Was ist wichtiger: Wohnraum oder Natur? Auf diese Frage möchte die Bürgerinitiative „Grüne Lunge Eppinghoven“ ihren Protest gegen das geplante Neubaugebiet an der Flurstraße nicht reduzieren. Die BI hat sich an die Stadtverordneten gewandt, die bei der Ratssitzung am 7. Juli über den Antrag der Grünen entscheiden müssen, vom bereits beschlossenen Bauplan zurückzutreten.
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Seit Jahren beschäftige sich die BI intensiv mit der geplanten Bebauung südlich der Flurstraße und habe die bislang vorliegenden Unterlagen und Gutachten „sorgfältig ausgewertet“, heißt es in dem Schreiben. Die BI betont, sie wolle die Ratsleute „ausdrücklich nicht zu einer grundsätzlichen Ablehnung von Wohnungsbau auffordern. Wir möchten Sie vielmehr bitten, vor einer endgültigen Beschlussfassung noch einmal zu prüfen, ob die vorliegende Planung tatsächlich auf einer vollständig belastbaren fachlichen Grundlage beruht.“
Wir fragen uns, ob dies tatsächlich einen ausreichenden Nachweis für die dauerhafte Erschließung eines neuen Wohnquartiers darstellt – insbesondere unter Berücksichtigung der angrenzenden Albert-Schweitzer-Einrichtungen und der künftig zusätzlichen Verkehrsbelastung
BI „Grüne Lunge Eppinghoven“
Ein Problem sieht die BI in der verkehrlichen Erschließung des geplanten Wohngebiets. Das Verkehrsgutachten beschreibe eine lediglich rund 4,20 Meter breite Engstelle mit eingeschränkten Sichtverhältnissen und führe aus, dass der Begegnungsverkehr dort durch „gegenseitige Rücksichtnahme“ bewältigt werden könne, so die Bürgerinitiative: „Wir fragen uns, ob dies tatsächlich einen ausreichenden Nachweis für die dauerhafte Erschließung eines neuen Wohnquartiers darstellt – insbesondere unter Berücksichtigung der angrenzenden Albert-Schweitzer-Einrichtungen und der künftig zusätzlichen Verkehrsbelastung.“
Weitere offene Fragen
Ebenso gebe es offene Fragen zur Boden- und Entwässerungssituation. Mit der neuen Erschließungsstraße, den Stellplätzen und den Wohngebäuden werde eine bislang unversiegelte Fläche dauerhaft überbaut. „Gleichzeitig weisen die vorliegenden Bodenuntersuchungen auf eingeschränkte Versickerungsmöglichkeiten hin. Ob die Auswirkungen auf Starkregenvorsorge, Oberflächenabfluss und Wasserhaushalt ausreichend betrachtet wurden, erscheint aus unserer Sicht zumindest klärungsbedürftig“, heißt es in dem Schreiben.
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Darüber hinaus stelle sich die Frage, „ob angesichts weiterer Wohnbaupotenziale im Stadtgebiet sowie der zwischenzeitlichen Entwicklungen eine Aktualisierung der zugrunde gelegten Bedarfs- und Alternativenprüfung angezeigt wäre“.

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Die BI bittet die Stadtverordneten, die angesprochenen Punkte vor der endgültigen Entscheidung „noch einmal kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls eine erneute fachliche Überprüfung anzuregen“. Denn bei einer Entscheidung, die zu einer dauerhaften und irreversiblen Flächenversiegelung führe, „sollte aus unserer Sicht kein Zweifel daran bestehen, dass sämtliche wesentlichen Fragen vollständig und nachvollziehbar beantwortet sind“.







