Mehr Sicherheit, barrierefreie Haltestellen, mehr Aufenthaltsmöglichkeiten: Der Bahnhofsvorplatz soll sich vom Schandfleck zum „attraktiven Entrée der Landeshauptstadt“ – so die Formulierung der Stadt – mausern. Ein für die Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes (KAP) notwendiger Bedarfsbeschluss wurde im Stadtrat verabschiedet. Bis zum Start des – in Teilen umstrittenen – Projekts wird es jedoch noch einige Jahre dauern. Ein abschließender Beschluss ist erst 2030 geplant.
Die konkreten Maßnahmen im Überblick:
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Bus- und Bahnverkehr:
Alle Bahnsteige der Straßenbahnen werden barrierefrei umgebaut, sodass auf der gesamten Länge ein stufenloser Ein- oder Ausstieg zwischen Bahn und Bahnsteigkante möglich ist. Zudem werden die Bahnsteige auf jeweils 80 Meter erweitert – das entspricht der doppelten Länge einer üblicherweise in Düsseldorf verkehrenden Straßenbahn. Zwei hintereinander am Bahnhof ankommende Straßenbahnen können so an der Haltestelle halten.
Das ist nicht unwichtig, denn die Straßenbahnhaltestellen werden neu angeordnet: Mit einer klaren Trennung nach Fahrtrichtung halten die Bahnen zukünftig jeweils vor der zentralen Fußgängerquerung in der Achse der Friedrich-Ebert-Straße. Nach dem Fahrgastwechsel fahren die Bahnen mit geringer Geschwindigkeit über die Querungsstelle. „So kann ein möglichst hohes Sicherheitsniveau der Querungsstelle für den Fußgängerverkehr erreicht werden, ohne dass dies zu signifikanten Fahrzeitverlusten der Bahnen führt“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.
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Durch die geänderte Anordnung der Haltestellen verringert sich der Flächenbedarf für den Schienenverkehr deutlich. Der neu gewonnene Platz soll beispielsweise als vergrößerte Aufenthaltszone genutzt werden. Die Rheinbahngleiskörper werden überall dort zu Rasengleisen, wo sie nicht befahren werden können oder nicht mit beweglichen Weichen ausgestattet sind.

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Auch die Bus-Haltestellen werden im nordwestlichen und südöstlichen Bereich vollständig barrierefrei und auf 60 Meter ausgebaut. So können an einem Steig zwei Busse hintereinander halten.
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Autoverkehr und Kurzzeitparkplatz:
Im Zuge der Umgestaltung sind 30 Stellplätze (inklusive zwei Behindertenparkplätze) fürs Kurzzeitparken in Höhe des Nordeingangs vorgesehen. Davon sind drei Parkplätze als On-Demand-Parkstände und vier fürs Car-Sharing vorgesehen. 13 Parkplätze sollen für Taxis zur Verfügung stehen. Für weitere 12 Taxis sind am Fernbusbahnhof Flächen für Nachrücker untergebracht.
Für den Autoverkehr werden außerdem die Zufahrten zum KAP reduziert. Dadurch soll die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöht und mehr Platz für Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV geschaffen werden.
Folgende Fahrtrichtungen stehen für Autos nach dem Umbau zur Verfügung:
- Einfahrt durch die Bismarckstraße in Fahrtrichtung KAP, Ausfahrt über Graf-Adolf-Straße und Harkortstraße (Einbahnstraße).
- Einfahrt in die Worringer Straße in Fahrtrichtung KAP, Ausfahrt ausschließlich über die Kurfürstenstraße.
- Ausfahrt aus der Tiefgarage KAP 1 über die Immermannstraße.
- Einfahrt in die Kurfürstenstraße in Fahrtrichtung KAP als Rechtsabbieger, um den Kurzzeitparkplatz und die Tiefgarage/Ladehof der DB zu erreichen (Linksabbiegen nur für Busse auf den Fernbusbahnhof sowie für Taxis zur Ansteuerung der Flächen für Nachrücker erlaubt).
- Ausfahrt vom Parkplatz und der Tiefgarage/Ladehof der DB nur über die Kurfürstenstraße, von dort weiter in alle Fahrtrichtungen. Für Taxiverkehr soll zudem die Ausfahrt zum Worringer Platz freigegeben werden.

Radverkehr:
Ein neuer Radweg für beide Fahrtrichtungen wird längs zwischen Graf-Adolf-Straße und Immermannstraße östlich der Straßenbahngleise über den KAP geführt. Innerhalb der Ausbaugrenzen des Konrad-Adenauer-Platzes erfolgt die Anbindung wie folgt:
- Ein Abzweig mündet in die Fußgängerzone der Harkortstraße vor den Hotelneubauten, die als „Fußgängerzone mit Fahrrad frei“ ausgestaltet ist.
