„Wir haben leider noch keine Antwort aus Berlin bekommen“, erklärt Hildegard Düsing-Krems am Mittwoch (22. Oktober). Es ist also fraglich, ob Bundeskanzler Friedrich Merz am nächsten Rundgang des Vereins „Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf“ teilnehmen wird. Zu diesem hatte der Verein den Kanzler nach dessen heiß-debattierten Aussagen zur Auswirkung von Migration auf das Bild deutscher Städte in einem offenen Brief eingeladen. So sollte sich dieser selbst von den guten Seiten des vielfältigen Zusammenlebens in der NRW-Landeshauptstadt überzeugen.

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Nach Stadtbild-Aussagen: Noch keine Rückmeldung von Merz auf Einladung nach Düsseldorf

Spätestens, seitdem Merz seine „Stadtbild“-Aussagen nochmals bekräftigt hatte, wurden in immer mehr deutschen Städten Demonstrationen gegen den Bundeskanzler angemeldet. Düsing-Krems, Gründungsvorsitzende des Vereins, und ihre Vereinskollegen wie Ansgar Drücker, der aktuelle Vorsitzende des Vereins, wollten mit dem Brief bewusst in eine andere Kerbe schlagen. Man hatte nämlich bereits in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit solchen Rundgängen gehabt, so Düsing-Krems. „Wir mussten in der Vergangenheit bereits die Teilnehmerzahl beschränken“, erklärte sie. Einmal waren zu viele Interessierte gekommen.

Davon, ob sich der Kanzler in Zukunft auch bei diesen Interessierten einreihen wird, macht der Verein die kommenden Rundgänge allerdings nicht abhängig. Bereits am 8. November um 11 Uhr soll der nächste stattfinden. „Egal, ob Merz kommt oder nicht“, so Düsing-Krems. Weitere Informationen gebe es nach der Anmeldung. Bei den Rundgängen präsentieren Anwohnende oder vor Ort gut vernetzte Personen, das vielfältige Zusammenleben in Düsseldorf.

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Einladung an Kanzler Merz: Düsseldorfer Verein bietet Rundgang durch Oberbilk an

In dem offenen Brief, laden die Vereinsverantwortlichen Merz dazu ein „unseren vielfältigsten, wenn auch vielleicht rein äußerlich nicht schönsten Stadtteil gleich hinter dem Hauptbahnhof“ zu entdecken. Hier würde man dem Kanzler auch gerne persönliche Begegnungen ermöglichen, damit sich dieser ein Bild von Oberbilk machen könne. Dabei erklären die Verfassenden des Briefs auch, warum sich gerade Düsseldorf für eine derartige Erfahrung anbieten würde.

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Denn als Stadt, die „kommunal, landes- und bundespolitisch von der CDU regiert wird“ hätte man alles andere als ein einfarbiges Stadtbild. „Und das kommt in der Stadt bei den meisten Menschen ganz gut an, um nicht zu sagen, dass es längst selbstverständlich geworden ist“, betont man von Vereins-Seite.

Verein lädt Merz nach Düsseldorf ein: „Falls Sie Angst haben, Baklava angeboten zu bekommen“

Dabei verkneifen sich die Verfasser allerdings auch nicht die eine oder andere humoristische Spitze gegen den Kanzler. So heißt es etwa im Brief: „Sie müssen auch keine Angst davor haben, nur linken Gutmenschen zu begegnen.“ Schließlich habe auch Merz Parteikollege und OB Stephan Keller einen solchen Rundgang gemacht – und sei erst vor Kurzem „mit einem sehr beachtlichen Ergebnis wiedergewählt“ worden.

Auch würde Merz weder Verein noch Viertel zur Last fallen. Man führe gerade nämlich ein Projekt zur Extremismusprävention durch. In diesem könne der Verein „politische Bildung für Menschen in Deutschland, die sich mit Vielfalt schwertun, völlig unproblematisch abrechnen“. Merz müsse sich nur in die Teilnehmerliste eintragen. Daneben müsse der Kanzler auch keine Angst davor haben, Baklava angeboten zu bekommen. „Unsere Gründungsvorsitzende verzaubert Gäste gern mit selbstgebackenem Kuchen nach alten westfälischen Rezepten – und der ist ganz bestimmt nicht vegan“, heißt es zum Abschluss des Briefes.

Den kompletten Brief gibt es hier bei „Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf“ online zu lesen

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„Stadtbild-Debatte“: Was steckt hinter der Kritik an den Aussagen von Friedrich Merz

Auslöser für den offenen Brief aus Düsseldorf sowie die gesamte Kontroverse um Merz waren dessen Aussagen bei einer Veranstaltung in Brandenburg. Dort unterstrich der CDU-Parteichef die Erfolge seiner Regierung bei der Begrenzung von Migration. „Bei der Migration sind wir sehr weit. Wir haben in dieser Bundesregierung die Zahlen August 24/August 25 im Vergleich um 60 Prozent nach unten gebracht“, so Merz bevor er die beiden Sätze sagten, die durch die Medien gingen. „Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem. Und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen.“