Zusammenfassung

  • In Dinslaken kam es am Mittwochmorgen zu einem schweren Verkehrsunfall, bei dem eine Autofahrerin in eine Gruppe von zwölfjährigen Schulkindern auf Fahrrädern fuhr.
  • Zwei der Kinder aus Duisburg erlagen ihren Verletzungen im Krankenhaus, ein weiteres Kind und die Fahrerin wurden verletzt.
  • Am Donnerstag veröffentlicht die Staatsanwaltschaft erste Erkenntnisse zur Unfallfahrerin

Einen Tag nach dem Unfall in Dinslaken, bei dem zwei Kinder aus Duisburg gestorben sind, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts fahrlässiger Tötung gegen die 47-jährige Unfallfahrerin. Das teilen die Ermittler in einer Pressemitteilung mit.

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Gegen die Beschuldigte wurde schon nach einem Unfall in Dinsaken im vergangenen Jahr ermittelt. Damals soll sie „einen plötzlichen und nach dem Ergebnis der damaligen Ermittlungen für sie nicht vorhersehbaren Ohnmachtsanfall erlitten“ haben. Das Verfahren wurde mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt.

Mittlerweile sei der 47-Jährigen ein sogenannter Eventrekorder implantiert worden, der die Herzaktivität aufzeichnet. Dieser werde nun ausgewertet werden. Ausführliche Informationen dazu gibt es hier.

Mehr zum tödlichen Unfall in Dinslaken

So berichteten wir am Mittwoch, 27. Mai

Schrecklicher Unfall nahe der Hagenschule in Dinslaken: Eine Autofahrerin ist am Mittwochmorgen (27. Mai) in eine Gruppe zwölfjähriger Kinder aus Duisburg gefahren. Die drei Jungen waren mit ihren Fahrrädern auf dem Weg zur Schule. Zwei von ihnen erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen, wie die Staatsanwaltschaft Duisburg am Mittwochnachmittag mitteilte. Ein drittes Kind wurde leicht verletzt. Die 47 Jahre alte Fahrerin aus Dinslaken wurde bei dem Unfall schwer verletzt.

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Kurz nach dem Unfall hatte die Polizei von zwei schwerstverletzten Kindern berichtet. Einer habe lebensgefährliche Verletzungen davongetragen. Am Mittag dann die bestürzende Gewissheit: Erst meldete die Staatsanwaltschaft den Tod des einen Jungen, wenig später den des anderen Jungen. Die Stadt steht unter Schock. Am Abend versammelten sich Anwohner und Betroffene an der Unfallstelle und vor dem Kiosk. Sie legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an. „Ein Horror“, sagte ein Mann. Um 18 Uhr fand in der evangelischen Stadtkirche an der Duisburger Straße ein Gedenkgottesdienst statt. Vor dem Kiosk hielten die Menschen zur selben Zeit eine Gedenkminute ab.

Unfall in Dinslaken
An der Unfallstelle legten Anwohner und Betroffene am Abend Blumen nieder. © NRZ Dinslaken | Dominik Loth

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war die Dinslakenerin mit ihrem Auto auf der Hagenstraße in Richtung Hagenschule unterwegs. Kurz vor der Kreuzung mit der Feldstraße kam es zur Kollision. Die Fahrerin, die allein im Auto saß, kollidierte mit den Kindern, die aus entgegengesetzter Richtung kamen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kam die 47-Jährige nach links von der Fahrbahn ab – warum, ist noch völlig unklar. Anschließend krachte sie noch in mehrere geparkte Autos. Laut Polizeisprecher Henner Störmer sei die Aufprallgeschwindigkeit des Fahrzeugs hoch gewesen. Warum, müsse jetzt ermittelt werden. Zunächst lasse dieser Befund aber noch keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Geschwindigkeit des Autos zu. An der Hagenstraße gilt Tempo 30. Die Polizei wurde um 7.45 Uhr alarmiert.

