Das erste Flugzeug aus Dubai seit Beginn des Iran-Konflikts ist am Mittwochnachmittag in Düsseldorf gelandet. Es ist die erste Maschine nach NRW seit dem Wochenende, rund 350 Reisende saßen in dem Flieger der Fluggesellschaft Emirates. Nach Angaben eines Sprechers der Fluggesellschaft befanden sich an Bord Geschäftsleute, Kreuzfahrtteilnehmer und weitere Urlauber.
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Viele Angehörige warten am Ausgang auf ihre Liebsten

Schon Stunden vorher sammelten sich vor dem Ausgang unzählige Menschen. In den Händen halten sie Blumen und Luftballons mit Aufschriften wie „Welcome home“. Unter den Wartenden sind auch Marion und Marcus Kramer aus Dortmund, die auf die Rückkehr ihrer Tochter warten. Acht Wochen lang arbeitete sie in Dubai, am vergangenen Wochenende sollte es dann wieder nach Deutschland gehen. „Sie wollte eigentlich Samstag zurück, aber da wurde alles annulliert. Sie konnte dann wieder zurück in ihr Apartment, aber den Koffer hatte sie leider schon abgegeben. Also musste sie jetzt in den letzten Tagen nur mit dem auskommen, was sie an sich hatte“, erzählt Mama Marion. „Ab gestern saßen wir den ganzen Tag vor dem PC und haben Flüge gebucht.“ Ein Flug am Dienstagnachmittag sei dann wieder ausgefallen. „Dann habe ich heute Morgen noch einmal einen Flug bekommen und der ist dann ja auch gottseidank abgeflogen.“
Ich habe seit vier Tagen nichts gegessen. Als Mutter kann man das nicht beschreiben.
Anja Mülln, Sie wartete seit Samstag auf die Rückkehr ihrer Tochter
Neben den beiden stehen Anja Mülln und Dirk Köhnen, die ebenfalls seit Samstag auf ihre Tochter warten. Nach drei Wochen Urlaub in Thailand wollte die Düsseldorferin in Dubai eigentlich nur mit ihrem Freund in ihren Anschlussflug nach Deutschland steigen. „Samstagmorgen um sechs Uhr sind sie da gelandet und haben wieder ihr Gepäck aufgegeben. Und dann ruft sie mich an“, erinnert sich Stiefpapa Dirk an den Schreckensmoment. Von da an blieben sie Tag und Nacht mit ihrer Tochter in Kontakt. „Sie hatte Angst, einfach Angst“, berichtet Mama Anja. „Nachts gab es immer wieder Warnungen. Dann musste sie in die Tiefgarage, wieder hoch ins Zimmer und wieder in die Tiefgarage“, erinnert sich Dirk. Es vergehen Tage voller Anspannung. „Ich habe seit vier Tagen nichts gegessen. Als Mutter kann man das nicht beschreiben“, erzählt Anja.
Zehn verschiedene Flüge buchten sie für ihre Tochter, in der Hoffnung, dass einer von ihnen abhebt. „Wir haben alles gebucht, was wir kriegen konnten. Auch nach Mumbai oder Kapstadt. Egal wohin, Hauptsache raus“, so Dirk. „Ich wäre sogar da runtergefahren“, erzählt Mama Anja, „nach Saudi-Arabien, sie mit dem Auto herholen. Wir hätten sie von überall geholt.“ Zwei Flüge am Dienstag seien ausgefallen, mit dem heutigen hatten sie schließlich Glück.
Auch Reisende des Kreuzfahrtschiffs „Mein Schiff“ befanden sich an Bord
Die 40-jährige Barbara Beise wartet mit ihrer achtjährigen Tochter auf ihre Schwiegereltern, die auf einer „Mein Schiff“-Kreuzfahrt vor Abu Dhabi festsaßen. Sie sollten ursprünglich schon am Sonntag von ihrer zehntägigen Reise nach Düsseldorf zurückkehren, doch daraus wurde nichts. „Im Kopf war da dann eine Mischung aus ‚Das kann jetzt nicht wahr sein‘ und Angst. Aber wir hatten auch viel Vertrauen, dass das irgendwie schon funktioniert.“ In den vergangenen Tagen blieben die Großeltern ihrer Tochter auf dem Schiff. „Als die Drohne dann vor Abu Dhabi abgestürzt ist, mussten sie sich alle im Schiff versammeln. Und die Außenbereiche sollten sie nicht nutzen.“
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Die Reiseorganisation kümmerte sich schließlich um einen Rückflug, auch andere Optionen wog Barbara mit ihrer Familie ab. „Wir hatten tatsächlich überlegt, über den Oman irgendetwas zu organisieren. Aber die beiden sind über 70.“ Im Alleingang irgendwie nach Deutschland zurückzukommen, sei daher nur schwer möglich gewesen. Mit sechs anderen Reisenden von der Kreuzfahrt durften sie jetzt an Bord der Maschine nach Düsseldorf. Was sie den beiden als Erstes sagen will, wenn sie durch die Glastür kommen, weiß die 40-Jährige noch nicht. „Wahrscheinlich einfach nur umarmen. Fest umarmen.“

Wann die nächsten Flüge in Düsseldorf landen, ist noch unklar
Und dann ist es auch schon so weit. Um kurz nach 13.30 Uhr und einer Stunde Verspätung landet die Maschine aus Dubai am Düsseldorfer Flughafen. Wenige Minuten später öffnen sich die Glastüren zum ersten Mal. Es ist ein Blick in erleichterte Gesichter. Links und rechts fallen sich Menschen in die Arme. Eng umklammert stehen sie da, es fließen Tränen.

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Mitten drin steht auch die 30-jährige Anna Heiden mit ihrer Familie. Sie befand sich gemeinsam mit ihrem Freund auf der Durchreise von den Malediven zurück nach Deutschland, als sie in Dubai steckenblieb. In der letzten Woche feierte sie ihren Geburtstag, der Anlass für die Reise auf die tropischen Inseln. Die vergangenen Tage hatten sie dann in einem Hotel in Dubai verbracht. „Man hat hier und da mal Explosionen gehört, aber alles immer aus der Entfernung“, berichtet die 30-Jährige. Am schlimmsten sei für sie gewesen, nicht zu wissen, wann sie heimkehren könnte. „Dann spontan einen Flug zu bekommen, das ist überwältigend.“ Während sie neben ihrer Familie steht, strahlt sie bis über beide Ohren. „Ich bin so happy, dass wir wieder da sind.“
Wann die nächsten Flüge aus Dubai am Düsseldorfer Flughafen landen, ist noch unklar. „Angesichts der sich ständig ändernden Lage werden die Flüge täglich neu bewertet und veröffentlicht, sodass wir derzeit keine Aussagen zu künftigen Flugplänen machen können“, gibt ein Sprecher von Emirates an.