- Die Graf-Adolf-Straße wird über einen Anschluss an eine mögliche Radwegeführung angebunden.
- Die weitere Anbindung des Platzes an die Karlstraße erfolgt über die Fahrradstraße Bismarckstraße und über die Immermannstraße mit jeweils einem Radfahrstreifen in jede Fahrtrichtung.
- In der Kurfürstenstraße (Gebiet der Pausenplätze der Busse) sind aus räumlichen Gründen keine gesonderten Radverkehrsanlagen möglich; der Radverkehr kann dort die Fahrbahn mitbenutzen.
- Der Radweg wird vom Konrad-Adenauer-Platz aus weiter parallel zur Einfahrt Ladehof (Empfangsgebäude DB) in Richtung Worringer Straße bis auf Höhe der Kurfürstenstraße fortgesetzt.
Ab der Kurfürstenstraße nutzen Fahrradfahrer in Fahrtrichtung Worringer Platz entlang des Fernbusbahnhofs die Fahrbahn. Um die Sicherheit dort zu erhöhen, wird der vom Bahnhof kommende Autoverkehr in die Kurfürstenstraße zur Karlstraße hin abgeleitet, sodass die Worringer Straße weitestgehend verkehrsfrei wird. Radfahrende teilen sich die Fahrbahn in Fahrtrichtung Worringer Platz dann ausschließlich mit Fernbussen und Taxis. In Fahrtrichtung Konrad-Adenauer-Platz werden Radfahrende im selben Abschnitt zwischen der Straßenbahn und dem Fahrstreifen für Mischverkehr auf einem Radfahrstreifen geführt.
Mit der Entscheidung für den Standort des Grundstücks Hansahaus (Harkortstraße 2–4/Konrad-Adenauer-Platz 13) wurde auch die Entscheidung zur Realisierung des Gesundheitsamtes und einer ebenerdig erschlossenen, im Erdgeschoss und Untergeschoss untergebrachten Fahrradgarage mit 1900 Fahrradabstellanlagen getroffen. Auf dem Konrad-Adenauer-Platz sind, verteilt auf die nördliche und südliche Platzhälfte und unmittelbar am Fahrradweg gelegen, 120 Fahrradstellplätze, 100 Abstellanlagen für Stadträder (Sharingsystem) und 100 E-Scooter vorgesehen.
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Fußverkehr:
Für Fußgänger sind folgende Überquerungen auf dem Weg vom Bahnhofsgebäude zu den umliegenden Zielen vorgesehen:
- Zwischen Konrad-Adenauer-Platz und Bismarckstraße (vor Gebäude Konrad-Adenauer-Platz 12).
- Zwischen Haupteingang Empfangsgebäude und Friedrich-Ebert-Straße (beide Straßenseiten).
- Zwischen Konrad-Adenauer-Platz 1 (Zentralbibliothek) und Immermannstraße.
- Zwischen Konrad-Adenauer-Platz 1 und Worringer Straße 142 (Kino).
- Zwischen Konrad-Adenauer-Platz 1 (Zentralbibliothek) und Immermannstraße 65 (Immermannhof).
Kosten und weiteres Prozedere
Die Gesamtkosten basieren auf einer Kostenschätzung und liegen derzeit bei rund 86,52 Millionen Euro, die anteilig von der Rheinbahn und der Landeshauptstadt zu tragen sind.
Mit dem akzeptierten Bedarfsbeschluss kann nun die weitere Planung vorangetrieben werden. Dazu gehören die detaillierte Ausarbeitung der Ausführung und Finanzierung. Mit dem finalen Beschluss 2030 soll auch die Vergabe der Arbeiten erfolgen. Baustart könnte demnach 2031 sein.
Aufenthaltsqualität:
Der Parkplatz für Kurzzeitparker und Taxis vor dem Uhrenturm fällt komplett weg. In diesem Bereich sollen Bäume gepflanzt und Bänke aufgestellt werden. Vor dem Hauptbahnhofseingang ist ein Brunnen geplant. Durch die Verkleinerung des Parkplatzes in Höhe des Nordeingangs soll auch dieses Areal attraktiver werden. Auch hier werden Bäume gepflanzt.
Zusätzliche Pläne der Bahn:
Neben der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes plant die Deutsche Bahn auch eine grundlegende Erneuerung des Empfangsgebäudes. Dazu kommt der mögliche Neubau eines Hochhauses mit Tiefgarage und Ladehof. Daneben soll die Ver- und Entsorgung des Bahnhofs zukünftig unterirdisch erfolgen, um den Vorplatz vom Lieferverkehr zu entlasten.