Schwerer Unfall in Dinslaken
Schock in den Morgenstunden: Vor der Kreuzung Hagenstraße/Feldstraße kollidierte eine Autofahrerin mit drei Kindern. Zwei zwölfjährige Jungen aus Duisburg erlagen ihren Verletzungen. © NRZ Dinslaken | Dominik Loth

Die schwerstverletzten Kinder wurden umgehend in umliegende Krankenhäuser gebracht. Ein Rettungshubschrauber kreiste über der Hagenschule, kam aber nicht zum Einsatz. Die Pkw-Fahrerin wurde ebenfalls ins Krankenhaus gebracht.

Unfall in Dinslaken: Schockierte Anwohner schildern ihre Eindrücke

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Vor Ort herrschte am Mittwochmorgen Schockzustand. Mehrere Augenzeugen leisteten sofort Hilfe und wurden nach dem Unfall seelsorgerisch durch die Feuerwehr betreut. Auch der Kioskinhaber an der Kreuzungsecke kümmerte sich um eines der verletzten Kinder. Laut Henner Störmer war zufällig ein Polizist vor Ort, der den Verkehr zwischen Hagenschule und Otto-Hahn-Gymnasium beobachtete. Er leistete ebenfalls Erste Hilfe und alarmierte die Rettungskräfte. „Er ist selbst durch die Ereignisse so beeinträchtigt, dass wir ihn derzeit nicht befragen können“, sagt Störmer.

Das schreibt die Stadt

„Unsere Gedanken sind bei den Kindern und ihren Angehörigen! Ihnen gilt unser tiefes Mitgefühl!“ Das schreibt die Stadt Dinslaken auf Facebook. Und weiter: „Uns ist wichtig, hier noch eine Telefonnummer zu teilen: Unfallbeobachter, die seelsorgerische Unterstützung benötigen, können sich an die Feuerwehr Dinslaken wenden: 02064 60 60-231.“

Auf der Hagenstraße lagen nach dem Unfall Trümmerteile auf dem Boden, drei parkende Autos waren stark beschädigt. Der Unfallwagen war augenscheinlich an der Hauswand zum Stehen gekommen. Die Wucht muss groß gewesen sein.

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Anwohner im Hagenbezirk zeigten sich schockiert von den Ereignissen. „Mich wundert, dass bisher noch nichts Schlimmes passiert war“, sagte eine Anwohnerin, die seit 13 Jahren in dem Viertel lebt. In den Morgenstunden kurz vor Unterrichtsbeginn meide sie die Hagenstraße. Zu viele Radfahrer und Autofahrer würden sich die Strecke zwischen Grundschule, Kita und Gymnasium teilen. Eine andere Anwohnerin, die den Unfall beobachtete, kritisierte vor allem den engen Kreuzungsbereich. Ihre Gedanken waren bei den verunfallten Kindern: „Schlimm, dass sie die Leidtragenden sind.“

Internistischer Notfall könnte Ursache sein

Der Bereich wurde weiträumig für die Unfallaufnahme abgesperrt. Ein spezialisiertes Unfallteam aus Duisburg nahm an der Kreuzung Spuren auf. Gegen Mittag trafen Abschleppwagen ein, die die beteiligten Fahrzeuge abholten. Die Absperrungen sorgten zum Ärger der Polizei bei einigen Verkehrsteilnehmern und Anwohnern für Unverständnis. Sie beschwerten sich über die vorübergehenden Einschränkungen.

Schwerer Unfall in Dinslaken
Die Polizei sperrte auch die Hagenstraße vor der Hagenschule für den Verkehr ab.© NRZ Dinslaken | Dominik Loth

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Duisburg dauern an. Auf Nachfrage erklärt eine Sprecherin, dass sie bislang nichts zu den Gründen sagen könne. Zunächst müssten unter anderem das gesamte Schadensbild erfasst und Gutachten eingeholt werden. Sie spricht von „umfangreichen Ermittlungen“. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur könnte ein internistischer Notfall Ursache für den Unfall sein. Die Polizei äußerte sich am Donnerstagmorgen dazu nicht.