Zusammenfassung

  • Eine extreme Hitzewelle sorgt im Kreis Wesel für Warnungen, hohe Temperaturen bis 39 Grad und überfüllte Freibäder.
  • Mehrere Veranstaltungen und Geschäfte in Dinslaken, Voerde und Hünxe werden wegen der Hitze abgesagt oder passen ihre Öffnungszeiten an.
  • Auch Behörden reagieren mit flexiblen Arbeitszeiten, um Mitarbeitende und Besucher zu schützen.

Der Deutsche Wetterdienst gibt auch am Sonntag, 28. Juni, über die Nina-App eine amtliche Warnung vor „extremer Hitze“ heraus. Betroffen ist der ganze Kreis Wesel, auch Dinslaken, Voerde und Hünxe. DIese Warnung erhielten die Menschen im Umkreis bereits in den vergangenen Tagen. Für Sonntag sind Spitzentemperaturen von 31 Grad vorhergesagt

Es werde eine „extreme Wämebelastung“ erwartet. Das gesamte Kreisgebiet ist in der App rot eingezeichnet. Vor allem in dicht bebauten Stadtgebieten wie etwa Moers könne es zu einer zusätzlichen Belastung kommen, weil sich die Luft nachts kaum abkühle. Und das am elften Tag in Folge.

Hitzebelastung kann für den menschlichen Körper gefährlich werden und zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen.

Deutscher Wetterdienst

„Hitzebelastung kann für den menschlichen Körper gefährlich werden und zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen“, heißt es weiter. Bürgerinnen und Bürger sollen nach Möglichkeit die Hitze meiden, viel trinken und die Innenräume kühl halten.

Betroffen seien Dinslaken, Voerde, Hünxe, Hamminkeln, Sonsbeck, Alpen, Schermbeck, Rheinberg, Neukirchen-Vluyn, Moers, Kamp-Lintfort, Xanten und Wesel.

Das sind die Temperaturen am Sonntag

In Dinslaken sind Temperaturen von bis zu 31 Grad möglich. Das ist immerhin etwas kühler als am Samstag. Am Vortag kletterten die Temperaturen auf über 37 Grad. In der Nacht zu Sonntag zogen starken Winde über Dinslaken.

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Bereits am Freitag war eine extreme Wärmebelastung zu spüren. Das Thermometer kletterte auf über 37 Grad. Auf der Suche nach kühlen Orten pilgern die Bürgerinnen und Bürger in die Freibäder. Am Freitag meldeten aber sowohl das Dinamare in Dinslaken als auch der Tenderringssee: ausverkauft!

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So hoch sind die Ozonwerte

Die Ozonbelastung im Bereich Dinslaken liegt nach Infos des Umweltportals NRW ebenfalls im dunkelorangen Bereich: 168,9 Mikrogramm pro Kubikmeter am Donnerstag. Als normal und unbedenklich gelten Werte bis 120 Mikrogramm pro Kubikmeter. Erhöhte Ozonwerte können zu Augenreizungen und Atembeschwerden führen.

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Absagen, Verlegungen und Schließungen wegen der Hitze

Viele Institutionen und Veranstalter in Dinslaken, Voerde und Hünxe richten sich auf die Extremhitze ein. Die Dinslakener Weinbar Noé am Altmarkt etwa stellt die Gesundheit der Gäste und Mitarbeitenden über den Profit: „Wir haben uns dazu entschlossen, unsere Weinbar am Donnerstag, Freitag und Samstag aufgrund der angekündigten hohen Temperaturen zu schließen“, erklärt Betreiber Lennart Opgen-Rhein. „Die Entscheidung haben wir ganz bewusst getroffen – zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unserer Gäste.“ Bei den zu erwartenden Temperaturen halte das Noé-Team „einen sicheren und angenehmen Betrieb in unseren Räumlichkeiten nicht mehr für verantwortungsvoll. Deshalb setzen wir in diesem Fall bewusst auf Gesundheit und Sicherheit und öffnen erst wieder, wenn sich die Wetterlage entspannt hat“, so Lennart Opgen-Rhein.

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Die Neutor-Galerie hat das Street Food & Beach Festival „Dinslaken karibisch“, das von Freitag, 26. Juni, bis Sonntag, 28. Juni, auf dem Neutorplatz steigen sollte, abgesagt: „Das Wohl von Mitarbeitern und Gästen hat oberste Priorität“, heißt es.

