoss)
Infos gibt es auf kijupa-dinslaken.de oder instagram.com/kijupadin.
„Wie gut werden die Interessen von Jugendlichen in Dinslaken berücksichtigt?“ Diese Frage konnten die Kinder und Jugendlichen mit Schulnoten beantworten. Das Ergebnis entspricht in etwa einer 3 minus: Die meisten vergaben eine 3 oder 4, einige auch eine 2, gefolgt von den Noten 5, 6 und 1.
Diese Note bekommt die Stadt Dinslaken von jungen Menschen
Trotz aller Kritik scheinen die Befragten gern in Dinslaken zu leben. „Wie wohl fühlst Du Dich in Dinslaken?“ Hier gab es größtenteils die Note 2 oder 3, gefolgt von den Noten 1, 4, 5 und 6. Viele der Befragten würden aber gern dabei helfen, ein wie auch immer geartetes Projekt für Jugendliche in Dinslaken auf die Beine zu stellen – auch das ergab die Umfrage.