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Das Konzert „Jazz und Saitenklänge“, das am Sonntag, 28. Juni, 18 Uhr, im Dinslakener Burginnenhof stattfinden sollte, wird in die klimatisierte Kathrin-Türks-Halle verlegt. „Die hohen Temperaturen möchten wir weder den Musizierenden noch dem Publikum zumuten“, so der Vorsitzende der AG musischer Vereinigungen, Reinhard Hüsken.

Der „Tag der Begegnung“, den nd-Jugendzentrum und Lebenshilfe am Freitag, 26. Juni, geplant hatten, fällt wegen der Hitze aus.

In Hünxe-Bruckhausen, wo am Wochenende Schützenfest gefeiert wird, verzichtet der BSV Bruckhausen auf Uniformen und Pferde, um Mensch und Tier zu schonen.

Der Bauernmarkt in Spellen, der für Freitag geplant war, fällt ebenfalls aus.

Auch manche Geschäfte passen ihre Öffnungszeiten an. Die Voerder Buchhandlung Lesezeit etwa macht „ein bisschen hitzefrei“, wie sie ankündigt. Am Donnerstag, 25. Juni, und Freitag, 26. Juni, „schließen wir wegen der hohen Temperaturen um 16 Uhr.“ Am Samstag wird der Laden um 12 Uhr geschlossen. Die Veranstaltung „Seemannsgarn und Heringsstopp“ finde am Freitag, 19 Uhr, aber wie geplant statt.

„Halis Büdchen“ am Waymannskath in Voerde macht am Donnerstag, 25. Juni, Siesta: Von 14 bis 18 Uhr ist geschlossen, von 18 bis 21 Uhr ist wieder geöffnet. Die Wäscherei-Waschbär in Voerde hat am Freitag nur von 13 bis 15 Uhr geöffnet.

So geht die Stadtverwaltung mit der Hitze um

Die Dinslakener Stadtbibliothek hat keine Klimaanlage – und passt deswegen die Öffnungszeiten an. Am Donnerstag, 25. Juni, und Freitag, 26. Juni, ist ab 14 Uhr geschlossen. Die Bücherstube Lohberg bleibt am Donnerstag komplett dicht. Auch das ebenfalls nicht klimatisierte Bürgerbüro in der Stadtmitte hat Donnerstag bereits um 14 Uhr geschlossen. Es gehe dabei sowohl um das Wohl der Besucherinnen und Besucher als auch der Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, erklärt Verena Barton, Sprecherin der Stadt Dinslaken.

Die Stadt Dinslaken möchte eine gute Arbeitgeberin sein und deshalb auch mit gutem Beispiel vorangehen und Lösungen finden

Verena Barton, Sprecherin der Stadt Dinslaken

Auch die Verwaltungsräume im Rathaus und Stadthaus seien nicht klimatisiert. Den mehr als 1000 Beschäftigten der Stadtverwaltung können die Fachdienstleitungen, wo es „Möglichkeiten und Spielräume“ gebe, ermöglichen, den Dienstbeginn nach vorn zu ziehen, so Verena Barton. Sie können dann beispielweise den Dienst um 6 Uhr beginnen oder, je nach Aufgabengebiet, im Homeoffice arbeiten. Die Fachdienstleitungen könnten am besten beurteilen, „wo die Tätigkeit unter arbeitsschutzrechtlichen Gesichtspunkten ausgeführt werden kann und ob ein früherer Dienstbeginn möglich ist“, so Verena Barton. Terminangelegenheiten blieben aber alle bestehen.

Beim Din-Service sei schon für diese Woche ein früherer Dienstbeginn angeordnet worden, „damit nicht so lange in der Mittagshitze schwere körperliche Arbeiten verrichtet werden müssen“, so Verena Barton. „Die Stadt Dinslaken möchte eine gute Arbeitgeberin sein und deshalb auch mit gutem Beispiel vorangehen und Lösungen finden“, fügt die Sprecherin hinzu.

Eine Veranstaltung/Geschäft/Institution fehlt in der Auflistung? Wir freuen uns über einen Hinweis per Mail an lok.dinslaken@nrz.de.